Immer noch wenig Frauen in Führungspositionen

dzGleichstellungsplan

70 Jahre nachdem die Gleichberechtigung der Geschlechter im Grundgesetz verankert wurde, ist von echter Chancengleichheit wenig zu spüren. Auch im Kamener Rathaus bleibt noch viel zu tun.

von Werner Wiggermann

06.09.2019, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immerhin: Kamen hat eine Bürgermeisterin - und der Verwaltungsvorstand ist auch insgesamt weiblich dominiert: Drei der fünf absoluten Spitzenpositionen haben Frauen inne. Ein Blick auf die Gesamtzahlen indes verdirbt das Bild und zeigt: Auch in Kamen haben die Männer bei der Besetzung der Führungspositionen klare Vorteile.

Das weist auch der neue Gleichstellungsplan aus, den der Kamener Gleichstellungsausschuss bei seiner Sitzung am Mittwoch, 11. September, ab 17 Uhr im Sitzungssaal II diskutieren wird. Geradezu erdrückend ist die Männerdominanz bei den Fachbereichsleitungen: Nur eine einzige Frau, aber acht Männer haben diese Spitzenpositionen (unterhalb des Verwaltungsvorstands) inne. Günstiger erscheint das Verhältnis bei der nächst tieferen Ebene: Unter den 15 Gruppenleiter(inne)n sind immerhin schon 7 Frauen.

Ganz überwiegend weiblich aber erscheint der Sektor Teilzeitarbeit: 136 Frauen, das sind mehr als die Hälfte aller in der Kamener Stadtverwaltung beschäftigten Frauen, verrichten ihre Arbeit in Teilzeit - und verzichten damit sehr oft auf Karrieremöglichkeiten. Allerdings ist ein gutes Drittel der teilzeitbeschäftigten Frauen in der Raumpflege beschäftigt. Das erklärt zwar den hohen Anteil, spendet aber im Hinblick auf den Anspruch „Gleichstellung“ wenig Trost.

Chance durch Nachbesetzungen

In den kommenden vier Jahren soll nun versucht werden, den Frauenanteil in den besser dotierten Positionen zu erhöhen. Chancen dazu gibt es vor allem, wenn frei werdende Stellen neu zu besetzen sind. Immerhin vier Frauen sollen in der höchsten Laufbahngruppe - früher „höherer“ Dienst - auf diese Weise aufsteigen oder neu eingestellt werden. Dass nicht alle neun bis 2023 frei werdenden Stellen besetzt werden können, ist der Haushaltssicherung in Kamen geschuldet.

Grundsätzlich gilt: In allen Bereichen, in denen die Frauen bis jetzt noch stark unterrepräsentiert wird, soll ihre Quote wachsen. „Auch unter Berücksichtigung der angespannten Haushaltssituation“, wie es im Förderplan heißt. Vielleicht eröffnen sich damit sogar weitere Wege, die vor Jahren noch undenkbar schienen. Hoffnung spendet ein Beispiel von der Rettungswache: In diesem Jahr wurde eine Frau für die Ausbildung zur „feuerwehrtechnischen Beamtin“ eingestellt - was den Frauenanteil in diesem Sektor von 0 auf 2,5 % katapultiert. Viel Luft nach oben, möchte man meinen; aber trotzdem kein schlechtes Zeichen.

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