Solar, naturnah und sehr zentral. Die neue Form des Wohnens findet ein Zuhause an der Seseke. Die ersten Entwürfe für das Baugebiet mit 90 Grundstücken sind jetzt fertig. Wir zeigen sie.

Kamen

, 11.10.2019, 15:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wohnen wie noch nie in Kamen: Mitten in der Stadt und dennoch in der Natur, weil das Wohngebiet direkt an der Seseke liegt. Vernetzt mit der City über neue Fuß- und Radwege, sodass für die tägliche Versorgung kein Auto mehr notwendig ist. Und gespeist durch umweltschonende Energien - einerseits das Blockheizkraftwerk der GSW, das auch den Wohnpark Sesekeaue versorgt. Anderseits durch Solarenergie und Erdwärme.

Die Stadt Kamen stellt jetzt detaillierte Pläne für das 6,3 Hektar große Baugebiet im Hemsack vor. Wer Interesse hat, dort zu bauen, kann sich ab sofort auf eine Liste setzen lassen, die im Fachbereich „Planen, Bauen, Umwelt“ im Rathaus geführt wird. Den Zuschlag sollen in erster Linie junge Familien aus Kamen bekommen. 90 Grundstücke stehen zur Verfügung. Erwartet wird, dass darauf 100 bis 140 Wohneinheiten entstehen.

Die Erschließungsarbeiten haben begonnen. Wenn erste Baustraßen ab 2021 errichtet werden, startet auch die Vermarktung. „Gibt es mehr Interessenten als Grundstücke, dann wird gelost“, sagt Kamens Erster Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke bei der Vorstellung der brandaktuellen Pläne.

In Kamen wohnen wie noch nie: Jetzt bewerben für die Zukunftshäuser an der Seseke

Noch ist alles grün auf dem Areal, auf dem früher die Fußballer des KSC trainiert haben. Verwaiste Tore zeugen von der sportlichen Vergangenheit. © Janecke

Das neue Wohngefühl ist auf Plänen schon zu erkennen

Auf den Illustrationen der Stadtplaner, die am Donnerstagabend öffentlich im Planungs- und Straßenverkehrsausschuss vorgestellt wurden, kann man bereits gut erkennen, wie das neue Baugebiet aussehen wird. An allen vier Seiten wird das Areal von der Natur abgeschirmt. Von der Seseke im Norden, einem kleinen Wäldchen im Osten, einer Lindenallee im Süden und der Reitanlage des Zucht-, Reit- und Fahrvereins (ZRFV) im Westen. Um den natürlichen Charme zu bewahren, dürfen auf der Fläche keine Hochhäuser gebaut werden. Mehr als zwei Geschosse, sprich Erd- und Obergeschoss, sind nicht erlaubt - bis auf ein ausgebautes Dach. Auf den 90 Grundstücken können Einfamilien- , Doppel- und Reihenhäuser gebaut werden, dazu sechs Mehrfamilienhäuser im Osten, in denen bis zu fünf Parteien wohnen können. Auch diese Häuser dürfen nicht mehr als zweigeschossig werden. Auch vom Staat geförderter Wohnbau ist, so Liedtke, ausdrücklich erwünscht.

In Kamen wohnen wie noch nie: Jetzt bewerben für die Zukunftshäuser an der Seseke

Der Entwurf des neuen Wohngebietes mit der Neugestaltung der Wilhelm-Bläser-Straße, die zur Werkstraße einen Kreisverkehr erhält. So sollen zusätzliche Verkehre durch das neue Wohngebiet und das geplante Kombibad, das ganzjährig betrieben wird, besser abgeführt werden. © Stadt Kamen

Binnen zwei Jahren muss mit dem Häuserbau begonnen werden

Für die Grundstücke wird vermutlich eine Bauverpflichtung, für die eine Zweijahresfrist gilt, festgesetzt. Das heißt, dass binnen zwei Jahren mit dem Häuserbau begonnen werden muss. So soll verhindert werden, dass Grundstücke zu Spekulationsobjekten werden; Grundstücke, die langfristig unbebaut bleiben. In anderen städtischen Baugebieten sei das ähnlich praktiziert worden, wie Stadtplaner Matthias Breuer erinnert. „Und es gab dort keine Probleme mit Nachzüglern.“ Wer alle Pläne des Neubaugebiets betrachten will, kann das noch in diesem Jahr im Rathaus tun. Einen festen Termin für die Auslegung der Pläne gibt es aber noch nicht.

