Kamener (35) stiehlt Fahrräder an Gesamtschule und Gymnasium

dzGericht

Ein Gelegenheitsdieb stahl Fahrräder – unter anderem an der Gesamtschule und am Gymnasium in Kamen. Nur das geklaute Waschbecken aus einer Tankstelle fällt als Beutestück aus der Reihe.

von Sylvia Mönnig

Kamen, Unna

, 17.06.2020, 13:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn sich die Gelegenheit bot, griff ein Kamener zu und nahm mit, was ihm gefiel oder was er gerade gebrauchen konnte. Die Diebstähle brachten den 35-Jährigen nun vor Gericht. Dort erhielt er die tatsächlich allerletzte Chance.

Ein schwebendes Verfahren wegen schweren Diebstahls konnte den Mann, der seine kriminelle Karriere erst im vergangenen Jahr startete, nicht schocken. Auch nicht die Bewährungsstrafe, die er schließlich erhielt. Der 35-Jährige machte munter weiter und scheute sich auch nicht davor, Dinge zu erbeuten, die durchaus skurril anmuteten. So stahl er im vergangenen August aus dem Toilettenraum einer Tankstelle an der Lünener Straße in Kamen ein Handwaschbecken und das dazu passende Untertischgerät. Danach verschlug es ihn in die Straße Schöner Fleck, wo er aus einer Garage eine Vespa und ein Fahrrad klaute. Darüber hinaus stahl er vom Fahrradparkplatz der Gesamtschule und vom Gelände des Gymnasiums an der Hammer Straße zwei weitere Drahtesel.

Dieb: Vespa gefiel mir gut

Im Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht stand der Kamener nun zu seinen Taten und begründete sie auch. Das Waschbecken aus der Tankstellen-Toilette habe er genommen, weil ihm sein Vermieter gekündigt habe und in dem Zuge ein neues Becken gefordert habe. Das Untertischgerät habe er halt gleich mitgenommen. Die Vespa habe ihm einfach so gut gefallen – zumal ihm sein eigener Roller vor der Tür gestohlen worden sei. Die Räder habe er auch geklaut. Die Gelegenheiten seien günstig gewesen. Auch sprach der 35-Jährige offen über seine Schulden, deren wahre Höhe er gar nicht beziffern konnte.

Neue Chance durch Bewährungsstrafe

Seine Ehrlichkeit, Jahrzehnte ohne Straftaten und die Lage, in der er sich damals befand, bewahrten ihn ein letztes Mal vor dem Gefängnis. Unter Einbeziehung der alten Bewährungsstrafe wurde er für den ersten Teil der aktuellen Taten zu eineinhalb Jahren und für den zweiten Teil zu weiteren neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Schöffenrichter Jörg Hüchtmann redete Tacheles: „Die Chance kriegen Sie nie wieder. Machen Sie etwas davon.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Brameyer Straße
Schlagloch sei Dank: Bürger beenden hartnäckigen Kampf um Tempo 30 zunächst erfolgreich
Hellweger Anzeiger Test-Einkäufe
Mehrwertsteuer-Senkung: Was der Warenkorb im Supermarkt vorher und nachher kostet
Hellweger Anzeiger Energieversorgung
GSW geben Steuersenkung weiter: Bürger zahlen weniger für Strom, Wasser und Gas