Wenn es nach Denis Aschhoff, dem Kamener SPD-Stadtverbandsvorsitzenden geht, soll es keine Vorgaben und keine Vorab-Absprachen geben bei der Wahl eines Landtagskandidaten oder einer -kandidatin. © Stefan Milk
Politik

Kamener SPD-Chef gegen Vorabsprachen zur SPD-Landtagskandidatur

Wen die SPD im heimischen Landtagswahlkreis zur Wahl stellt, ist völlig offen. Der SPD-Stadtverband Kamen jedenfalls will weder Vorgaben für die Delegierten machen, noch Vorabsprachen treffen.

Eine Frau und zwei Männer bewerben sich darum, SPD-Landtagskandidat(in) für den zurückgetretenen Rüdiger Weiß im Mittelkreis zu werden. Wer bei der Landtagswahl im kommenden Frühjahr antritt, scheint jedoch völlig offen zu sein. Silvia Gosewinkel (35) aus Bönen und Dr. Oliver Schmidt-Formann (52) aus Hamm-Herringen sind bereits offiziell von ihrem Gemeindeverband bzw. vom Ortsverein nominiert worden. In Bergkamen hat sich die SPD nach dessen eigener Aussage auf den Stadtverbandsvorsitzenden André Rocholl geeinigt.

Bei der Konstellation in der Wahlkreisdelegiertenkonferenz der SPD für den Wahlkreis Unna III-Hamm II kommt den Stimmen aus Kamen eine entscheidende Bedeutung zu, zumal der Kamener SPD-Stadtverband selbst niemanden ins Renne schickt.

Der Kamener SPD-Stadtverbandsvorsitzende Denis Aschhoff spricht sich aber gegen eine Vorab-Festlegung auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus. Politische Absprachen vorab mit den Sozialdemokraten aus einer der anderen Kommunen soll es nicht geben, versicherte Aschhoff. Es soll auch keine Festlegung aufgrund anderer Kriterien geben – zum Beispiel, dass unbedingt eine Frau nominiert werden soll.

Delegierte sollen sich vorab selbst ein Bild machen

Nach seinen Angaben sollen sich zumindest die Kamener Delegierten vorab selbst ein Bild machen, wen sie für den oder die Beste halten, um für die SPD im Wahlkreis anzutreten. Die erste Gelegenheit vor der Wahlkreisdelegiertenkonferenz bot sich an diesem Montag in der Kamener Stadthalle. Der SPD-Unterbezirksvorstand hatte zu einer Vorstellungsrunde eingeladen. „Die Delegierten sollen ihren Eindruck sacken lassen und sich nicht spontan entscheiden müssen“, sagte Aschhoff.

Die Delegierten sollen sich einen persönlichen Eindruck verschaffen und dann die Person wählen, die sie für die Kandidatur am besten geeignet halten. Es könnte also durchaus sein, dass die Kamener Delegierten gar nicht geschlossen abstimmen. „Das ist aber auch am demokratischten“, meint Aschhoff. Absprachen vorab seien „nicht mehr zeitgemäß“ und würden von den Wählern auch eher abgelehnt, meint er. Auch dass es mehrere Kandidaten zur Auswahl gibt, findet er gut.

Damit dürfte die Delegiertenkonferenz am 10. November in der Kamener Stadthalle eine überaus spannende Veranstaltung werden. Eine Mehrheit hat keiner der Stadt-, Gemeinde- und Ortsverbände, die eine Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen um die Landtagskandidatur schicken.

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Redaktion Bergkamen
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Michael Dörlemann

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