Das Hotel-Restaurant „In der Kaiserau“ an der Robert-Koch-Straße: Welche Zukunft hat der Standort? © Marcel Drawe
Wohnhaus statt Steakhaus

Hotel-Restaurant „In der Kaiserau“: Abriss nicht ausgeschlossen

Dem Hotel-Restaurant „In der Kaiserau“ droht möglicherweise nicht nur das Aus des Betriebs, sondern auch die Abrissbirne. Verschiedene Optionen werden offenbar durchgespielt.

Die Küche ist kalt, die Betten sind leer, der Manager ist gegangen: Im Hotel-Restaurant „In der Kaiserau“ ist eine Wiederaufnahme des Betriebs derzeit ungewiss. Offiziell ruht das Geschäft, aber hinter den Kulissen wird eine Zukunft ohne Hotel- und Gaststättenbetrieb bereits durchgespielt.

Für den Eigentümer des Gebäudes stellt sich längst die Frage, ob Gastronomie und Herberge an dem Standort überhaupt noch eine Zukunft haben. In den vergangenen Jahren hat es mehrere Turbulenzen mit Pächtern gegeben, erst im vorigen Jahr meldete die Gaststätten-Betriebsgesellschaft „Gastronomiebetriebe In der Kaiserau GmbH“ von Geschäftsführer Ulf Obereigner Insolvenz an.

Neuentwicklung des Geländes möglich

Eine der Optionen, die möglich erscheinen, ist die komplette Neuentwicklung des Geländes. Hotel und Restaurant befinden sich in zentraler Lage, am Schnittpunkt der Robert-Koch-Straße und der Seitenstraße „In der Kaiserau“ gelegen. Durch einen Abriss des Gebäudekomplexes ergäbe sich die Chance, eine größere Zahl an Wohnungen im Herzen von Kaiserau zu schaffen. Dem Vernehmen nach soll in Gesprächen mit der Stadt Kamen geklärt werden, welche Entwicklung auf dem Areal baurechtlich möglich ist. Zusammen mit einem benachbarten Wohnhaus ergäbe sich eine mehr als 2000 Quadratmeter große Fläche für ein herausragendes Immobilienprojekt.

Der Herr über die Immobilie ist eine von Dirk Kurhofer geleitete Gesellschaft aus Ascheberg. Angesprochen auf Informationen, wonach es Überlegungen gibt, die Immobilie platt zu machen und dort Wohnungen zu bauen, heißt es, dass man Abrisspläne weder bestätige noch dementiere und es jetzt noch zu früh sei, um Frage zu beantworten. Verschiedene Lösungen, die sowohl einen Weiterbetrieb von Hotel und Gaststätte als auch andere Optionen einschließen, würden geprüft. Welche Art von Wohnungen im Falle eines Abrisses gebaut werden könnten, soll ebenfalls schon im Gespräch sein. Es geht dem Vernehmen nach um seniorenfreundliches und barrierefreies Wohnen.

Mitten in der Corona-Zwangspause für die Gastronomie hatte sich der Pächter des Hotel-Restaurants „In der Kaiserau“ vor einigen Wochen verabschiedet – und mit ihm auch Jürgen Weber, der frühere Inhaber und langjährige Koch. Ein Streit mit dem Vermieter über die Reduzierung laufender Kosten soll laut Weber der Grund gewesen sei. Auf Seiten des Eigentümers hieß es, Weber habe sich „umorientiert“.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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