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Kein Ersatz für Bahnhofsbäcker vor Sommer 2019

dzBahnhof Kamen

Kein Kaffee und keine Snacks am Bahnhof Kamen: Reisende befinden sich seit dem Aus der Bahnhofbäckerei vor einem halben Jahr auf einer Durststrecke. Die Nachfolgelösung lässt auf sich warten.

Kamen

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Reisende vermissen eine Einkaufsmöglichkeit für Snacks und Getränke am Bahnhof Kamen. Wo bis vor einem halben Jahr noch die Bäckerei Büsch lag, befindet sich immer noch eine leere Fläche im Foyer des Empfangsgebäudes. Bauzäune mit blauer Plane trennen den Bereich ab, sodass für Reisende nur noch der Fahrkartenschalter zugänglich ist. Die von der Deutschen Bahn angekündigte Nachfolgelösung – ein sogenannter „ServiceStore DB“ – ist bislang nicht in Sicht.

Reisende vermissen Bahnhofsbäcker

„Da tut sich nichts“, sagt Rosemarie Cibulski, die am Donnerstagmorgen auf den Zug wartet. Sie fahre regelmäßig mit der Bahn, und den Bäcker vermisse sie. So gehe es auch anderen Reisenden. „Im Winter habe ich mir dort einen schönen heißen Kaffee gekauft“, sagt Cibulski. Denselben Zug wie Cibulski will Marc Hartung bekommen. Der Azubi fände es schön, wenn es wieder eine Bäckerei gäbe. „Das macht auch optisch etwas her“, meint der Bahnpendler. Er persönlich vermisse den Bäcker jedoch nicht.

Einzig der von einer Agentur betriebene Fahrkartenschalter im Foyer ist noch geöffnet. Dort heißt es, dass Reisende sich immer mal wieder nach dem Bäcker erkundigen. Informationen über eine mögliche Neueröffnung lägen aber nicht vor. Im Oktober 2018 war das Aus für die Bäckerei Büsch zum Jahresende bekannt geworden. Daraufhin beschwerte sich der Grünen-Bundestagabgeordnete Friedrich Ostendorff bei Bahnvorstand Ronald Pofalla, der die Beschwerde durch den Konzernbevollmächtigten Werner Lübberink beantworten ließ: „Derzeit führen wir Verhandlungen mit einem möglichen Betreiber, erarbeiten die Planung für einen zeitgemäßen Ladenbau und die erforderlichen Genehmigungen zur baldigen Eröffnung des neuen Stores.“

Umbau im Sommer 2019

Von einer baldigen Neueröffnung kann ein halbes Jahr später allerdings keine Rede mehr sein. Und so erkundigte sich am 23. April der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek bei der Deutschen Bahn nach dem aktuellen Stand. Wieder antwortete Werner Lübberink und bestätigte mit Schreiben vom 29. Mai, das der Redaktion vorliegt, die Planungen für den „ServiceStore DB“. Der zukünftige Betreiber habe eine Planung eingereicht, die „im Sommer 2019 – nach Vorliegen aller Genehmigungen – baulich umgesetzt wird“.

Lübberink ordnet den geplanten „ServiceStore DB“ in die Reihe der schon abgeschlossenen Modernisierungen am Bahnhof ein. Rund 2,7 Millionen Euro waren in den vergangenen Jahren unter anderem in die Bahnsteig-Erhöhung und den Einbau von Aufzügen geflossen. Künftig sollen Reisende ein umfangreicheres Speisen- und Warenangebot vorfinden.

Tausende Pendler nutzen täglich den Bahnhof Kamen. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die ÖPNV-Nutzung attraktiv ist“, sagt Stadtsprecher Peter Büttner. Dazu gehöre auch ein passendes Nahversorgungsangebot.

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