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Die Stadt Kamen sitzt auf begehrten Baugrundstücken, doch sie kommen und kommen nicht in den Verkauf. Das liegt teilweise daran, dass die Bebauungsplanverfahren sich in die Länge ziehen.

Kamen

, 09.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Fachbereich Planen und Bauen im Rathaus hat bekanntlich ein straffes Arbeitsprogramm. Insgesamt elf teilweise aufwendige Bebauungsplanverfahren müssen parallel bewältigt werden. Die Einschaltung externer Fachbüros, die Planungsleistungen im Auftrag der Stadt Kamen erledigen, ist im Alltag nicht mehr wegzudenken – sei es aus Entlastungsgründen oder wegen der komplizierten rechtlichen Anforderungen, zu denen im Einzelfall auch der Schutz von Fledermäusen gehört. Dass es angesichts der Arbeitsflut mit einzelnen Projekten viel länger dauert, ist zwangsläufig die Folge.

Eine Antwort des Ersten Beigeordneten Dr. Uwe Liedtke und seines Fachbereichsleiters Matthias Breuer auf eine Anfrage unserer Zeitung erlaubt einen Einblick in das geplante Jahresprogramm des Fachbereichs, der wohl wie kein zweiter im Fokus der Öffentlichkeit steht. Zu Bau- und Planungsprojekten – dazu zählen beispielsweise auch Stadtentwicklungsprojekte wie die Umgestaltung des Heerener Ortskerns oder der Ausbau von Fahrradparkplätzen – hat wohl jeder Bürger schnell eine Meinung parat.

Jahrelanges Warten auf neues Bauland in Kamen

Potenzielles Baugebiet auf den ehemaligen Sportplätzen im Hemsack. © Stefan Milk

Die Stadtverwaltung will im Jahr 2019 „in jedem Falle“ drei Verfahren bearbeiten. So wird erstens das 2016 eingeleitete Planungsverfahren mit dem Kürzel „78 Ka“ für das neue Wohngebiet auf den ehemaligen Sportplätzen im Hemsack „konkretisiert und fortgeführt“. Das Projekt ist besser bekannt unter dem Schlagwort „Wohnen am Fluss“ und soll laut einem im Jahr 2013 präsentierten städtebaulichen Entwurf rund 100 Wohneinheiten umfassen. 2017 verlautete, dass die Planer im Rathaus externe Fachplanungsbüros eingeschaltet haben, um die erforderlichen Grundlagen für die weitere Ausarbeitung des Bebauungsplans zu erarbeiten. Dazu gehörten zum Beispiel Baugrundgutachten, Erschließungsplanung und Entwässerungsplanung. Die Aufgabe des Planungsbüros ist es, diese Dinge zu sammeln und zu der umfangreichen Begründung eines Bebauungsplan-Entwurfs zusammenzuführen. Nachdem das Jahr 2018 verging, ohne dass den Planungsausschuss des Stadtrats ein Zwischenergebnis erreicht hätte, soll es nun 2019 so weit sein. „Dazu gehört insbesondere auch die Erarbeitung und Präsentation eines verfeinerten Planungsentwurfs“, heißt es in der Antwort.

Jahrelanges Warten auf neues Bauland in Kamen

Geplante „Klimaschutzsiedlung“ in Methler (links die Germaniastraße). © Stadt Kamen

Das zweite große Projekt ist das wegen seiner Energiestandards auch als „Klimaschutzsiedlung“ bekannte potenzielle Baugebiet südlich dem Methleraner Dorf. Es ist beabsichtigt, das 2011 eingeleitete Verfahren weiterzuführen und „voraussichtlich auch abzuschließen“. 2018 war der Entwurf im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegt worden. Das drei Hektar große Gelände – angrenzend an das Pastoratsfeld – soll schleifenförmig mit 28 Einzelhäusern, vier Doppelhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern erschlossen werden. Die Grundstücksgrößen in dem Baugebiet zwischen Germaniastraße und Haferfeld betragen 300 bis 600 Quadratmeter, die Erschließung soll von der Germaniastraße aus erfolgen.

Warteliste von Interessenten

Im Rathaus fragen immer mal wieder Interessenten an, ob nicht öffentliches Bauland am Ort verfügbar ist. Die Warteliste, die rund 50 Interessenten umfassen soll, ist im Laufe der Jahre nicht kürzer geworden. Der Markt in der Sesekestadt ist wie leer gefegt, was sich alljährlich im Grundstücksmarktbericht des Kreises Unna widerspiegelt. Da stellt sich die Frage, was denn aus dem schon sechs Jahre alten Vorhaben geworden ist, Baulücken auf ehemaligen Spielplätzen zu schließen.

In Zusammenhang mit der 2011 beschlossenen Schließung von sieben Spielplätzen in Methler hatte der Stadtrat im März 2012 sechs Verfahren zur Änderung von Bebauungsplänen eingeleitet. Erst im Dezember 2017 konnte der Stadtrat zwei der sechs B-Pläne beschließen – es ging um relativ kleine Baulücken am Max-und-Moritz-Weg (Bebauungsplan „Uhlandstraße/Lindenallee“) und am Meckeweg („Am Langen Kamp“). Seitdem die Bebauungspläne im April 2018 rechtskräftig wurden, darf dort gebaut werden. Dem Vernehmen nach sind die Grundstücke verkauft.

Wo es noch klemmt

Bei vier weiteren Lückenschließern klemmt es offenbar noch: Es geht um die Bebauung der ehemaligen Spielflächen Ericaweg (B-Plan „Westicker Heide“), An der Körne ( „An der Körne“), Kurler Busch („Westlich Lindenallee“) und Rotdornweg („Westick Dorf“). Die Stadtverwaltung deutet an, dass es 2019 weitergehen soll, verspricht aber keinen Abschluss. „Nachdem einige Bebauungsplanänderungen, die für Grundstücke ehemaliger Spielplätze durchgeführt worden sind, Rechtskraft erlangt haben, sollen für weitere ehemalige Spielplatzflächen die Verfahren fortgeführt werden“, heißt es aus dem zuständigen Fachbereich.

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