Kein Zutritt zum Heerener Luisenpark, aber das liegt nicht an Orkantief Sabine

dzRodungsarbeiten

Ausgerechnet die Kettensäge ist das erste Werkzeug, dass für die geplante Aufwertung des Luisenparks zum Einsatz kommt. Der Park soll schöner werden – und dafür fallen Bäume.

Heeren-Werve

, 20.02.2020, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kein Zugang zum Luisenpark aus Sicherheitsgründen: Wo Bauarbeiter die Kettensäge betätigen und Bäume und Äste fallen, ist vorläufig kein Zutritt für Spaziergänger.

Die Sperrung hat aber nichts mit etwaigen Folgen von Orkantief „Sabine“ zu tun: Die städtische Grünanlage soll aufgrund politischer Beschlüsse umgestaltet werden, und nicht jedes Gewächs passt ins Konzept. Die Stadt lichtet nach eigenen Angaben das Buschwerk aus und fällt drei Bäume.

Die Begründung dafür: „Das Auslichten der Buschwerke schafft neue Sichtbeziehungen und führt zu einem grundsätzlich offeneren und helleren Erscheinungsbild im Luisenpark. Die Rodungen sind für die neue Wegebeziehung erforderlich, die zukünftig einen Rundweg im Luisenpark schaffen wird.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Neuer Luisenpark für Heeren-Werve

Der Luisenpark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Königsborn II/V in Heeren-Werve soll umgestaltet werden. So sieht der Vorentwurf für die Neugestaltung aus.
13.11.2019
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Aus einer Präsentation der Stadt Kamen geht hervor, wie der Luisenpark in Heeren-Werve neu gestaltet werden soll. Vorschläge von Bürgern, auch von Kindern aus der Kita Herz Jesu, flossen ein.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Das Parkgelände liegt nördlich der Nikolaus-Otto-Straße und soll modernisiert werden.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Die Bäume im Luisenpark sollen bei der Neugestaltung erhalten bleiben.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Diese Bilder zeigen, wie es bislang im Park aussieht.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Rasen und als wild beschriebene Geholzflächen charakterisieren den Park heute.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Bei einer Ideenwerkstatt wurden 2018 Vorschläge für den Park gesammelt.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Bei einer Bürgerversammlung am 12. November wurde der Vorentwurf für die Park-Neugestaltung präsentiert.© Peter Büttner
Rund 40 Besucher kamen zur Bürgerversammlung. Die Rückmeldungen waren überwiegend positiv.© Peter Büttner
So sieht das Wegenetz im Luisenpark künftig aus.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
So stellen sich die Planer den Park künftig vor.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Der östliche Teil des Parkgeländes laut Vor-Entwurf.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Der westliche Teil des Parkgeländes laut Vor-Entwurf.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen
Auf den kleinen Fotos sind Gestaltungselemente für den Park zu erkennen.© Müller und Tegtmeier/Stadt Kamen

Naturschutz

Letzte Chance zur Rodung

Nur noch bis 29. Februar ist es erlaubt, Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht- und Schilfbestände zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören. Das ganze Jahre erlaubt sind schonende Form- und Pflegeschnitte – und die Beseitigung von Gefahren für den Verkehr. Darauf weist die Stadt Kamen hin und gibt folgende Tipps. Hecken, Bäume und Sträucher an Straßen, Wegen und Plätzen sollen rechtzeitig soweit zurückgeschnitten werden,
  • dass alle Verkehrsteilnehmer den öffentlichen Verkehrsraum ungehindert und ohne Gefahr nutzen können.
  • dass sie nicht über Ihre Grundstücksgrenze hinausragen. Dann können Sichtbehinderungen und Verkehrsgefährdungen gar nicht erst entstehen. Achten Sie auch darauf, das Sichtdreieck freizuhalten.
  • dass Straßenleuchten nicht verdeckt werden und die Verkehrszeichen problemlos aus mehreren Metern Entfernung gesehen werden können.
Die Stadt rät zudem: „Beachten Sie das Lichtraumprofil, wenn Ihr Grundstück an die öffentliche Verkehrsfläche angrenzt. Die Anpflanzungen sollten bis zu einer Höhe von 2,50 Meter nicht über Rad- bzw. Gehwege ragen und an Straßen nicht bis zu einer Höhe von 4,50 Meter.“

Für manchen Spaziergänger dürften die Absperrungen überraschend kommen, aber der dosierte Kahlschlag kommt nicht ohne Ansage. Die Pläne für den neuen Luisenpark wurden im November 2019 bei einer öffentlichen Versammlung in der benachbarten „Laureos Residenz“ vor 40 Besuchern präsentiert. Bereits im Mai 2018 ließ ein öffentlicher Ideen-Workshop im Park ein großes Interesse an der Umgestaltung der Grünanlage erkennen.

Geplant sind laut einem Entwurf des Dortmunder Landschaftsplanungsbüros Müller & Tegtmeier unter anderem ein Rundweg, Rast- und Spielhäuschen, Hochbeete sowie ein Hühnerstall. Der Clou ist ein „Einhorn-Federwipper“ in Anlehnung an das Heerener Wappentier.

Die Arbeiten im Luisenpark starteten am Donnerstag und sollen bis Dienstag (25.2.) abgeschlossen sein. Aus Sicherheitsgründen bleiben in dieser Zeit alle vier Parkzugänge voll gesperrt.

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