Kein Geld für die Sanierung des Kamener Förderturms bewilligt

dzNeue Chance erst 2020

Im ersten Anlauf hat es nicht geklappt: Für die Sanierung des Kamener Förderturms gibt es vorerst keine Millionensumme vom Land NRW. So geht es jetzt weiter mit dem Industriedenkmal und Wahrzeichen der Stadt.

Kamen

, 13.09.2019, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sanierungspläne für die ehemalige Zeche Monopol müssen zurückgestellt werden. Das Land NRW hat keine Zuschüsse für die denkmalgerechte Sanierung des Kamener Förderturms und des zugehörigen Maschinenhauses bewilligt. Damit ist ein erster Versuch der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur gescheitert, Fördermittel in Höhe von 3,8 Millionen Euro zu bekommen.

Förderturm nicht für 2019 berücksichtigt

Das Land NRW hat den Förderantrag der Dortmunder Stiftung abgelehnt. Geschäftsführerin Ursula Mehrfeld bestätigte am Freitag entsprechende Informationen der Kamener Stadtverwaltung. Der Antrag zielte auf Städtebaufördermittel ab. „Aufgrund der vorhandenen Einplanungskontingente konnte das Projekt ,Monopol‘ nicht in das Programmjahr 2019 aufgenommen werden“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Information für den Kamener Stadtrat.

Ohne Finanzierungszusage fehlt der Stiftung die Voraussetzung, um die Sanierungspläne voranzutreiben, die weitere Vorgehensweise zu bestimmen und einen Zeitplan für die Sanierung aufzustellen. Die Sanierungspläne gelten mit der Ablehnung jedoch nur als aufgeschoben, nicht aufgehoben. Es soll fürs nächste Jahr einen neuen Versuch geben. Die Stiftung werde den Antrag erneut für das Programmjahr 2020 einreichen, so eine Mitteilung für den Planungsausschuss des Stadtrats. Die Frist dafür läuft am 30. September ab.

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Zeche Westhausen: Malakow-Turm (1872) in Dortmund-Bodelschwingh© Stephan Schuetze
Zeche Erin Schacht 7 (1953) in Castrop-Rauxel© Halten
Zeche Gneisenau Schacht 4: Doppelbock-Fördergerüst (1933) in Dortmund-Derne© Oliver Schaper
Zeche Monopol, Schacht Grimberg 1/2 (frühe 1980er) in Bergkamen© Stefan Milk
Zeche Zollern (1902) in Dortmund-Bövinghausen© Gerd P. Müller und Rüdiger
Zeche Gneisenau Schacht 2: Englischer Bock (1890) in Derne© Dieter Menne
Hammerkopfturm Zeche Erin Schacht 3 (1937) in Castrop-Rauxel-Schwerin© Benjamin Hahn
Zeche Minister Achenbach Schacht 4 (1924) in Lünen mit Colani-Ei (1995)© Frank Bock
Hammerkopfturm Zeche Minister Stein in Dortmund-Eving (1925)
Zeche Haus Aden Schacht 2, Stahlkasten-Doppelbock (1979) in Bergkamen© Stefan Milk
Zeche Germania Schacht 5 in Dortmund-Marten (1944), seit 1973 ist der verkleidete Doppelbock Wahrzeichen des Bergbaumuseums in Bochum
Zeche Königsborn 3/4: ummantelter Förderturm (1925) in Bönen© Stefan Milk

Neues Jahr, neues Glück?

Stiftungs-Geschäftsführerin Mehrfeld wollte das Ausbleiben der Zuschüsse nicht weiter kommentieren. „Darüber hinausgehende Erklärungen liegen uns nicht vor“, teilte sie mit. Ist die Ablehnung als Rückschlag zu bewerten oder war sie zu erwarten? Muss das Projekt abgespeckt werden, um die Chancen zu erhöhen? Wie ist die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, dass das Projekt nächstes Jahr zum Zuge kommt? Darauf gibt es keine Antwort.

Solche Fragen stellt sich auch Ulrich Marc vom Förderverein Monopol, der Führungen und Veranstaltungen auf dem Zechengelände organisiert, zuletzt das Fest bei Tag des offenen Denkmals. „Die Informationen sind spärlich“, sagte der Vorsitzende. „Ich weiß nur, dass Monopol nicht auf der Liste steht. Es gibt keine Begründung, warum und wieso. Das wird nachgeforscht.“

Marc kann seine Enttäuschung nicht verhehlen. „Ich habe damit gerechnet, dass wir das Geld kriegen. Die Signale vorher waren positiv“, sagte er. Der Verein und die Stiftung teilen dieselben Ziele und wollen die Anlagen am Schacht Grillo 1 wieder für neue Zwecke nutzbar machen.

Ehrenamtliche stecken den Kopf nicht in den Sand

Und wie geht es weiter? „Wir als Verein stecken den Kopf nicht in den Sand, und die Stiftung stellt den Antrag erneut“, sagte Marc. Beim Zechenfest, das die Ehrenamtlichen anlässlich des Tags des offenen Denkmals organisierten, hatten die Besucher die Gelegenheit, Vorschläge für die künftige Nutzung der Zeche abzugeben. Die Möglichkeit soll laut Stadtverwaltung zahlreich genutzt worden sein. Nach Marcs Informationen sind die Vorschläge noch nicht „endgültig ausgewertet“.

3,8 Millionen Euro sind laut Stiftung nötig, um das Zechenrelikt aus den 1960er Jahren aufzuarbeiten. Davon sind 2,6 Millionen Euro für das stadtbildprägende Einstreben-Fördergerüst und 1,2 Millionen Euro für das Maschinenhaus bestimmt. Damit soll der Verfall der Industriedenkmäler gestoppt werden, zum Beispiel durch einen Rostschutzanstrich für den roten Riesen. Durch Demontage einer von zwei Elektrofördermaschinen soll ein Veranstaltungsraum geschaffen werden.

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