„Ich lebe auf der Straße“: 21-Jähriger stiehlt in Kamen Parfum, um es weiterzuverkaufen

dzWiederholungstäter

Dass ein 21-jähriger Syrer zweimal Parfum aus der Rossmann-Filiale in Kamen klaute, war nicht seine einzige Straftat. Dementsprechend hoch ist auch die Strafe, die er nun bekommen hat.

von Jana Peuckert

Kamen

, 29.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gleich vier Vorwürfen sah sich ein Angeklagter im Amtsgericht Kamen gegenüber. Auch, wenn ihm nicht alles nachgewiesen werden konnte, lautete das Urteil sieben Monate Haft.

Am 13. Januar begab sich der 21-jährige Syrer in die Rossmann-Filiale im Kamen Quadrat, um dort mit einem Komplizen fünf Flaschen Parfum im Gesamtwert von 160,87 Euro für den Weiterverkauf zu stehlen. Zwei Tage später ging er an gleicher Stelle alleine auf Beutezug. Dieses Mal wanderten drei Flaschen Duftwasser für insgesamt 149,97 Euro in seine Jackentasche.

Beide Taten räumte der Angeklagte ein. Er sei 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. „In meinem Land habe ich nie geklaut. Hier in Deutschland kriege ich kein Geld. Ich lebe auf der Straße“, begründete der 21-Jährige sein Verhalten.

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Trotz Hausverbot in Flüchtlingsunterkunft übernachtet

Die Obdachlosigkeit war auch der Grund für eine weitere Straftat, nämlich einen Hausfriedensbruch. Trotz Hausverbotes hatte der Angeklagte Ende Januar im Keller einer Flüchtlingsunterkunft in Kamen Unterschlupf gesucht und war entdeckt worden.

Einen weiteren Vorwurf, nach welchem er am 18. Dezember vergangenen Jahres einer Rentnerin in einem Kiosk am Markt in Kamen deren Geldbörse mit 80 Euro und Papieren gestohlen haben soll, stritt der Angeklagte ab. Er sei zwar vor Ort gewesen, den Diebstahl hätte aber ein Junge aus einer Clique begangen.

Die Rentnerin erkannte den Angeklagten im Gericht nicht wieder. Der Kioskbesitzer, der den 21-Jährigen als Täter bei der Polizei gemeldet hatte, war trotz Ladung nicht als Zeuge erschienen. Konsequenz: 300 Euro Ordnungsgeld.

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Vorstrafen lassen keinen Raum für eine Bewährung

Am Ende stellte das Gericht den Diebstahl des Portemonnaies ein. Für den Rest gab es sieben Monate Haft. Für Bewährung war aufgrund zweier Vorstrafen wegen Raubes und Drogenbesitzes sowie einer Gefängnisentlassung vor erst kurzer Zeit kein Raum mehr.

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