Industriedenkmal-Stiftung will sich Geld für Förderturm-Sanierung schon 2019 sichern

dzZeche Monopol

Die Kosten der Zechenturm-Sanierung in Kamen sollen bis Anfang Dezember genau beziffert sein. Die Industriedenkmal-Stiftung will noch dieses Jahr Fördergeld für das Projekt beantragen.

Kamen

, 06.11.2018, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das hat mit Fördertechnik im positiven Sinn zu tun“, sagte der Erste Beigeordnete Uwe Liedtke am Montagabend bei der Vorstellung des weiteren Verfahrens im Planungsausschuss des Stadtrats. Denn die Stiftung Industriedenkmalpflege, die für die Sanierung verantwortlich ist, will bereits für das Städtebauförderprogramm 2019 einen sogenannten Zuwendungsantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg einreichen. Bislang war noch kein Zeitpunkt dafür bekannt.

Die Stadt und die Stiftung sowie der Förderverein Monopol wollen den Bereich rund um den Zechenturm bekanntlich Hand in Hand entwickeln. Die Ausschussmitglieder erfuhren nun neue Details zum Ablauf des Förderverfahrens und über das städtische Handlungskonzept, auf dessen Grundlage die Stiftung Fördermittel beantragen will.

Konkrete Aussagen über mögliche Kosten und Details des Sanierungsprojekts wurden noch nicht genannt. Es hieß lediglich, dass es bei dem Projekt um „erhebliche Summen“ gehen soll. Dazu sagte Stiftungssprecherin Dr. Marita Pfeiffer auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Stiftung noch keine soliden Zahlen habe, weil sie diese noch ermittle, und dass sie die Summe erst bekannt geben könne, wenn der Antrag gestellt wird. Die Antragsfrist ende Anfang Dezember.

Die Stiftung wird das Geld für die „Sanierung des Fördergerüstes Grillo I und der vorhandenen Gebäudeteile (Maschinenhaus und Nebengebäude)“ beantragen, wie die Stadtverwaltung in einem Verwaltungspapier erläutert. Darüber hinaus sollen „die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden“, damit der Kamener Förderverein Monopol seine ehrenamtliche Arbeit „optimieren kann“. Die ehemaligen Bergleute bieten zum Beispiel Führungen für Schulkinder und Erwachsene an, organisieren aber auch Kulturveranstaltungen auf dem Gelände.

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Das NRW-Bauministerium und seine nachgeordnete Behörde in Arnsberg bewilligt Städtebaufördermittel nur dann, wenn die Einzelmaßnahmen in ein mehrjähriges strategisches Entwicklungskonzept für einen bestimmten Stadtbereich eingebettet sind, genannt integriertes Handlungskonzept (IHK). Die Stadt braucht im aktuellen Fall aber kein neues Konzept für das Zechenareal zu schreiben, um diese Fördervoraussetzung zu erfüllen.

Dazu wird der Bereich der ehemaligen Zeche Monopol einfach dem Stadtbereich „Innenstadt V“ zugeordnet, für den es bereits ein gültiges IHK gibt. Bereits realisierte Einzelmaßnahmen aus diesem IHK sind beispielsweise der Sesekepark, der Hertie-Abriss und der Neubau der Begegnungsstätte „Familienbande“.

Und wie geht es jetzt weiter? Sobald das Zechenprojekt konkreter wird, bekommt der Stadtrat mögliche Maßnahmen zur Entscheidung vorgelegt. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die Stadt eigene Mittel einbringen muss, wie sonst bei IHK-Einzelmaßnahmen. Zuletzt berichtete unsere Zeitung nach einem Abstimmungsgespräch zwischen Stadt, Stiftung und Förderverein, dass eine „angemessene Beteiligung“ der Stadt im Gespräch ist und dass zu klären ist, was dies bedeutet. Im Ausschuss erläuterte Liedtke, dass das Ziel eine hundertprozentige Förderung sei. Stiftungssprecherin Pfeiffer sagte auf Anfrage, dass die Stadt sich nicht an der Sanierung des Fördergerüsts und des Maschinenhauses finanziell beteilige. „Das ist unser Projekt“, sagte die Stiftungsmitarbeiterin. „Wir hoffen, dass unser Antrag bewilligt wird.“

Die Stadt geht bislang ebenfalls davon aus, dass sie im Rahmen des Handlungskonzepts nichts zu dem Stiftungsprojekt beisteuert. Das lässt sich aus der Verwaltungsvorlage herauslesen. Die Stiftung sei für das Einreichen des Zuwendungsantrags zuständig und auch Empfänger des Bewilligungsbescheides und für die Abwicklung der Fördermaßnahme zuständig und verantwortlich. „Eine Anrechnung dieser Maßnahmenkosten auf das Städtebauförderungsbudget für das Handlungskonzept Innenstadt V erfolgt nicht“, heißt es.

Weil die Stiftung sich um das Projekt kümmert, liegt der Stadt Kamen selbst keine Kostenschätzung zu dem Sanierungsprojekt vor. „Die bisherigen Förderrichtlinien für Projekte der Stiftung sehen eine hundertprozentige Förderung vor und somit keinen kommunalen Anteil, wie ansonsten üblich, aber auch keinen Anteil für die Stiftung“, erklärte der Erste Beigeordnete Liedtke auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Hinweis in der Sitzung auf „erhebliche Summen“ sei ganz grundsätzlich gemeint, weil der zu erwartende Sanierungsaufwand augenscheinlich relativ hoch sein werde und jeder kommunale Eigenanteil für die Stadt Kamen belastend und damit erheblich wäre, wenn die sonst übliche Städtebauförderung greifen würde, die Eigenanteile vorsieht.

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