„Ist Corona jetzt vorbei?“ In den Kitas herrscht (fast) wieder Regelbetrieb

dzKitas und Corona

Eltern und Erzieherinnen in Kitas mussten in den vergangenen Wochen und Monaten viel leisten. Die Betreuungszeiten waren eingeschränkt, Seit dieser Woche läuft der Betrieb wieder normaler. Die Freude ist groß.

Kamen

, 21.08.2020, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ist Corona jetzt vorbei?“ Das fragte ein Kind der Kamener Kita Heilige Familie, nachdem die Flatterbänder auf dem Spielplatz abgenommen worden waren. Zuvor durften die Kinder nur in kleinen Gruppen in abgetrennten Bereichen spielen, wie Leiterin Heike Radtke erkärt. Seit dieser Woche herrscht in der Kita wieder Regelbetrieb – zumindest beinahe.

Masken müssen die Kinder nicht tragen und „Abstand halten geht gar nicht“, sagt Heike Radtke. Die Kinder spielen immerhin miteinander und die Nase aus der Entfernung putzen ginge auch nicht. Doch so lange die Erwachsenen untereinander Abstand halten, ist das auch rechtens.

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Denn das Familienministerium NRW erlaubt es Kindertageseinrichtungen seit dieser Woche, dass Kinder untereinander sowie Erzieher und Kinder keinen Abstand zueinander halten müssen. Das sei nicht möglich, heißt es auf der Seite des Ministeriums. Auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken sei für kleine Kinder nicht umsetzbar.

Alltagshilfe unterstützt Kita in Kamen während der Corona-Krise

Einige Einschränkungen gibt es aber noch. „Die Kinder spielen miteinander, aber sie sollen sich nicht gegenseitig ins Gesicht fassen“, sagt Silvia Mühlhaus, Leiterin der Kita St. Marien Kamen-Kaiserau. Umzusetzen ist das freilich nicht ganz so einfach, obwohl die Erzieherinnen die Kinder ständig darauf hinweisen.

Weiterhin wird großer Wert auf Hygiene gelegt. „Das war bei uns schon vorher so, die Kinder singen ‚Alle meine Entchen‘ und sollen sich so lange die Hände waschen“, so Mühlhaus.

Heike Radtke ist die Leiterin der Kita Heilige Familie in Kamen, in der es seit dieser Woche wieder etwas lockerer zugeht. Abstand halten sei in einer Kita auch gar nicht möglich, so Radtke.

Heike Radtke ist die Leiterin der Kita Heilige Familie in Kamen, in der es seit dieser Woche wieder etwas lockerer zugeht. Abstand halten sei in einer Kita auch gar nicht möglich, so Radtke. © Stefan Milk

Doch auch wenn Hygiene in den Kitas groß geschrieben wird, ist es freilich nicht immer so einfach, alle Kinder im Auge zu behalten und zu kontrollieren, wie oft sie sich tatsächlich die Hände waschen.

Mühlhaus ist deshalb umso dankbarer für die Unterstützung, die ihr Team derzeit bekommt. Die Kita hat derzeit eine Alltagshelferin, die 27 Stunde in der Woche arbeitet und die Kinder bei der Hygiene unterstützt, Türklinken und Tische desinfiziert. Gelder für diese Kraft gibt es vom Familienministerium. „Das ist Luxus, und ich möchte, dass sie bleibt“, sagt Mühlhaus.

Eltern werden durch den Regelbetrieb in Kitas entlastet

Immerhin haben sie und ihr Team in den vergangenen Wochen viel geleistet – genau wie die Eltern. Für sie bedeutet es eine deutliche Entlastung, dass die Kinder jetzt wieder zu normalen Zeiten kommen dürfen. Auch dass sie wieder in der Kita essen dürfen – wenn auch nicht am Buffet – sei für die Eltern praktisch.

Doch wer wohl am meisten vom Regelbetrieb profitiert, sind die Kinder selbst. „Sie können wieder in alle Räume gehen und miteinander spielen, seitdem es keine Abstandsregelung mehr gibt“, sagt Mühlhaus zufrieden. Als die Gruppen mit Flatterband voneinander getrennt waren, mussten Freunde sich teils über das Band hinweg beim Spielen zusehen.

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Mitgemacht haben die Kinder den eingeschränkten Betrieb und die doch harten Einschränkungen übrigens vorbildlich. „Die Kinder sind damit cool umgegangen“, sagt Radtke. Sie hätten genau gewusst, in welchem Spielbereich sie am nächsten Tag spielen dürfen. Und doch ist es schön, dass das nun endlich ein Ende hat. Hoffentlich dauerhaft. Denn freilich läuft der Regelbetrieb unter dem Vorbehalt des Infektionsgeschehens.

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