Keine Entschädigung an die gestürzte Bergkamenerin – weiterer Sturz am 10. Dezember

dzBaustelle Ortskern Heeren

Die Stadt wird der in Heeren gestürzten Fußgängerin keine Entschädigung zahlen – weil diese vom Steuerzahler aufgebracht würde. Ein zweiter Sturz führte nicht zu Schadenersatzansprüchen.

von Werner Wiggermann

Heeren-Werve

, 18.12.2019, 10:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung sieht nach wie vor keinen Anlass, der in der Baustelle Ortskern Heeren-Werve gestürzten Bergkamenerin Jutta Frank eine finanzielle Entschädigung anzubieten. Das teilte Stadtpressesprecher Peter Büttner jetzt auf Anfrage mit. Wie außerdem bekannt wurde, ist am 10. Dezember eine weitere Dame gestürzt.

Stolperkante vor dem Abrütteln

Diesmal ereignete sich das Unglück nicht auf einer geschotterten, sondern auf einer bereits neu gepflasterten Fläche. Allerdings waren die Pflastersteine noch nicht abgerüttelt, so dass sich an einer flachen Abflussrinne im Pflaster vorübergehend eine etwas höhere Stolperkante gebildet hatte. Die wurde von der älteren Heerenerin anscheinend nicht richtig wahrgenommen; sie stolperte wirklich, zog sich Prellungen und eine Schürfwunde zu und ruinierte ihre Jacke.

In der Folge wandte sich der Sohn der Seniorin an die Stadt, „allerdings auf sehr konstruktive Weise“, wie Pressesprecher Büttner betont. Der Sohn habe lediglich darum gebeten, solche Stellen im Auge zu behalten und gegebenenfalls Warnschilder aufzustellen.

Keine Entschädigung an die gestürzte Bergkamenerin – weiterer Sturz am 10. Dezember

Der jetzt gesperrte Teil der Märkischen Straße soll Anfang Januar asphaltiert werden. Danach beginnen die Arbeiten auf der anderen Seite. Es bleibt einstweilen bei der halbseitigen Sperrung. © Stefan Milk

Die Verwaltung hat aber inzwischen auch diesen Fall an ihre Versicherung weitergegeben. Auch hier soll geprüft werden, ob vielleicht die ruinierte Jacke als Schaden geltend gemacht und ersetzt werden kann.

Im Fall der am 4. November auf der Schotterfläche vor der Arztpraxis gestürzten Bergkamenerin hatte die Versicherung der Stadt den Schadenersatz geprüft und abgelehnt. Nach ihrer Einschätzung war der Sturz auf der Schotterfläche nicht von der Stadt oder der von ihr beauftragten Baufirma zu verantworten.

Sie zahlte also nicht – und die Stadt dürfe in einem solchen Fall „schon aus Gründen der Gleichbehandlung“ auch nicht selbst regulieren, erklärte Pressesprecher Büttner. Schließlich müssten solche Zahlungen von der Allgemeinheit getragen werden.

Mehr Gummimatten

Es lasse sich grundsätzlich nicht vermeiden, den Fußgängerverkehr im Laufe der Bauarbeiten über geschotterte Flächen zu führen, wenn man die angrenzenden Wohnungen, Bankfilialen und Geschäfte erreichbar halten wolle. Um Stolperfallen zu entschärfen, setze die Baufirma schon seit Beginn der Arbeiten Gummimatten ein. Diese würden nun großflächiger ausgelegt, „um weitere Stürze möglichst zu verhindern“, heißt es in der Auskunft der Stadt. Konstruktiv aufgenommen habe man natürlich auch den Hinweis des Sohns der gestürzten Heerenerin – völlig zu entschärfen sei eine solche Baustelle andererseits aber eben nicht.

Kaum Beschwerden über die Baustelle

Insgesamt gingen die Bauarbeiten zügig voran, teilt die Stadt weiter mit. Bis zum 20. Dezember sollen die Pflasterarbeiten an den Banken und Geschäften abgeschlossen sein. Nach der Weihnachtspause der Baufirma geht es dann am 6. Januar weiter. Wenn es nicht zu kalt oder zu nass ist, kann die Straße auf der Nordseite neu asphaltiert und anschließend für den Verkehr freigegeben werden. Die Bauarbeiten wechseln dann auf die Südseite. Das Natursteinpflaster für den Platz soll im Februar geliefert werden.

Beschwerden über die Baustelle gebe es kaum, teilt die Stadt weiter mit. Die Arbeiten liefen sehr gut und machten „einen überaus strukturierten und geordneten Eindruck“. Dieser Eindruck sei von vielen Bürgerinnen und Bürgern bestätigt worden.

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