Ikea-Kunden bewerten ihr Einkaufserlebnis in Corona-Zeiten

dzIkea in Kamen

Das Einrichtungshaus Ikea im Kamen Karree hält sich penibel an die Corona-Verordnung. Doch wie fühlt sich der Einkauf für Kunden an und wie bewerten sie das Verhalten der anderen?

Kamen

, 15.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Etwa 1300 Kunden sollen im Laden gewesen sein, aber mir kam das mehr vor“. Stephan Krylow war am Samstagmittag mit seiner Freundin bei Ikea im Kamen Karree einkaufen. Die beiden wohnen in Dortmund, seien aber extra nach Kamen gekommen, weil sie hofften, dass der größere Ikea leerer wäre. Doch vor Ort stellten sie für sich fest, dass das nicht der Fall war. „Es war so voll, so als gäbe es kein Corona.“

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Mit seiner Empfindung steht das junge Paar nicht alleine da. „Brechend voll“, sagt eine Frau und ein junger Mann beschwert sich darüber, dass manche Kunden hin und her gelaufen und so anderen in die Quere gekommen seien.

Tatsächlich ist es wohl genau das, was trotz Einhaltung aller Regeln nicht verhindert werden kann – bei Ikea, aber auch im Supermarkt um die Ecke. Wenn andere Kunden einem entgegen kommen, weil sie etwas vergessen haben oder eilig an einem vorbeihuschen, dann kann man tun was man möchte: Es wird dann kurzweilig eng.

Viele Ikea-Kunden haben sich bei ihrem Einkauf nicht unwohl gefühlt

Bei Ikea war das am Samstag, als sich die rund 1300 Kunden auf der Fläche von etwa 1500 Quadratmetern aufhielten, nicht anders. Solange sich alle an die Markierungen auf dem Boden hielten und nacheinander hergingen, konnten die Abstände locker eingehalten werden. Doch sobald Kunden stehen blieben oder entgegen der Pfeilrichtung auf den Gängen unterwegs waren, drubbelte es sich.

„Auch als ich etwas gesagt habe, sind manche Kunden nicht zur Seite gegangen“, beschreibt eine Kundin. Sie habe das Verhalten der anderen beim Einkauf gestört.

Doch nicht alle Ikea-Kunden bewerten den Einkauf so. Bei einer kleinen Umfrage gab etwa die Hälfte der Kunden an, sich nicht unwohl gefühlt zu haben. „Es war ok“, „alles bestens“, „ich fand es nicht überfüllt“, waren ihre Antworten.

Aufkleber auf dem Boden erinnern die Ikea-Kunden ständig daran, Abstand zu halten. Auch in Durchsagen wird darauf und auf die Maskenpflicht hingewiesen.

Aufkleber auf dem Boden erinnern die Ikea-Kunden ständig daran, Abstand zu halten. Auch in Durchsagen wird darauf und auf die Maskenpflicht hingewiesen. © Carsten Fischer

Das zeigt einerseits, wie subjektiv das Empfinden in diesen Zeiten doch ist. Manchen ist schon ein kleiner Stau auf dem Gang zu viel, andere stören sich daran nicht so sehr. Andererseits zeigt diese geteilte Sichtweise aber auch, dass das Sicherheitsgefühl sehr vom Verhalten der Mitmenschen abhängt. Während der eine vielleicht das Pech hatte, dass ihm bei seinem Einkauf Kunden entgegen kamen und den Abstand nicht beachteten, hat der andere vielleicht einfach Glück und begegnete solchen Menschen in dem Moment nicht.

Ikea setzt die Corona-Maßnahmen vorbildlich um

Damit auch jene, die sich gerne mal vorbeidrängeln, daran erinnert werden, dass sie sich inmitten einer Pandemie befinden, ergreift Ikea nicht wenige Maßnahmen. Auf dem Boden kleben Hinweise, die an den Abstand von 1,5 Meter erinnern, Schilder hängen aus und hinzu kommen Durchsagen, die noch einmal daran erinnern, dass Abstand gehalten werden soll und Masken zu tragen sind. Am Eingang werden die Kunden, die in einer Schlange warten, abgezählt, weil während des Teil-Lockdowns nur eine Person pro zehn Quadratmetern zugelassen ist.

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Als sich am Samstag also 1300 Kunden auf der Verkaufsfläche aufhielten, war das rechtmäßig. Ikea hält sich an die Spielregeln – und das sogar genauer als gemusst, denn es werden auch Verkäufer mitgezählt, wie eine Pressesprecherin erst kürzlich erklärt. Das Einrichtungshaus wünscht sich das gleiche Verhalten von Kunden. Wie unsicher andere sich fühlen, wenn man sich an ihnen vorbeidrängt, hat der Ikea-Besuch am Samstagmittag gezeigt.

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