Kamens kniffligste Kanalbaustelle an der Kirche: Startschuss für den Endspurt fällt in Kürze

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Letzter Bauabschnitt auf Kamens wohl kniffligster Kanalbaustelle, die es je gegeben hat: An der Margaretenkirche werden die letzten Rohre verlegt - vibrationsfrei, um keine Schäden anzurichten.

Kamen

, 10.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Letzter Bauabschnitt auf Kamens wohl kniffligster Kanalbaustelle. Die Arbeiten für den Kanal, der in direkter Nähe zur Margaretenkirche verläuft, befinden sich im Endspurt. Die denkmalgeschützte Kirche der Ev-Luth. Gemeinde ist bekannt für einen der ältesten Kirchendachstühle Westfalens.

Am 22. Juni geht nun die Firma Steinbrecher in die Vorarbeiten für den letzten Bauabschnitt, der dann Anfang Juli Fahrt aufnimmt. Dann frisst sich der Bagger noch einmal auf 50 Meter durch das Erdreich, damit der neue Kanal Lutherplatz und Otto-Prein-Straße verbinden kann.

Die Rohre liegen schon bereit. Der Kanal hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern und soll einige Jahrzehnte halten. Im Vergleich zum Alter der Margaretenkirche fast nur ein Wimpernschlag.

Die Rohre liegen schon bereit. Der Kanal hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern und soll einige Jahrzehnte halten. Im Vergleich zum Alter der Margaretenkirche fast nur ein Wimpernschlag. © Stefan Milk

Kanalbau-Kunststück an der Margaretenkirche gelungen

Mit einem aufwendigen Verfahren, vibrationsfrei und mit chirurgischer Genauigkeit, gelang bereits das Kunststück, den neuen Kanal an der Kirche vorbei zu legen.

Auf dem letzten Stück, das Lutherplatz und Otto-Prein-Straße verbindet, kommt aber nicht das sogenannte Micro-Tunneling-Verfahren zum Einsatz, sondern die traditionelle „offene Bauweise“. Das eigentlich klassische Verfahren, bei dem eine ganz normale Baugrube ausgehoben wird, ist aber an der Stelle auch noch einmal besonders: Es handelt sich um einen „hydraulisch eingepressten Kanaldielenbau“, wie Bernd-Josef Neuhaus, Leiter der Stadtentwässerung, sagt. Dabei wird der Verbau, mit dem die Baugrube abgesteckt wird, vorsichtig mit hydraulischen Stempeln in den Boden getrieben.

Die Kanalbaustelle war für einige Zeit nicht in Betrieb. Jetzt sollen die Arbeiten, die schon 2016 begonnen haben, zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die Kanalbaustelle war für einige Zeit nicht in Betrieb. Jetzt sollen die Arbeiten, die schon 2016 begonnen haben, zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. © Stefan Milk

Letzter Lückenschluss zur Otto-Prein-Straße

Auch mit diesem Verfahren soll gewährleistet werden, dass vibrationsfrei gearbeitet wird und kein Schaden an benachbarten Gebäuden entsteht, vor allem nicht an der Margaretenkirche. „Es ist der letzte Lückenschluss“, so Neuhaus über die Baustelle, die schon Mitte Juni 2016 in Betrieb genommen wurde. Weil es Unsicherheiten gab, welches Bauverfahren an der heiklen Stelle das richtige ist, gab es nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Juli 2017 eine längere Unterbrechung, bevor im Mai 2019 der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen wurde. Abgeschlossen wird dieser nun voraussichtlich Ende des Jahres.

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Kopfsteinpflaster liegt noch unter der Asphaltdecke

Besonderheit auf den letzten 50 Metern: Dort liegt noch Kopfsteinpflaster unter der Asphaltdecke. Beim sogenannten Voraushub, der am 22. Juni beginnen soll, wird zunächst der Naturstein bis in die Tiefe von ca. 50 Zentimentern aufgenommen, bevor dann mit den hydraulisch eingepressten Gruben weitergearbeitet wird. „In den Verbau kann kein Grundwasser einlaufen, die Nachbargebäude sind geschützt“, sagt Neuhaus. Für die nächsten ca. 80 Jahre ist dann der Kanal dort gesichert. Das ist für die ca. 800 Jahre alte Kirche fast nur ein Wimpernschlag.

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