Kamener Firma Vahle schickt Mitarbeiter in Shanghai ins Home-Office

dzCoronavirus

Mitten in Shanghai liegt eine der wichtigsten Standorte des Kamener Unternehmens Vahle im Ausland. Die grassierende Coronavirus-Epidemie wirkt sich auf die Mitarbeiter dort aus – und verhindert Dienstreisen.

Kamen

, 06.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bürohochhaus mitten in Shanghai, zwischen dem olympischen Stadion und Jiaotong-Universität gelegen: Dort befindet sich die Auslandsniederlassung eines Kamener Unternehmens. Genauer gesagt: der Sitz der Vahle Mobilizing Electrification (Shanghai) Co,.Ltd.

Die Kontakte zwischen den Kollegen in Shanghai und dem Hauptsitz des Unternehmens an der Westicker Straße in Kamen muss sich derzeit auf Kommunikationswege wie Telefon, Messenger oder E-Mails beschränken. Denn Reisepläne sind durch die Coronavirus-Epidemie in China vorerst auf Eis gelegt worden.

Schulen und Geschäfte geschlossen

Obwohl Shanghai nicht in der Quarantänezone um die besonders betroffenen Städte wie Wuhan im Landesinneren liegt, ist das öffentliche Leben durch die Maßnahmen der Regierung gegen die neuartige Lungenkrankheit teilweise lahmgelegt. Alle Schulen in der Hafenstadt bleiben mindestens bis Ende Februar geschlossen, auch Geschäfte sind zu.

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Das wirkt sich indirekt auch auf Vahle China aus. Die Mitarbeiter vor Ort arbeiten derzeit nicht im Büro, sondern aus dem „Home-Office“, wie ein Vahle-Sprecher auf Anfrage berichtete. Vorher seien die Büros aufgrund des chinesischen Neujahrsfests geschlossen gewesen. Reisen von Vahle-Mitarbeitern nach und aus China seien aufgrund der aktuellen Situation auf absehbare Zeit nicht geplant. Und selbst wenn: Die Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines haben ihre Verbindungen von und nach Peking und Shanghai bis zum 29. Februar gestrichen.

Zwei Drittel des Umsatzes im Ausland

Die Paul Vahle GmbH & Co. KG, deren Gründer als Erfinder der Stromschiene bekannt ist, stellt Energie- und Datenübertragungssysteme für mobile Industrieanwendungen her. Zwei Drittel des Umsatzes, insgesamt rund 132 Millionen Euro, machte das in über 50 Ländern vertretene Unternehmen im Jahr 2018 im Ausland. Weltweit hat Vahle 739 Mitarbeiter, eine ungenannte Zahl in China.

Die amerikanischen und asiatischen Märkte sind für Vahle besonders wichtig, was sich daran ablesen lässt, dass die größten Vahle-Vertriebstöchter in Houston/USA und in Shanghai/China liegen. Größere Aufträge in China waren die elektrische Umrüstung von dieselbetriebenen Kränen im Containerhafen von Hongkong und die Ausstattung der Magnetschwebebahn Transrapid mit Stromschienen.

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Alle Mitarbeiter wohlauf

Die Vahle-Filiale in Shanghai – es gibt dort keine Produktionsstätte – liegt über 800 Kilometer östlich der besonders vom Coronavirus-Epidemie betroffenen Metropole Wuhan im Landesinneren. In der Hafenstadt mit 23 Millionen Einwohnern waren am Mittwoch laut Medienberichten 243 bestätigte Coronavirus-Fälle bekannt. Vahle-Mitarbeiter wurden bislang von der ansteckenden Krankheit verschont. „Wir stehen mit allen Mitarbeitern in ständigen Kontakt. Alle Mitarbeiter sind wohlauf und niemand ist vom Virus betroffen“, so der Vahle-Sprecher.

Bei dem Kamener, der vorige Woche den ersten Coronavirus-Verdacht im Kreis Unna ausgelöst hatte, handelt es sich nicht um einen Vahle-Mitarbeiter.

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