Silvester: Dieser Baumarkt in Kamen stoppt ab 2020 den Verkauf von Böllern

dzFeuerwerk

Die Diskussion um das Verbot von Feuerwerken flammt kurz vor Silvester wieder auf. In Kamen hat jetzt ein Baumarkt entschieden, ab 2020 keine Feuerwerksartikel mehr zu verkaufen.

Kamen

, 27.12.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die einen sind es Kunstwerke am Himmel, für andere der blanke Horror. Wenn in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar Feuerwerkskörper in die Höhe schießen und Funken über den Boden zischen, teilen sich die Gemüter. Manche können sich eine Silvesterfeier ohne lautes Knallen nicht vorstellen. Doch es gibt immer mehr Stimmen, die sich gegen das Böllern erheben. Sie stammen von Tier- und Umweltschützern. Auch die Bewegung Fridays for Future fordert ein Böllerverbot und geht dafür auf die Straße.

Das Thema ist auch längst im Handel angelangt, doch nur wenige reagieren wirklich darauf. Die Prospekte von Lidl, Aldi oder auch Netto verraten, dass es wieder ein großes Sortiment mit den unterschiedlichsten Feuerwerkskörpern gibt. Kamener, die es trotz Kritik knallen lassen wollen, werden also auch in diesem Jahr noch fündig in der Sesekestadt.

In einem Baumarkt wird es allerdings das letzte Jahr sein. „2019 das letzte Mal!“ steht groß über dem Silvester-Sortiment. In diesem Jahr wird es im Hornbach am Zollpost 6 noch Feuerwerksartikel zu kaufen geben. Ab 2020 ist dann Schluss. Florian Becker ist der stellvertretende Standortleiter und steht hinter der Aktion. Der Vorstoß sei von der Zentrale gekommen. In Kamen habe es keine Beschwerden oder Kundenwünsche gegeben, die Einfluss auf die Entscheidung gehabt haben könnten.

Warum der Verkauf erst im nächsten Jahr ausfällt

Tatsächlich lief der Verkauf von Feuerwerksartikeln am Zollpost immer gut. „Zum Ende war immer fast alles ausverkauft“, sagt Becker. Der Verkauf sei in den vergangenen Jahren gut und stabil gelaufen, es habe keine steigende oder abnehmende Tendenz gegeben, weiß Becker. Er arbeitet seit zehn Jahren für das Unternehmen, seit drei Jahren am Standort in Kamen.

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Becker glaubt, dass die Kunden die Aktion loben werden, wobei es immer Ausnahmen gebe. Auch er steht dahinter, für den Klima- und Tierschutz auf den Verkauf – und damit auch auf die Einnahmen – zu verzichten. „Es ist schön, dass Hornbach ein Vorreiter ist“, sagt Becker.

Dass das Unternehmen nicht schon in diesem Jahr auf den Verkauf verzichtet, liegt an bestehenden Verträgen mit Lieferanten. „Wir sind an die Lieferanten gebunden“, sagt Becker. Dass es im Jahr 2020 keine Feuerwerksartikel mehr geben wird, gab das Unternehmen am 20. Dezember in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt. Anstoß dafür waren Anregungen von Kunden, Tierschutzvereinen und Umweltverbänden.

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