Silvia Mühlhaus leitet die Kita St. Marien Kaiserau. © Stefan Milk
Berufsgruppe vorgezogen

Impfung für Erzieherinnen ab 8. März: „Die Politik hat uns erhört“

In der Kita in Kamen, die den Tod einer Erzieherin infolge einer Coronavirus-Infektion zu beklagten hatte, herrscht Erleichterung: Der konkrete Impfstart für Erzieherinnen steht fest.

Der Alltag in der Kita St. Marien Kaiserau in Kamen-Methler war vor gut zwei Monaten vom Corona-Todesfall einer Erzieherin überschattet worden. In keiner anderen Einrichtung in der Region hatte sich die Gefahr durch das Coronavirus so deutlich gezeigt: 41 Kinder und Beschäftigte waren infiziert, eine 44-jährige Mitarbeiterin starb Ende Dezember.

Forderungen nach einem besseren Infektionsschutz für Kita-Beschäftigten in NRW sind nun erhört worden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gab am Montag bekannt, dass ab 8. März auch Erzieherinnen und Erzieher einen Anspruch auf eine Schutzimpfung haben. Dass nun ein konkreter Termin feststeht, sorgt für Erleichterung in der vom Coronavirus gebeutelten Kita St. Marien.

„Die Politik hat uns erhört. Wir standen erst hinten an“, sagte Einrichtungsleiterin Silvia Mühlhaus, kurz nachdem sie am Montag durch eine Anfrage der Redaktion von dem konkreten Termin erfuhr. „Wir sind jetzt bei der Priorität nach vorne gerutscht, was ich anderen Berufsgruppen auch wünsche,“ sagte sie. Bereits vor einigen Tagen hatte sie nach Bekanntwerden der höheren Priorisierung erklärt: „Wir haben Vertrauen in den Impfstoff.“ Wie viele Kamener Kita-Beschäftigte eine Spritze bekommen werden, lässt sich jetzt noch nicht genau sagen. Insgesamt 269 Menschen sind in Kamen in Kindergärten als Betreuungspersonen tätig, davon 175 mit dem höchsten Ausbildungsabschluss als Erzieherin oder Erzieher. Das geht aus Angaben des Landesstatistikamts IT NRW hervor. Kreisweit sind 2768 Menschen in Kindergärten tätig, davon 1854 als Erzieherin oder Erzieher.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich vor einer Woche darauf geeinigt, Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen und Kita-Erzieher in der Impfreihenfolge von der dritten in die zweite Gruppe hochzustufen. Zur Gruppe zwei zählen außerdem viele chronisch Kranke und über 70-Jährige sowie auch Polizisten. Kitas befinden sich derzeit im eingeschränkten Pandemiebetrieb mit gekürzten Betreuungszeiten.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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