Humor tut jetzt gut: Gedichte eines Kamener Feuerwehrmannes laden zum Schmunzeln ein

dzVolker Rost

Der Kamener Volker Rost ist nicht nur Feuerwehrmann, sondern er schreibt auch Gedichte. Sie sind witzig, herrlich ehrlich und teilweise ziemlich frech. Genau das Richtige in diesen Zeiten.

Kamen

, 07.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für mich ist das Entspannung und keine Verpflichtung. Wenn ich mich hinsetze und mir Texte überlege, dann bin ich immer in einer anderen Welt“, sagt Volker Rost. Er liebt es zu dichten.

Schon als Kind verschlang er die Gedichte von Wilhelm Busch und Heinz Erhardt – genau wie die seines Vaters. Denn auch der „versteht es seit jeher, Texte in Reime zu formen, was mir schon immer gefallen hat“, sagt Rost, der in Kamen bekannt ist, wie ein bunter Hund.

Ein Hoch auf Export-Bier

Ach, in Kummer tief versunken
hab ich ein Export getrunken.
Noch ein zweites hinterher.
Kummer hab‘ ich jetzt nicht mehr.
VOLKER ROST

Der 48-Jährige ist in der Sesekestadt aufgewachsen, seit 1983 bei der Feuerwehr, seit fünf Jahren Stadtjugendfeuerwehrwart und seit 2009 Pressesprecher.

Und wer so viel erlebt, der hat freilich auch viel, worüber er schreiben kann. Das Tolle an Rosts Gedichten: Sie sind lustig.

Kamener Feuerwehrmann Volker Rost schreibt lustige Gedichte

Während sein Vater über die Natur schreibt, bringt Rost amüsante Zeilen aufs Papier – beziehungsweise auf den Bildschirm. Denn Rost veröffentlicht seine Texte bei Facebook und hat über diesen Kanal viele positive Rückmeldungen bekommen.

Das verwundert kaum, denn allein die Titel vieler Gedichte bringen einen unwillkürlich zum Schmunzeln. „Von dem Fräulein mit dem Damen-Bart“, „Von der Laterne, die fort wollte“, „Volkers Ode an die Autobahn“, „Von Mayonnaise und Sommerwärme“ oder auch „Vom Urinal, das keins mehr sein wollte“ sind nur eine kleine Auswahl.

Insgesamt sind schon 126 DIN-A4-Seiten zusammengekommen.

Es sind Seiten, die gute Laune machen – und vielleicht gerade in der Corona-Krise das Richtige fürs Gemüt sind. Das findet auch Rost.

Volker Rost veröffentlicht seine Gedichte seit Jahren bei Facebook. In seinem digitalen Bekanntenkreis kommen die witzigen Zeilen gut an.

Volker Rost veröffentlicht seine Gedichte seit Jahren bei Facebook. In seinem digitalen Bekanntenkreis kommen die witzigen Zeilen gut an. © Stefan Milk

Er hatte seine Gedichte gerade binden lassen, als die Epidemie das Land erfasste. Das brachte Rost auf eine Idee. Er habe in den vergangenen Tagen von Menschen gehört, die Bilder malen und an Senioren- und Pflegeheime schicken. „Das hat mich sehr beeindruckt, und so habe ich mir eben etwas Ähnliches überlegt: Malen kann ich zwar nicht, aber Gedichte schreiben“, so Rost.

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Amüsante Zeilen für die Bewohner in Pflegeheimen

Und so hat er seine Bücher per Post an insgesamt 13 Pflege- und Seniorenheime in Kamen und in der Umgebung geschickt. Enthalten sind Zeilen, die „zumeist heiter, sarkastisch und spitzzüngig“, aber teilweise auch tiefsinnig, zeitkritisch und zuweilen persönlich sind – so beschreibt Rost selbst seine Gedichte.

Einige der Gedichte reichen über mehrere Seiten, andere nehmen nur ein paar Zeilen in Anspruch – eben so, wie es Volker Rost gerade in den Sinn kommt.

Einige der Gedichte reichen über mehrere Seiten, andere nehmen nur ein paar Zeilen in Anspruch – eben so, wie es Volker Rost gerade in den Sinn kommt. © Stefan Milk

Die arme Ratte

Ins Kabel biss die Ratte
dann starb sie ungewollt;
der Grund: Das Kabel hatte
knapp 15-tausend Volt.
Volker Rost

Und nun sollen seine Weisheiten über Handwerk und Brandschutz, die Liebeserklärung an eine Fliegenklatsche, ein Gruß an den „Winke-König“ Prinz Harry, Erfahrungsberichte aus der Tanzstunde, „Volkers Sprit-Spar-Philosophie“ und vieles mehr die ältere Menschen aufmuntern. Was sicherlich funktionieren wird, so die Texte ihr Ziel überhaupt erreichen.

Auch Rost hat sich schon gefragt, ob das trotz Kontaktverbot überhaupt machbar ist. „Aber ich habe die Hoffnung, dass es vielleicht doch Möglichkeiten gibt, zum Beispiel durch Vorlesen; vielleicht gibt es ja doch noch Gruppenrunden. Eben mit dem gebotenen Abstand“, so Rost.

Er hofft jedenfalls, dass seine Zeilen die Bewohner auf irgendeinem Wege erreichen: „Wenn es gelänge, dass meine Gedichte auch nur zu einem kurzen Lächeln oder Schmunzeln in den Gesichtern der Senioren- und Heimbewohner und zu ein wenig Kurzweil führen in einer Zeit, in der wir alle wenig zu lachen haben dann wäre ich sehr froh.“

Volker Rost war schon als Kind begeistert von den Gedichten Heinz Erhardts und Wilhelm Busch.

Volker Rost war schon als Kind begeistert von den Gedichten Heinz Erhardts und Wilhelm Busch. © Stefan Milk

Wer ebenfalls etwas Aufheiterung gebrauchen könnte, kann den Gedichtsband von Volker Rost erwerben. Der Hobby-Poet ist via E-Mail an vrost@helimail.de zu erreichen. Der Band kostet mindestens fünf Euro. Mindestens, weil man den Betrag beliebig aufstocken darf – der Erlös kommt der Jugendfeuerwehr zugute.
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