Kamener Jugendfeuerwehr macht Autobrände zum Übungsszenario

dzEinsatz auf Firmengelände

Mehrere Autobrände in Kamen sind ungeklärt. Die Jugendfeuerwehr hat jetzt geübt, einen folgenschweren Fahrzeugbrand zu löschen. Für Gesprächsstoff sorgt der Fall eines zündelnden Feuerwehrmanns.

Kamen

, 24.08.2019, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 30 Jugendfeuerwehrleute im Alter zwischen zehn und 17 Jahren sowie 14 Betreuer haben sich am Samstag auf dem Gelände der Firma Kareima im Technopark Kamen versammelt. Ungeachtet des aufsehenerregenden Falls eines früheren Jugendfeuerwehrmanns, der Brände gelegt haben soll, heißt es nun, bei der sogenannten Stadtübung zur Tagesordnung überzugehen.

Das Szenario der Übung erinnert stark an echte Einsätze, die es in jüngerer Zeit für die Kamener Feuerwehr gegeben hat. Es geht um ein parkendes Fahrzeug, das in Flammen steht, und das Feuer greift auf ein Gebäude über. In Kamen sind mehrere Autobrände noch ungeklärt. Auch das Feuer, das Anfang 2018 das Perthes-Zentrum in Südkamen beschädigte, ging von einem angezündeten Fahrzeug aus. Der Täter ist unbekannt.

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Stadtübung der Jugendfeuerwehr Kamen

Die Kamener Jugendfeuerwehr hat bei ihrer alljährlichen großen Übung den Brand in einem Firmengebäude simuliert. 30 Jugendfeuerwehrleute und 14 Betreuer waren im Einsatz.
24.08.2019
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Kamener Jugendfeuerwehrleute entnahmen Wasser aus Hydranten und setzten acht Strahlrohre sowie per Drehleiter einen „Wasserwerfer“ ein.© Marcel Drawe
Das Übungsszenario: Ein Firmenfahrzeug brennt unter einer Remise. © Marcel Drawe
Stadtübung der Jugendfeuerwehr Kamen: Bei Eintreffen der ersten Einheiten hat sich der vollentwickelte Fahrzeugbrand bereits auf eine angrenzende Halle ausgebreitet.© Marcel Drawe
Stadtübung der Jugendfeuerwehr: Mitarbeiter müssen in Sicherheit gebracht werden.© Marcel Drawe
Stadtübung der Jugendfeuerwehr Kamen: Vorbereiten und Sortieren für den Innenangriff.© Marcel Drawe
Die Drehleiter wird für eine sogenannte Schleifkorb-Rettung vorbereitet.© Marcel Drawe
Einsatzleiter beobachtet die Maßnahmen, die die Jugendfeuerwehrleute ergreifen.© Marcel Drawe
Hier wird die Bergung eines Dummys von einem tiefergelegenen Wirtschaftsweg mittels Schleifkorb und Drehleiter geübt.© Marcel Drawe
Auch die Rettung von Verletzten aus dem Gebäude stand auf dem Übungsplan.© Marcel Drawe
Die Drehleiter im Einsatz bei der Stadtübung der Jugendfeuerwehr Kamen.© Marcel Drawe
Betreuer der Jugendfeuerwehr spielen aufgebrachte Mitarbeiter.© Marcel Drawe
Das war keine Trockenübung. Das kühle Nass war dabei bei den hohen Außentemperaturen willkommen.© Marcel Drawe
Auch Bürgermeisterin Elke Kappen probierte sich als Feuerwehrfrau aus.© Marcel Drawe

Ein 20 Jahre altes ehemaliges Jugendfeuerwehrmitglied, ein Mitglied der Südkamener Feuerwehr, hat gestanden, wiederholt einen Müllcontainer am Standort Schöner Fleck/Unnaer Straße angezündet zu haben. Das Entsetzen über seine mutmaßlichen Taten wird greifbar, wenn man mit dem Chef der Jugendfeuerwehr, Volker Rost, spricht. „Wir sind als Feuerwehr betroffen davon, dass ein Kamerad das gemacht haben soll. Das ist für uns schockierend“, sagt der Jugendfeuerwehrwart. Zu der Person des Verdächtigen und seiner Laufbahn bei der Feuerwehr will er nichts sagen.

Fünf Taten, die Brände des Abfallcontainers am 27. Juni, 23. Juli, 13. August, 14. August und 18. August, gehen laut Geständnis auf das Konto des 20-Jährigen. Die Ermittlungen der Polizei zielen darauf ab zu klären, ob der Verdächtige noch weitere Taten begangen hat, zum Beispiel Autos und andere Müllbehälter angezündet hat. Das ist bislang nicht auszuschließen. „Wir haben fünf zugegebene Taten und ermitteln auch in dem anderen Bereich“, sagt Hauptkommissar Bernd Pentrop, der Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna.

Wie gefährlich so ein brennendes Auto werden kann, führt die Stadtübung vor Augen. Das Szenario beschreibt Betreuer Volker Rost so: Ein Firmenfahrzeug brennt unter einer Remise. Bei Eintreffen der ersten Einheiten hat sich der vollentwickelte Fahrzeugbrand bereits auf eine angrenzende Halle ausgebreitet. Eine weitere Halle ist verraucht. Zehn Mitarbeiter des Unternehmens werden innerhalb der Hallen vermisst.

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Aber auf die Jugendfeuerwehr ist Verlass. Sie rückt mithilfe der Betreuer mit vier Löschfahrzeugen, einem Rüstwagen, Drehleiter und einem Einsatzleitwagen an. Trupps gehen unter Atemschutz in das Gebäude, während von außen und innen gelöscht wird. Es gibt ein Happyend: „Letztendlich konnten alle vermissten Personen gerettet werden“, so die Einsatzbilanz. Auch das Fahrzeug und die Halle werden gelöscht, eine zweite Halle bleibt verschont.

Die aufwendig vom Löschzug Kamen-Mitte/Südkamen vorbereitete Stadtübung am Ende der Sommerferien ist ein Höhepunkt im Dienst eines Jugendfeuerwehrmanns. Die Mission eines jeden Einzelnen: Menschen retten, Brände löschen, Schaden abwehren.

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