Kamen bekommt einen Waldorfkindergarten – dafür setzt sich eine Elterninitiative ein

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Seit Mai ist die Elterninitiative Waldorfkindergarten Kamen ein Verein. Die Mitglieder wollen im August 2020 einen Kindergarten eröffnen. Sie kommen schnell voran – nur eine Immobilie fehlt.

Kamen

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir haben genug Vorstellungskraft, um uns das schön zu machen“, sagt Katharina Biernat. Die junge Mutter ist voller Tatendrang und das verwundert nicht. Was vor einem Jahr noch eine Idee war, hat sich zu einem Projekt mit Hand und Fuß gemausert. Biernat wünscht sich einen Waldorfkindergarten in Kamen. Das, was sie als Kind erlebt hat, soll auch ihre 16 Monate alte Tochter Julia erleben – und dafür tut die Mutter alles. Im August 2020 sollen sich die Türen des Waldorfkindergartens Kamen öffnen. Am liebsten mit zwei Gruppen, sagt Biernat. Bis dahin muss noch einiges passieren – vor allem muss eine passende Immobilie gefunden werden. Die einzige Voraussetzung, die diese erfüllen muss, ist der Standort Kamen. Wünschenswert wäre eine Grünfläche davor – aber kein Muss. „Wir sind flexibel“, sagt Biernat – und kreativ. Wenn Biernat „Wir“ sagt, dann meint sie sich und ihre Vereinskolleginnen. Denn Biernat verfolgt schon lange nicht mehr alleine den Plan, einen Waldorfkindergarten nach Kamen zu bringen.

Waldorf-Initiative stößt auf positive Resonanz

Vor einem Jahr ging Biernat erstmals an die Öffentlichkeit und richtete eine Facebookseite mit offizieller E-Mail-Adresse ein. „Ich bin offene Türen eingerannt“, sagt sie zu den Entwicklungen die dann folgten. Frauen, die mitmachen wollten, meldeten sich bei ihr, angehende Waldorf-Erzieherinnen, Investoren und sogar mit der Stadt und der Familienbande habe es Gespräche gegeben, so Biernat. „Es gab nur positive Resonanz“, so Biernat. Nachdem die neue Homepage www.waldorfkindergarten-kamen.de online ging, hatte sie noch keine Erwartungen. Die wurden dann aber prompt übertroffen. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben sich sieben Personen unverbindlich vorangemeldet.

Kamen bekommt einen Waldorfkindergarten – dafür setzt sich eine Elterninitiative ein

Vor einem Jahr setzte sich Katharina Biernat in den Kopf, einen Waldorfkindergarten zu gründen. Die Chancen stehen gut, dass ihr Plan Realität wird. © Borys Sarad

Die Elterninitative sucht noch eine Immobilie in Kamen

Bevor die Frauen ein pädagogisches Konzept vorlegen können, muss ein Businessplan her. In der ersten Mitgliederversammlung am 24. Juni wollen die Vereinsmitglieder Regularien besprechen – etwa bei welcher Bank ein Konto angelegt und wie hoch die Mitgliederbeiträge sein sollen. Biernat arbeitet im

Personalbereich und nutzt ihr Wissen für die Vereinsarbeit. Ihre Mitstreiterinnen kommen aus unterschiedlichen Bereichen und bilden mit Biernat ein starkes Team. Eine Bankkauffrau kümmert sich ums Finanzielle, eine Mediengestalterin entwarf ein Logo – und eine Waldorf-Erzieherin wird die Leitung übernehmen. Das einzige was fehlt, ist eine Immobilie in Kamen. Die Stadt habe zugesagt, der Elterninitiative bei der Suche zu helfen. Doch die Frauen freuen sich über jede Unterstützung – ob als Vereinsmitglied, Investor oder Besitzer einer Immobilie. Zu erreichen ist der Verein unter der E-Mail-Adresse Waldorfkindergarten.Kamen@gmail.com.

Rituale sorgen für Sicherheit und Stabilität

Derzeit ist Biernats Tochter Julia bei Wiebke Kruppok in Betreuung. Die Tagesmutter erzieht die Kinder nach Waldorfprinzipien. Kruppok ist ebenfalls im Vorstand der Elterninitiative und überzeugt von der Waldorf-Pädagogik. Besonders daran seien die Rituale. „Die Kinder sollen behütet und ohne Druck aufwachsen“, sagt Kruppok.

Waldorf-Erziehung in Kamen


Waldorf-Kindergarten ab August 2020

  • Die Elterninitiative möchte im August 2020 einen Waldorfkindergarten in Kamen eröffnen. Wer sich der Initiative anschließen möchte oder sie unterstützen will, erreicht sie via E-Mail an Waldorfkindergarten.Kamen@gmail.com oder unter Tel. (01515) 4824969.
  • Weitere und aktuelle Informationen zu der Initiative sind auf der Seite www.waldorfkindergarten-kamen.de zu finden. Dort kann man sich auch unverbindlich voranmelden.
  • Wer nicht auf den Kindergarten warten möchte und ein Kind unter drei Jahren hat, kann sich auch an Wiebke Kruppok wenden. Sie ist eine Tagesmutter in Kamen, die sich um Kinder zwischen null und drei Jahren kümmert. Sie erzieht die Kinder nach Waldorf-Pädagogik. Kruppok hat noch drei Plätze frei und ist bei Facebook unter „Wiebkes Wichtelstübchen“ zu erreichen.

Die wiederkehrenden Rituale – es wird zum Beispiel vor dem Essen ein bestimmtes Lied gesungen – sorgen für Sicherheit und Ruhe. Das sei vor allem in der heutigen Zeit, in der alles flexibel und dynamisch ist, wichtig für Kinder, sagt Biernat. Die Kinder wissen jeden morgen, wie etwas funktioniert, was sie erwartet und werden nicht gestresst. Und auch die Mütter wissen: Mein Kind ist gut aufgehoben.

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