Ins Hellmig-Krankenhaus kommt man nur nach einem Klingeln an der Tür

dzCoronavirus

Desinfektionsmittel sind derzeit die wohl begehrteste Ware. Das spüren auch die Krankenhäuser. Das Hellmig-Krankenhaus in Kamen bestückt deshalb manche Desinfektionsspender nicht mehr.

Kamen

, 13.03.2020, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Drogerien sind die Regale leer gefegt, in den Apotheken wird man häufig nur vertröstet. An Desinfektionsmittel zu kommen ist dieser Tage nicht so einfach. Die Angst vor dem Coronavirus ist deutlich zu spüren. Besonders Personen, die krank sind und wirklich Desinfektionsmittel brauchen, leiden darunter. Mittlerweile dürfen Apotheken die Flüssigkeit schon selber herstellen.

Aus manchen öffentlichen Einrichtungen hört man sogar schon, dass Desinfektionsmittel geklaut wurde. Das soll im Kamener Hellmig-Krankenhaus zwar noch nicht so sein. Aber es spürt dennoch, wie nachgefragt Desinfektionsmittel derzeit ist. „Im Hellmig-Krankenhaus ist es nur in seltenen Einzelfällen zu auffälligem Verbrauch an Desinfektionsmitteln gekommen“, so Pressesprecher Klaus-Dieter Wolter.

Aus der Verantwortung für einen sorgsamen Umgang mit Desinfektionsmitteln heraus bestücke das Krankenhaus Desinfektionsspender in Besuchertoiletten nicht mehr, „da dieses Angebot dort nicht unbedingt erforderlich und nicht zu kontrollieren ist“, so Wolter. In Zugangsbereichen zum Krankenhaus, zu den Abteilungen, Stationen und Zimmern werde das Angebot nicht reduziert.

Eingeschränkte Besuchszeiten im Hellmig-Krankenhaus Kamen

Während die fehlenden Spender auf den Toiletten manch einem Besucher vielleicht gar nicht auffallen, so doch die geänderten Besuchszeiten. Die wurden ab sofort auf die Zeit von 15 bis 17 Uhr beschränkt, wie das Klinikum Westfalen, zu dem das Krankenhaus gehört, am Dienstagabend bekannt gab.

Mit der Maßnahme will das Klinikum der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegentreten und die Patienten uneingeschränkt medizinisch versorgen können. Außerdem ist nur noch ein Besucher pro Patient erlaubt. Ausnahmen können mit der Stationsleitung abgestimmt werden.

Jetzt lesen

Wer außerhalb der Besuchszeiten an den Haupteingang des Krankenhauses tritt, muss klingeln und an einer Sprechanlage sein Anliegen vortragen. Ohne Ausnahmeregelung wird niemand außerhalb der neuen Zeiten ins Gebäude gelassen. Das führt freilich dazu, dass die Flure seit Dienstagabend recht leer sind.

Das Westfalen Klinikum erklärt jedoch, warum es sich gezwungen sah, die Zeiten so einzuschränken und Besucherströme zu reduzieren: „Gerade im Krankenhaus ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung durch enge persönliche Kontakte besonders hoch.“ Das betreffe Patienten, Angehörige und Besucher, aber auch das Krankenhauspersonal. Die Patientenbesuche werden folglich auch zum Schutz der Besucher selbst eingeschränkt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Vorschlag aus Kamen: Auch nach April keine Kita-Beiträge, um Familien und Kommunen zu entlasten
Hellweger Anzeiger Landgericht Dortmund
Prozess wegen Doppelvergewaltigung: Drei Zeuginnen entlasten den Angeklagten