Glühwein mit den Nachbarn trinken. Das ist in diesem Jahr nicht zu empfehlen. Deshalb fallen die Adventsfenster in Fröndenberg aus. © dpa
Kampf gegen Corona

Immer mehr Weihnachtsfeiern abgesagt: „Wir müssen unsere Leute schützen“

Immer mehr Vereine und Gruppen fahren ihren Betrieb herunter, um Corona keinen weiteren Nährboden zu geben. „Wir müssen unsere Leute schützen“, sagt der frühere Pfarrer Herbert Ritter.

Vereinswelt und kirchliche Gruppen fahren im Angesicht der steigenden Corona-Infektionszahlen den Betrieb herunter. „Wir müssen jetzt unsere Leute schützen“, sagt der frühere Pfarrer Herbert Ritter, der jetzt Vorsitzender des Evangelischen Männerdiensts Heeren-Werve ist. Schweren Herzens, so Ritter, fiel die Entscheidung jetzt im Vorstand: Es wird keine Adventsfeier geben. Geplant war diese mit Gottesdienst am Samstag, 11. Dezember, 18 Uhr, im Lutherzentrum. Auch die Frauenhilfe Heeren-Werve hat ihre Adventsfeier abgesagt.

Vier doppelt geimpfte Kräfte positiv getestet

„Es geht zwar mit den Verordnungen ständig hin und her, die Veranstaltungen auch zulassen würden – aber eine Feier mit gemeinsamem Essen, das geht zurzeit überhaupt nicht“, führt Ritter aus. Zusätzlich nachdenklich sei man geworden, als vier in der Seniorenarbeit doppelt geimpfte Kräfte positiv getestet wurden. „Das hat noch einmal eine tiefere Diskussion ausgelöst.“

Beibehalten wird zurzeit lediglich das Café im Alten Pfarrhaus – das allerdings wegen der großzügigeren Räume ins Lutherzentrum verlegt wird. „Das soll solange geöffnet bleiben, wie es geht – allerdings ohne Kaffeetrinken“, erläutert Ritter. „Denn es ist eines der wenigen Angebote, bei dem sich ältere Menschen aus dem Dorf treffen können.“ Man halte sich auch hier offen, schnell mit einer Schließung zu reagieren, falls sich die Corona-Lage weiter verschärfe.

Adventsfeier der Siedlergemeinschaft fällt aus

Auch die Siedlergemeinschaft „Heeren-Werve am Wald“ ändert ihre Pläne. Sie hatte ihre Mitglieder bereits Anfang des Monats „zu der seit Jahren beliebten Adventsfeier“, wie Sprecher Jürgen Perret berichtet, ins Bürgerhaus Heeren eingeladen. „Der Vorstand hat nun beschlossen, aufgrund der sich zuspitzenden pandemischen Lage und der bisher geringen Anmeldungen, den gemütlichen Nachmittag nicht durchzuführen und die Veranstaltung abzusagen“, teilte er mit. Geplant war die Veranstaltung am am 28. November. „Wir wollen die Siedlerfreunde keinen unnötigen gesundheitlichen Risiken aussetzen“, sagt auch die Vorsitzende Elke Gehring und bittet um Verständnis für diese Entscheidung.

Hoffnung auf Nachhol-Termine im neuen Jahr

Ritter hofft nun, dass die ausgefallenen Veranstaltungen vielleicht schon Anfang des Jahres nachgeholt werden können, freilich in anderer Form. „Vielleicht als Neujahrsempfang“, sagt er.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke

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