Keine Anklage nach Schlägerei bei Einschulungsfeier in Kamen

dzKriminalität

Das Schuljahr begann mit einer Schlägerei bei der Einschulungsfeier – und endet ohne Strafe für die acht Beteiligten. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren im Fall der Prügelei an der Friedrich-Ebert-Schule in Kamen eingestellt.

Kamen

, 27.06.2020, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schüler, Eltern und Lehrer mussten die handfeste Auseinandersetzung mit ansehen: Bei der Einschulungsfeier der Friedrich-Ebert-Schule in Kamen gingen einige Gäste teilweise mit Slalomstangen aufeinander los. Inzwischen ist klar, dass die Kontrahenten keine Strafe fürchten müssen.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Ermittlungsverfahren gegen insgesamt acht Beschuldigte eingestellt. Damit gelten sie als unschuldig. Die Angehörigen von zwei Familien, die von der Polizei als verfeindet beschrieben wurden, standen unter dem Verdacht verschiedener Körperverletzungsdelikte. Zwei Beschuldigten wurde auch Bedrohung vorgeworfen. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Fall bereits im März ohne Anklage zu den Akten gelegt worden.

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Kein hinreichender Tatverdacht

Die Staatsanwaltschaft liefert für die Einstellung des Verfahrens eine Begründung, die typisch ist für turbulente Schlägereien, in denen Täter und Opfer nicht eindeutig auszumachen sind. Demnach reichten die Beweise nicht aus, um einen hinreichenden Tatverdacht zu begründen. Damit fehlt ein Anlass, um Anklage zu erheben. Die Polizei war während des Ermittlungsverfahrens auf eine Mauer des Schweigens bei den Beteiligten gestoßen. Staatsanwalt Henner Kruse fasst das Ergebnis so zusammen: „Man kann keinem was nachweisen.“

Öffentliches Interesse verneint

In den Akten findet sich aber auch ein Passus, der darauf hindeutet, dass die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse an einer Anklageerhebung gesehen hat. „Bei der angezeigten Tat handelt es sich um das Ergebnis eines jahrelang schwelenden Familienstreits, der über die Familie hinaus Interessen der Allgemeinheit nicht berührt“, erklärt Kruse. Bei bestimmten Delikten, dazu zählen die einfache Körperverletzung und die Bedrohung, aber nicht die schwere oder gefährliche Körperverletzung, können die Beteiligten so auf den Weg der Privatklage verwiesen werden.

Drei Verletzte im Krankenhaus

Die Schlägerei spielte sich am 27. August kurz nach Ende der Einschulungsfeier für 73 i-Dötze in der Turnhalle ab, als die meisten Besucher schon draußen waren. Drei Beteiligte wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Auch einige Kinder, die an einer Aufführung mitgewirkt hatten, sowie Lehrerinnen, darunter die Schulleiterin, bekamen den Gewaltausbruch mit. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) verurteilte die Tat. Der Fall geriet bundesweit in die Schlagzeilen.

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Familienfehde auf Schulgelände ausgetragen

Vier Kamenerinnen im Alter von 29, 38, 42, und 53 Jahren sowie vier Kamener im Alter von 33, 37, 39 und 53 Jahren standen im Fokus der Ermittlungen. Auslöser der Schlägerei, aber nicht die Ursache, soll Ärger übers Fotografieren gewesen sein. Dazu kommt eine Vorgeschichte. Die Beteiligten wurden „mehrfach im Rahmen andauernder Familien- und Nachbarschaftsprobleme wechselseitig wegen Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen polizeilich erfasst“, wie die Polizei nach der Schlägerei mitteilte.

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