Jonah Hadts Senioren-App liegt im Trend – es gibt eine neue Funktion und eine Corona-Seite

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Jonah Hadt hat eine Senioren-App entwickelt, die sich gut entwickelt. Die Downloadzahlen steigen weiter. Das belohnt der Kamener mit einer neuen Funktion. Außerdem bietet er Hilfe in der Coronakrise.

Kamen

, 19.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die meisten App Benutzer kommen erstaunlicherweise aus Essen, darauf folgt ganz dicht Bergkamen, dann Hamburg und dann Kamen.“ Die App von Jonah Hadt boomt – ganz offensichtlich nicht nur in der Sesekestadt. Mittlerweile hat sie sogar die 500er-Marke überschritten.

Aktuell hat die App des 17-jährigen Schülers 515 Downloads. „Das ist ziemlich erstaunlich in der kurzen Zeit. Mein Ziel war es eigentlich am Ende des Jahres mal 100 Downloads zu haben“, so der Kamener. Besonders auf die Tipps, die jeden Sonntag erscheinen, warten manche Senioren Woche für Woche sehnsüchtig.

Ein Grund für die vielen Downloads ist laut Hadt, dass sich die App viele Menschen gleichzeitig heruntergeladen haben. Dadurch wird sie bei dem Suchwort „Senioren“ als erster Treffer im Google Play Store angezeigt – und ploppt auch bei Interessierten in Hamburg oder Essen auf, bei denen Hadt noch nicht so bekannt ist.

Jonah Hadt hat eine Seniorenapp entwickelt, die Senioren das Smartphone erklärt. Die Schrift ist groß, die Bedienung einfach – und die Downloadzahlen hoch.

Jonah Hadt hat eine Seniorenapp entwickelt, die Senioren das Smartphone erklärt. Die Schrift ist groß, die Bedienung einfach – und die Downloadzahlen hoch. © Marcel Drawe

Jonah Hadt erklärt in seiner App, wie Apps funktionieren

In Kamen kennen viele ihn mittlerweile. Denn Hadt ist der jüngste Lehrer an der Volkshochschule Kamen-Bönen und bringt Senioren das Smartphone bei – normalerweise. Denn wie andere Einrichtungen auch, ist die VHS wegen des Coronavirus vorerst geschlossen. Doch Hadt nutzt die Zeit sinnvoll.

Zwar bereitet er sich auch auf sein Abitur vor, werkelt aber auch an der App weiter.

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Die neuste Funktion ist laut Hadt eine Anleitung für die App – also quasi eine Anleitung für die Anleitung. Hadt habe bemerkt, dass einige Nutzer Probleme bei der Anwendung seiner App haben. Deshalb gibt es nun eine Erklärung in Textform. Sie ist hilfreich für die Senioren-App von Hadt aber freilich auch für andere Apps.

Jonah Hadt erklärt Brigitte Bähr und Ingrid Hacheney (v.l.) wie man sich ins WLAN einloggt. Dass Hadt ihr Enkel sein könnte, stört seine Schülerinnen ganz und gar nicht.

Jonah Hadt erklärt Brigitte Bähr und Ingrid Hacheney (v.l.) wie man sich ins WLAN einloggt. Dass Hadt ihr Enkel sein könnte, stört seine Schülerinnen ganz und gar nicht. © Claudia Pott

Hadt geht damit auf die Bedürfnisse und Anfragen „seiner“ Senioren ein. Wo Unsicherheiten sind bzw. Erklärungsbedarf besteht, versucht er, auf digitalem Wege zu helfen. Nicht verwunderlich ist es freilich. Dass Hadt auch viele Fragen zum aktuellen Thema Coronavirus erreichen. Senioren sind unsicher was seriöse digitale Informationswege und Hilfsangebote betrifft. Besonders in diesen Zeiten sind viele Falschmeldungen im Umlauf.

Seriöse Informationen über das Coronavirus auf dem Handy

Deshalb hat Jonah Hadt auf seiner Internetseite www.jonahhadt.de einen Bereich zum Thema Coronavirus und Smartphone entwickelt. Die Internetseite soll den Senioren helfen, sich in dem Nachrichten-Dschungel zu orientieren.

Übersichtlich listet Hadt auf, wie man mit dem Handy seriöse Informationen über das Virus und seine Verbreitung stößt – und warnt auch davor, dass auf vielen Seiten Falschmeldungen lauern.

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Hadt empfiehlt aber nicht nur Nachrichtenseiten im Internet, sondern zum Beispiel auch den NDR-Podcast mit dem Virologen Christian Drosten, Facebookgruppen und auch Internetseiten wie „Die Einkaufshelden“. Auf der Seite „Einkaufshelden“ können sich Senioren Einkaufszettel erstellen und dann in lokale Facebookgruppen posten. Dort finden sich dann hoffentlich hilfsbereite Kamener, die den Gang zum Lebensmittelgeschäft oder zur Apotheke für die Senioren übernehmen.

Natürlich sind aber auch Links zu den Webseiten des Robert Koch Institutes, der WHO und des Gesundheitsministeriums aufgelistet und verlinkt. Wer auf Jonah Hadts Seite geht, muss also nur auf den Link klicken, der ihn interessiert und gelangt direkt zu den Informationen. Und zwar seriösen Informationen.

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