In Kamen geht das Licht wohl nicht aus: Paten der Nacht übersehen entscheidendes Detail

dzBundesweite Aktion

Die „Paten der Nacht“ räumen ein, bei der Kritik an Kamens Stadtverwaltung übersehen zu haben, dass diese bei der Earth Hour schon das Licht ausgeknipst hat. Trotzdem verbucht die Initiative Erfolge.

Kamen

, 27.07.2020, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die sogenannten „Paten der Nacht“ wollen auch in Kamen ein Schlaglicht darauf werfen, wie gedankenlos zuweilen Energie verschwendet wird. Dazu wollen sie am 17. September erstmals eine sogenannte Earth Night veranstalteten, bei der eine Nacht lang das Licht ausgeknipst wird.

Nach der unberechtigten Kritik an der Stadtverwaltung, sie habe bisher nicht an der weltweit durchgeführten Earth Hour teilgenommen, räumt der örtliche Initiator Paul Steinebach ein, übersehen zu haben, dass die Stadt bereits seit 2015 das Licht im Rahmen der jährlichen Aktion an verschiedenen Standorten ausschaltet. Grund: Er habe eine gleichlautende Rundmail an 46 Kommunen geschickt, „im Bereich zwischen Soest, Borken, Osnabrück und Kamen“.

Positive Resonanz aus Dorsten, Absage aus Lünen

„Die Earth Hour – Sie und Ihre Kommune waren auch dieses Jahr nicht dabei! Warum?“ hatte es in dem Anschreiben zugespitzt gelautet. Während die Resonanz im Kamener Rathaus darauf bisher verhalten ist, haben sich andere Kommunen trotz der pointierten Ansprache zurückgemeldet.

Der Dorstener Bürgermeister Tobias Stockhoff, so Steinebach, habe bereits signalisiert, dass sich seine Stadt beteiligen werde und so viel über Nacht ausschalten werde, wie es möglich sei. Positive Reaktionen gebe es auch aus seiner Heimatstadt Lüdinghausen. Aus Lünen dagegen erhielt er eine Absage.

Jetzt lesen

Noch keine Absichtsbekundung in Kamen

Kamen plant derzeit nicht an der Aktion teilzunehmen, wie Stadtsprecher Rüdiger Büscher berichtet. Bürgermeisterin Elke Kappen werde dem Initiator trotzdem eine Rückmeldung geben, wenn sie nach dem Urlaub wieder ihre Amtsgeschäfte aufnehme. Steinbach kündigte an, jetzt auch noch Kamens Ratsfraktionen anzuschreiben, um für die Mitwirkung zu werben.

In Kamen waren im März nicht nur die Rathaus-Beleuchtung abgeschaltet worden, auch die Lichter an Stadtbücherei, Telgmann-Brunnen und an der verschlungenen Rohr-Skulptur im Kreisel vor der Partnerschaftsbrücke. Auch die Ev. Gemeinde Kamen hatte sich beteiligt und die Beleuchtung am Schiefen Turm, Kamens Wahrzeichen, ausgeschaltet.

Auch ein bisschen Wirbel veranstalten

Die Earth Night „ist ein Ereignis, bei der Menschen versuchen, für wenigstens eine Nacht im Jahr das menschengemachte Kunstlicht so weit wie möglich zu reduzieren“, heißt es auf der Website der Initiatoren.

An dem 17. September soll bundesweit ab 22 Uhr für eine Nacht das Licht ausgeknipst werden. „Wir sind alle ehrenamtlich tätig und es geht jetzt auch darum, ein bisschen Wirbel zu veranstalten“, sagte Steinebach auf Anfrage. Westfalen sei für die junge Initiative, die ihren Ausgangspunkt in Bayern hat, noch Diaspora. „Hier bin ich weit und breit der einzige“, berichtete er. Teammitglieder für diese Region würden noch gesucht. Interessenten melden sich bei ihm unter der Email-Adresse p.steinebach@paten-der-nacht.de.

Riesige Mengen Einsparpotenzial an Energie

„Alleine die Eindämmung desjenigen Anteils des Lichtes, das am Zweck vorbei völlig sinn- und nutzlos in den Himmel strahlt, spart riesige Energiemengen ein und reduziert zugleich drastisch die durch Kunstlicht ausgelöste Belastung von Umwelt, Natur und Mensch“, heißt es bei den Paten der Nacht, die etwas gegen „Lichtverschmutzung“, „Lichtglockenbildung“ und „Beleuchtungswahnsinn“ unternehmen wollen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Auch Pflegeheim betroffen
Coronavirus: 29 neue Fälle übers Wochenende im Kreis Unna – Hotline wird reaktiviert
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl 2020
Mario Löhr (49): Ein Reformer und Visionär mit großen Plänen für den Kreis Unna
Meistgelesen