Inklusion: Auch die SPD übt Kritik

dzNach dem Runderlass der Landesregierung

Nachdem die Fraktion Linke/GAL Kritik an dem aktuellen Inklusions-Runderlass der Landesregierung geübt hat, durch den die Gymnasien weniger beteiligt werden, übt auch die SPD Kritik.

Kamen

, 17.12.2018, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir laufen erneut Gefahr, dass wir Schüler, Lehrer und Eltern in diesem Prozess nicht mitnehmen“, äußerte für die SPD-Fraktion am Montag Ratsherr Ulrich Marc, der auch Elternvertreter der Gesamtschule Kamen ist. Es gebe in der Elternschaft spürbare und ernste Sorgen, dass Gesamt-, Real- und Hauptschule nun als Schwerpunktschule im Bereich Inklusion erschwerte Bedingungen vorfinden könnten. „Umso wichtiger ist es, dass versprochene personelle Ressourcen auch wirklich an allen Schulen bereitgestellt werden“, so Marc weiter.

Als kritisch befinden die Sozialdemokraten zudem, dass mit dem Erlass künftig der Elternwille bei der Schulwahl ausgehebelt werden könnte. „Alle allgemeinen Schulen“, so Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler, „sollen Schulen des gemeinsamen Lernens sein und die Eltern treffen die Schulwahl.“

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Dieses Grundprinzip könne und dürfe auch der neue Erlass der Landesregierung nicht außer Kraft setzen. Er forderte seine Landesfraktion auf, dieses in Düsseldorf auch deutlich zu machen. Wichtig ist ihm, zu betonen, dass sich bisher alle Kamener Schulen dem Thema „Inklusion“ in hervorragender Art und Weise gestellt haben. Der mögliche Eindruck, dass das Gymnasium jetzt nichts mehr mit Inklusion zu tun hätte, sei falsch: „Auch unser Gymnasium leistet seinen Beitrag und das wird auch in absehbarer Zeit weiterhin so sein“, ergänzt Joachim Eckardt, Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses.

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Der Runderlass des Landesschulministeriums zur „Neuausrichtung der Inklusion“ soll zum Schuljahr 2019/20 in Kraft treten. Vorgesehen ist, dass künftig jene Schüler, die größeren Förderbedarf haben, nicht mehr an den Gymnasien unterrichtet werden. Im Fachjargon sind das Schüler, die unter das „zieldifferente Lernen“ fallen, weil sie einen Schulabschluss machen, der auf ihre Fähigkeiten abgestimmt ist. Jene Förderschüler, die unter das „zielgleiche Lernen“ fallen, sollen auch weiter an den Gymnasien unterrichtet werden.

Inklusionsschüler, die bereits am Gymnasium unterrichtet werden, sind von dem Erlass nicht betroffen. Zurzeit sind das sechs Kinder im Bereich zielgleiche Förderung und 14 Kinder im Bereich zieldifferente Förderung. Neues Personal für diese Förderung ist zurzeit kaum zu finden – das gilt nicht nur für Gymnasien.

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