Situation auf der Bläser-Straße neu gestaltet

Auch das Drumherum hat die Planer beschäftigt. Beispielsweise die Situation auf der Wilhelm-Bläser-Straße, die dann mehr Verkehr zu tragen hat. Deswegen soll an der Einmündung Werkstraße ein Kreisverkehr gebaut werden, der die Fahrzeuge zur Westicker Straße abführt. Dabei ist auch daran gedacht, dass die Route zur An- und Abfahrt vom geplanten Kombibad genutzt wird, das bekanntlich künftig ganzjährig öffnen wird. Aus der Richtung kommen auch die Bewohner des neuen Solarhauses der UKBS, für das die Bauarbeiten in Kürze starten sollen. Ob es zusätzliche Bushaltestellen an der Wilhelm-Bläser-Straße geben wird, ist noch nicht sicher. „Es gibt Haltestellen an der Westicker Straße. Vielleicht kommt aber noch ein Vorschlag der VKU“, so Liedtke. Durch das neue Wohngebiet werde dort die Verkehrsinfrastruktur nicht überstrapaziert. „Das bleibt überschaubar. Zum Vergleich: Im Wohngebiet Sesekeaue gibt es doppelt so viele Wohneinheiten.“

In Kamen wohnen wie noch nie: Jetzt bewerben für die Zukunftshäuser an der Seseke

Das neue Baugebiet im Zusammenhang der benachbarten Areale - im Norden Gartenstadt Sesekeaue und Technopark, im Osten Reitanlage und Kläranlage (der Hundeplatz wird nach Heeren verlagert), im Westen das Freibad und im Süden das Gewerbegebiet Hemsack. © Stadt Kamen

Gesperrter Uferweg könnte geöffnet werden

Ein neuer Freizeitweg, der am Baugebiet an der Seseke entlang geführt wird, könnte dem Bereich zusätzliche Attraktivität verleihen. Dann hätte man die direkte Anbindung zum spiegelnden Kunstwerk „Pixelröhre“, das jetzt noch ziemlich abgelegen liegt. Der Lippeverband sei daran interessiert, den bisher geschlossenen Betriebsweg für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, so Liedtke. Klaus-Bernhard Kühnapfel, Naturschützer des Nabu, gibt allerdings zu bedenken, dass die Artenvielfalt auf diesem Grünstreifen sehr hoch ist. Allein 186 Schmetterlingsarten, Tag- und Nachtfalter, habe er dort kartiert. Ob der Weg am Ende geöffnet wird oder nicht, hat nichts mit der eigentlichen Wohngebietsplanung zu tun, weil er sich auf Boden des Lippeverbandes befindet. Am Ende wird der Stadtrat entscheiden.

Mehr Bewegung auf dem Wohnungsmarkt

Dadurch, dass junge Familien bevorzugt bei der Grundstücksvergabe berücksichtigt werden, erhofft sich die Verwaltung auch einen Gesamteffekt für die Stadt. Viele innerstädtische Wohnungen würden freigezogen und Bewegung auf dem Wohnungsmarkt auslösen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Konzert

Chorgemeinschaft zeigt, wie aktuell Haydns „Schöpfung“ nach über 200 Jahren noch ist

Hellweger Anzeiger Strom sparen

Advent, Advent, noch ein LED-Licht brennt: Weihnachtsbeleuchtung wird weiter umgerüstet

Hellweger Anzeiger Carina Felske

Keine Angst vor Anschlägen: Liebeserklärung einer Kamenerin ans „schönste Land der Welt“

Hellweger Anzeiger Zeichen gegen Clankriminalität

Polizei und Zoll kontrollieren Shisha-Bars: Illegales Casino muss Betrieb einstellen

Meistgelesen