Als der Kamener seine Tank-Rechnung nicht bezahlt, kommt eine weitere Straftat ans Licht

dzGericht Kamen

Ein Kamener fuhr 900 Meter zur Tankstelle und tankte dort das Auto für seinen Mitarbeiter. Dass er für das Auftanken nicht bezahlen konnte, war nicht sein einziges Vergehen.

von Jana Peuckert

Kamen

, 12.03.2020, 12:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Etwa 900 Meter war ein Mann aus Kamen ohne Fahrerlaubnis gefahren. Zu sieben Monaten Haft verurteilte ihn der Richter im Amtsgericht Kamen am Mittwoch dafür. Dabei hatten Ermittler den 51-Jährigen gar nicht wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern wegen Betruges ins Visier genommen.

Hier nun die ganze Geschichte, wie sie der Angeklagte dem Gericht präsentierte. Als Selbstständiger war der Kamener auf jeden Auftrag angewiesen. Da er aber keine Fahrerlaubnis hat, stellte er einen Mitarbeiter ein, der sämtliche Fahrten für ihn übernahm. Auch am 28. Juni vergangenen Jahres sollte der Angestellte eine wichtige Tour fahren.

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Doch der Mann kam nicht, weil er verschlafen hatte. Aus Angst, den Kunden verlieren zu können, setzte sich der Angeklagte verbotener Weise selbst ans Steuer, um den Wagen schon einmal zu betanken, damit das nicht auch noch der ohnehin verspätete Mitarbeiter machen musste.

Kamener kann seinen Sprit nicht bezahlen

Nach etwa 900 Metern hatte der Angeklagte die Tankstelle erreicht. Er befüllte das Fahrzeug, war jedoch nicht in der Lage, den Sprit auch zu bezahlen. Er versprach, dies am Folgetag nachzuholen. Doch das tat er nicht, woraufhin die Pächterin Anzeige wegen Betruges erstattete. Im Rahmen der Ermittlungen kam dann ans Licht, dass der 51-Jährige gar nicht hätte fahren dürfen.

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„Da habe ich einen ganz großen Fehler gemacht“, räumte der Kamener ein. Nicht sein erster Fehltritt, wie acht Eintragungen im Vorstrafenregister zeigen. Die Hälfte davon hatte der Kamener wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis bekommen. Darüber hinaus hat er sich bereits wegen Diebstahls, Schwarzfahrten, Betruges und Kennzeichenmissbrauchs strafbar gemacht. Mehrfach hatte der Angeklagte Bewährungsstrafen kassiert.

Doch diese Chance gab es dieses Mal nicht. „Sie haben bewiesen, dass Sie sich durch Urteile nicht abschrecken lassen“, begründete der Richter seine Entscheidung. Zu den sieben Monaten Haft gab es auch noch eine dreijährige Fahrerlaubnis-Sperre.

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