Im Heerener Schlosspark auf Motivsuche

dzKünstlerin Kerstin Donkervoort

Kerstin Donkervoort schwärmt vom Flair des Heerener Schlossparks. „Die Kombination aus Hortensien, Wassergraben, altem Gemäuer und altem Baumbestand ist schon etwas Besonderes“, sagt die Künstlerin, die zusammen mit Teilnehmerinnen eines Workshops ausnahmsweise Zugang zu der Anlage bekommen hat.

Kamen

, 23.07.2018, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Inhaberin einer Kunstschule aus Bönen und sieben weitere Frauen haben sich am Wochenende bei einer Kunst-Sommerakademie im Schlosspark an der Heerener Straße auf Motivsuche begeben. Die Szene erinnert an eine Künstlerkolonie, deren Mitglieder mit Farbe, Pinsel und Staffelei in die Natur ausschwärmen. Der Park bietet vor der Kulisse des Herrenhauses und der Vorburg viele interessante Motive – zum Beispiel die prächtigen Hortensien, die ehemalige Orangerie oder die Eingangstüren der Gebäude. „Wir haben Glück gehabt mit dem Wetter. Es war eine sehr schöne und ruhige Atmosphäre“, freut sich Donkervoort.

Die Teilnehmerinnen halten ihre Eindrücke nicht nur mit Pinsel und Acrylfarbe auf Leinwand fest. So lässt sich die Struktur der knorrigen alten Bäume auf Papier übertragen, indem man zum Beispiel mit Pastellkreide oder Bleistift über den prägenden Untergrund reibt. Diese Technik nennt sich Frottage, wie Donkervoort erklärt.

Die Idee zu der Sommerakademie auf dem Schloss kam von Anne Suermann, die in einem der Nebengebäude des Adelssitzes wohnt. Die musikpädagogische Leiterin des Vereins „Musikkarussell“ in Bönen ist selbst künstlerisch tätig. Donkervoort, Suermann und die anderen Künstlerinnen sind sich einig, dass die Sommerakademie im kommenden Jahr wiederholt werden soll.

Das Haus Heeren wurde erstmals 1392 als Wasserburg urkundlich erwähnt. Das heutige Schloss wurde um 1606 von der Familie von Bodelschwingh/von der Recke erbaut. 1684 ging es in den Besitz der Adelsfamilie von Plettenberg-Heeren über, wie aus der Ortschronik „Heeren-Werve, Landschaft, Siedlung, Bauern, Adel“ von Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß hervorgeht.

Da das Anwesen – anders als zum Beispiel Schloss Opherdicke in Holzwickede – noch bewohnt wird, haben Besucher in der Regel keinen Zutritt. Der Weg endet vor dem zweigeschossigen Torhaus – aus Rücksicht auf die Privatsphäre.

Die Eigentümerfamilie um Christian von Plettenberg ließ ehemalige Wirtschaftsgebäude im Bereich der Vorburg zu Veranstaltungsräumen ausbauen, sodass dort seit einigen Jahren zum Beispiel Hochzeiten gefeiert werden können. Die Bewirtschaftung dient auch dem Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude. Bei Veranstaltungen – dazu zählen Open-Air-Gottesdienste der evangelischen Kirchengemeinde und der Weihnachtsmarkt des Rotary-Clubs Kamen – ist der Hof für Veranstaltungsgäste zugänglich. Der Schlosspark bleibt gesperrt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Jubiläumsfeier
Der Schützenverein Kamen vereinigt Sport und Tradition und ist ein Stück Heimat
Hellweger Anzeiger Singen und Essen
Das Mitsing-Konzert „Gassenhauer“ verbindet die Lust zu Singen mit dem Spaß am Essen
Hellweger Anzeiger Konzertaula Kamen
Kreuzfahrt mit Sebastian Fitzek offenbart Düsteres und holt tote Passagiere zurück
Hellweger Anzeiger Elterntaxis
„Am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule“: Das sagen die Kamener zum Thema Elterntaxi