Jugendliche verfolgen mutmaßlichen Stalker im Sesekepark

dzStrafprozess

Jugendliche verfolgen einen Mann, der ein Mädchen im Sesekepark belästigt und einen Jungen geohrfeigt haben soll. Als die Polizei ihn zur Wache mitnehmen will, klammert sich der 42-Jährige an einen Mülleimer.

von Jana Peuckert

Kamen

, 10.01.2020, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der Abend des 25. September 2019, als sich eine 13-Jährige im Sesekepark in Kamen mit Freunden traf, um Fotos zu machen. Zur selben Zeit befand sich auch ein 42 Jahre alter Mann dort, um Bier zu trinken. Irgendwann soll er laut Aussage des Mädchens angefangen haben, mit seinem Handy Fotos von ihrem Po zu machen.

Die Jugendlichen hätten den Mann aufgefordert, das zu unterlassen und sämtliche Bilder zu löschen, gab die 13-Jährige im Zeugenstand des Amtsgerichts Kamen an, wo der Mann auf der Anklagebank saß. Es sei zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen, dann habe sich der Angeklagte entfernt, so die Zeugin weiter.

Am Rande des Parks sei der 42-Jährige auf einen der Freunde des Mädchens getroffen. Es habe eine Diskussion gegeben, und plötzlich habe der Angeklagte dem 17-Jährigen eine kräftige Backpfeife verpasst. Während sie selbst im Park auf die zwischenzeitlich gerufene Polizei gewartet habe, hätten ihre Freunde die Verfolgung des Angeklagten aufgenommen, der sich in Richtung Kamener Innenstadt bewegt habe. Nach kurzer Zeit hätten die Polizisten den Mann am Brunnen auf dem Marktplatz angetroffen, wo sie seine Personalien aufnehmen wollten.

Jetzt lesen

Von vier Polizisten überwältigt

„Er wollte nichts mit der Polizei zu tun haben, nicht mit uns reden“, sagte ein Beamter im Gericht aus. Als er und sein Kollege ihn daraufhin auf die Wache hatten mitnehmen wollen, habe er sich an einen Mülleimer geklammert. Die Situation sei nicht ungefährlich gewesen, da seine Kumpel aus der Trinkerszene immer unruhiger geworden seien. Der Angeklagte habe sich derart an dem Eimer festgehalten, dass sie hätten Verstärkung rufen müssen. Erst mit vier Leuten sei es ihnen gelungen, den 42-Jährigen zu lösen und mitzunehmen.

Dass er sich gegen die Maßnahme der Polizei gesperrt hatte, gab der Angeklagte zu. Im Park sei er allerdings nicht gewesen. Auch Fotos habe er nicht gemacht. Tatsächlich wurden auf seinem Handy keine Bilder gefunden. Die hätte er vor Eintreffen der Polizei löschen können, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Er sah es als erwiesen an, dass der Mann den 17-Jährigen geschlagen hatte. Der Jugendliche hatte die Backpfeife im Zeugenstand als schon ordentlich bezeichnet. Sieben Monate Haft auf Bewährung lautete dieses Mal das Urteil. Als Auflage muss der Hartz-IV-Empfänger dem Geschädigten 500 Euro Schmerzensgeld zahlen.

2016 war der 42-Jährige schon einmal wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden. Zwei Jahre später machte er in einem Supermarkt Fotos und brach später dem Filialleiter die Nase.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger An Seseke, Körne, Mühlbach
Ein Blutsauger wird wieder aktiv: Nach Biss Juckreiz, Schwellungen und kleinere Blutergüsse
Hellweger Anzeiger Wohnen in Kamen
Größere Balkone, neue Fenster und Fassaden: Millionen-Invest der WBG in ihre Mietshäuser
Hellweger Anzeiger Verkehr
Frontalzusammenstoß auf der Lenningser Straße: Fahrer verliert Kontrolle über seinen Wagen