Kamener Stadtrat beschließt Kombibad-Bau – aber Fragezeichen bleiben

dzGrundsatzbeschluss

Kamen wird einen Schwimmbad-Neubau errichten, aber erst die Finanzierbarkeit klären – das hat der Stadtrat mit Stimmen von SPD und FW/FDP beschlossen. Ein Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren soll geprüft werden.

Kamen

, 26.09.2019, 19:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kamener Stadtrat hat vorbehaltlich der Finanzierbarkeit den Bau eines neuen Ganzjahres-Schwimmbads in Kamen-Mitte beschlossen. Das bislang auf 28 Millionen Euro geschätzte „Kombibad“ soll nach dem aktuellen Planungsstand auf dem Gelände des heutigen Freibads Kamen-Mitte realisiert werden.

Der Grundsatzbeschluss kam mehrheitlich mit den Stimmen der SPD und der Freien Wähler/FDP zustande. Ein weiterer Beschluss mit Stimmen von SPD, CDU, Grünen und Linke/GAL fügte den Auftrag hinzu, Möglichkeiten zum Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve zu prüfen. Zuvor war ein Einzelantrag der CDU gescheitert, die einen Beschluss zum Erhalt der Kleinschwimmhalle herbeiführen wollte.

In einem nächsten Schritt wird nun erwartet, dass Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) frühestens in der nächsten Ratssitzung im November einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet. Vor einem Baustart sind noch Feinplanungen und ein endgültiger Beschluss erforderlich.

SPD für Kombibad und offen für Erhalt der Kleinschwimmhalle

Die SPD warb für den Neubau des Kombibads. „Wir wollen das Kombibad, weil wir das Schwimmen erhalten wollen für alle Kamener“, sagte Fraktionschef Daniel Heidler. „Wir wollen Fördermöglichkeiten prüfen und eine Endzustimmung haben, wenn ein Finanzierungsplan vorliegt.“

Fast ein Jahr nach Vorstellung der ersten Architektenpläne bleibt unklar, wie das Bad finanziert werden soll. „Es fehlen Zahlen, was auch der Grund ist, warum uns die Verwaltung immer noch keinen Grundsatzbeschluss vorgelegt hat. Die SPD prescht vor und hat eher Probleme, den Erhalt der Kleinschwimmhalle zu beschließen“, sagte CDU-Fraktionschef Eisenhardt.

CDU will schon jetzt klares Ja für die Kleinschwimmhalle

Genau das hatte die CDU am vorherigen Punkt der Tagesordnung gefordert. „Wir möchten ein deutliches Ja des Rats zur Kleinschwimmhalle erreichen“, sagte Eisenhardt. „Wir würden sagen: Ja, aber“, sagte SPD-Fraktionschef Heidler. „Erst wenn die Frage des Kombibads geklärt ist, können wir über die Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve reden.“

In der anschließenden Diskussion zum Kombibad bekräftigten Anke Dörlemann (Bündnis 90/Die Grünen) die Kostenbedenken gegen das Millionenprojekt. Heike Schaumann (FW/FDP) unterstützte das Kombibad-Projekt als unter gegebenen Umständen sinnvollste Lösung. Die Zukunft der Kleinschwimmhalle sieht sie nicht in kommunaler, sondern in privater Trägerschaft. Eine Lösung, die sich auch die SPD offen halten will. Die Linke/GAL ist gegen ein Kombibad: Fraktionschef Klaus-Dieter Grosch argumentierte mit kommunaler Daseinsvorsorge.

Joachim Eckardt (SPD) mahnte dringenden Handlungsbedarf an. „Die Bevölkerung ist die endlose Diskussion leid“, meinte er.

In einer früheren Version dieses Artikels waren die geschätzten Kosten für das Kombibad mit 28 Millionen Euro netto bezeichnet. Dies ist jedoch ein Brutto-Betrag.
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