Joachim Gauck auf der Kamener Kanzel: Auch der neue Termin ist nun wieder ungewiss

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Margot Käßmann, Hellmuth Karasek und Christine Westermann sprachen auf der Kamener Kanzel. Ob aber Joachim Gauck zu dem neu geplanten Termin in Oktober kommt, ist nun wieder ungewiss.

Kamen

, 04.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Altbundespräsident Joachim Gauck am 28. Oktober auf die Kamener Kanzel steigt, steht nun doch nicht endgültig fest. Denn nachdem der neue Termin vereinbart und im Gemeindebrief verkündet wurde, ist sich die Ev. Gemeinde Kamen aufgrund neuer Datenlage unsicher, ob eine so große Veranstaltung in der Pauluskirche durchführbar ist, selbst wenn sie noch im entfernten Oktober angesetzt ist.

„Die nach Redaktionsschluss geltend gewordenen Regelungen für die Nutzung der Kirchen würden eine solche Veranstaltung nicht ermöglichen“, begründet Pfarrer Andreas Dietrich. So sei jetzt auch der neue Termin ungewiss.

Die Theologin Margot Käßmann las 2011 in der Pauluskirche und setzte einen glanzvollen Auftakt für die Reihe „Kamener Kanzel“ der Ev. Kirchengemeinde Kamen.

Die Theologin Margot Käßmann las 2011 in der Pauluskirche und setzte einen glanzvollen Auftakt für die Reihe „Kamener Kanzel“ der Ev. Kirchengemeinde Kamen. © Stefan Milk

Weiterhin in Kontakt mit dem Büro von Joachim Gauck

Im Oktober sollte eigentlich die am 25. März wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Lesung nachgeholt werden. „Joachim Gauck konnte für einen neuen Termin gewonnen werden“, hatte die Ev. Gemeinde Kamen im aktuellen Gemeindebrief mitgeteilt. Doch „auch bei weiteren Lockerungen ist noch nicht abzusehen, ob eine voll besetzte Kirche erlaubt ist und von den Besuchern überhaupt besucht wird“, äußert Dietrich jetzt. Die Kirchengemeinde Kamen und der Kirchenkreis Unna seien weiterhin in Kontakt mit dem Büro von Joachim Gauck. Eine endgültige Entscheidung über die Durchführung soll es nach den Sommerferien geben.

Christine Westermann stellte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kamener Kanzel“ ihr Buch zum Thema Abschied vor.

Christine Westermann stellte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kamener Kanzel“ ihr Buch zum Thema Abschied vor. © Stefan Milk

Auch bei zweiter Absage soll weiterer Termin gefunden werden

Auch im Falle einer zweiten Absage, so Dietrich, würden beide Seiten sich auf neue Terminsuche machen. Die Karten behalten in jedem Falle ihre Gültigkeit, eine Rückgaberegelung wird es mit der Entscheidung zum Oktober-Termin ebenfalls geben. Das frühere Staatsoberhaupt wollte im Rahmen der Veranstaltungsreihe aus seinem Buch „Toleranz – einfach schwer“ lesen und erzählen. Ob es dabei bleibt steht auch noch nicht fest, möglicherweise wird das Thema aktualisiert.

Veranstaltungsreihe gibt es seit 2011

Die Veranstaltungsreihe, die durch die bekannten Gastredner eine überregionale Strahlkraft hat, gibt es seit 2011. Margot Käßmann als ehemalige Ratsvorsitzende der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) setzte den Auftakt im April bei der ersten Kamener Kanzel. Damals wurden 750 Besucher zugelassen, 250 Menschen waren zudem ins benachbarte Gemeindehaus geströmt, um exklusiv eine Videoübertragung zu sehen.

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Henning Scherff, Hellmuth Karasek und Christine Westermann

Ein Jahr später sprach SPD-Politiker Dr. Henning Scherff. Der Botschafter für „ein neues, lustvolles Verständnis des Alters“, wie es hieß, hatte am 4. September 2012 sein Anliegen vor 300 Besuchern ins Ziel gebracht, nicht von der Kanzel aus, wie zuvor Käßmann, sondern davor, im liebevollen Zwiegespräch mit dem Auditorium.

Es folgten der Literaturkritiker Hellmuth Karasek und Bischof a.D. Wolfgang Huber.

In der Reihe ist Gauck der neunte Gast. Weitere Gäste waren unter anderem Samuel Koch („Wetten, dass“) und die Journalistin Christine Westermann.

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