Kamener Vize-Bürgermeister Köhler will nicht noch einmal antreten

dzKommunalwahl 2020

Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hat zwei Stellvertreter. Einer davon, Martin Köhler (SPD), hat jetzt erklärt, dass er nicht mehr für den Rat kandidieren will. Auch sein Parteikollege Manfred Wiedemann hat eine Entscheidung getroffen.

Kamen

, 13.01.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vizebürgermeister Martin Köhler (SPD) will in den Ruhestand gehen. Nach vier Jahren als Ratsmitglied und drei Jahren im Amt des stellvertretenden Stadtoberhaupts möchte der 67-Jährige nur noch bis zur Kommunalwahl weitermachen. Das Ratsmitglied hat sich entschieden, nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren. „Ich werde 68 Jahre alt und möchte mich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurückziehen“, begründet der Heerener seine Entscheidung.

SPD-Urgestein Wiedemann will weitermachen

Die hauptamtliche Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hat zwei ehrenamtliche Stellvertreter. Manfred Wiedemann (SPD), erster stellvertretender Bürgermeister, ist noch nicht amtsmüde. Der 70-Jährige ist seit 2007 im Amt und gehört seit 2004 dem Stadtrat an. Bei der Kommunalwahl 2020 will er sich vorbehaltlich einer Nominierung durch die SPD erneut um ein Ratsmandat bewerben. „Ich bin zu einer erneuten Kandidatur für den Stadtrat bereit“, sagte Wiedemann. Das SPD-Urgestein ist auch als früherer Betriebsratsvorsitzende der Zeche Monopol und ehemaliger Box-Westfalenmeister stadtbekannt. Führende SPD-Politiker gehen davon aus, dass Wiedemann erneut als Ratskandidat aufgestellt wird. „Der Manni ist fit und sehr engagiert“, heißt es.

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Wernings Rücktritt führte zu Köhlers Wahl

Kuriose Umstände führten 2017 dazu, dass Martin Köhler zweiter stellvertretender Bürgermeister wurde. „Ich habe in meinem Leben weder gedacht, in den Stadtrat zu kommen, noch stellvertretender Bürgermeister zu werden“, sagt er rückblickend. Zunächst rückte Köhler 2016, zwei Jahre nach der Kommunalwahl, als Ersatzkandidat für ein ausgeschiedenes Ratsmitglied in den Stadtrat nach. 2017 trat überraschend die damalige Vize-Bürgermeisterin Bettina Werning (Grüne) zurück, weil gegen sie wegen Betrugs ermittelt wurde. Erst im Dezember 2019 wurde sie verurteilt. Die SPD machte nach Wernings Rücktritt den eigenen Anspruch auf den Posten geltend, sodass Köhler gewählt wurde.

Der 67-Jährige will auch sein Amt als Vorsitzender der SPD Heeren-Werve zur Verfügung stellen. Für seinen Rückzug führt er gesundheitliche und familiäre Gründe an. „Eine Augengeschichte belastet mich sehr“, sagte der frühere RAG-Personalkaufmann. Künftig will er mehr Zeit für die Familie und seine Rolle als Großvater haben. Und auch für sein Hobby: Köhler ist Amateurfunker – und nimmt dazu auch schon mal Kontakt zur Antarktis auf.

Nicht vom Bürger direkt gewählt

Stellvertretende Bürgermeisterinnen und Bürgermeister werden nicht von den Bürgern direkt, sondern vom Stadtrat aus den Reihen der Ratsmitglieder gewählt. Sie vertreten die Bürgermeisterin bei der Leitung der Ratssitzungen und bei der Repräsentation. Die Machtverhältnisse im Stadtrat ließen beide Stellvertreter-Posten bislang der SPD zufallen. In früheren Jahren hatte die SPD den zweiten Stellvertreterposten der CDU (Dirk Ebbinghaus) und den Grünen (Bettina Werning) zugestanden.

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