Kamenerin (24) wird von ihrem Ex-Freund misshandelt – und nimmt ihn dann in Schutz

dzAmtsgericht Kamen

Aus Liebe log eine junge Kamenerin vor Gericht und nahm ihren gewalttätigen Exfreund so in Schutz. Doch der Richter glaubte ihr kein Wort.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 15.01.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Verlustängste und Liebe trieben eine 24-jährige Kamenerin dazu, für ihren Exfreund zu lügen. Er musste sich verantworten, weil er sie misshandelt hatte. Das brachte die junge Frau nun selbst auf die Anklagebank.

Rückblende: Im Streit trat und schlug ihr Exfreund im Mai 2018 auf sie ein. Zeugen informierten die Polizei. Ende 2018 stand er deshalb wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht. In dieser Verhandlung bestritt die 24-Jährige, dass er ihr Gewalt angetan hätte.

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Sie hätten sich lediglich gestritten und gegenseitig geschubst. Der Richter schenkte ihr keinen Glauben und verurteilte ihn. Eine Berufungskammer des Dortmunder Landgerichts stellte das Verfahren gegen ihn später allerdings mit Blick auf eine andere Verurteilung ein. Das änderte aber nichts an den Folgen für die Kamenerin.

Die Angeklagte wollte ihren Freund zurückgewinnen

Versuchte Strafvereitelung und Falschaussage wurden ihr nun in ihrem eigenen Prozess vor dem Amtsgericht zur Last gelegt. Sie räumte die Lüge ein und fügte hinzu: „Liebe und ich wollte ihn wiederhaben.“ Der Richter griff ein: „Sie müssen sich nicht verdreschen lassen. Das haben Sie nicht nötig.“

Für sie, die ernsthaft Angst hatte, im Gefängnis zu landen, endete der Fall mit einer Verwarnung und einer vorbehaltenen, also quasi zur Bewährung ausgesetzten, Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

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