Heinrich Behrens hat drei Bienenvölker unterm Förderturm der ehemaligen Zeche Monopol untergebracht. Der erste Honig ist geerntet. Er kommt der Erhaltung des Förderturms zugute.

Kamen

, 13.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Alma von Kamen – so heißt eine der Bienenköniginnen, die auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Monopol regiert. Unter ihrer Aufsicht wird keine Kohle gefördert, dafür aber kiloweise Honig produziert. Rund 50 bis 60 Kilogramm „Monopol-Gold“ könnten nach dem Ende des Bienenjahres bei besonderen Anlässen zum Verkauf angeboten werden, schätzt Imker Heinrich Behrens. Ein solcher Anlass ist zum Beispiel der Tag des offenen Denkmals am 8. August. Behrens hat unter dem Förderturm drei Bienenvölker untergebracht. Sie produzieren Honig, der unter dem Namen „Monopolgold“ angeboten wird. 60 Kilogramm klingt zwar viel, von einem guten Honigjahr kann laut Behrens aber nicht die Rede sein. Während es im vergangenen Jahr durchgehend warm war, verschlechterte sich das Wetter in diesem Jahr nach einem warmen April wieder – weshalb die Bienen zeitweise an ihre eigenen Reserven gehen mussten.

Monopol: Bienenunterricht unter dem Förderturm

Getauft wurde die Bienenkönigin Alma von einer Klasse der Friedrich-Ebert-Schule, die am Mittwoch auf dem Gelände zu Gast war. Denn neben dem Verkauf des Monopol-Honigs – dessen Erlös dem Verein „Monopol 2000“ und somit der Aufwertung des Zechengeländes zugute kommt – dienen die Bienenstöcke als Lehrmaterial. Zögerlich scharen sich die Schüler um Behrens, als er eine Bienenwabe aus dem Stock herauszieht. Darauf tummeln sich viele Arbeitsbienen und Drohnen – die Willi unter den Majas, wie Behrens den Kindern anhand der bekannten Zeichentrickserie erklärt hat. Derzeit befinden sich die Bienen auf dem Höhepunkt der Volksentwicklung – während der die männlichen Drohnen aus den Bienenstöcken verbannt werden. Sie haben ihre einzige Aufgabe, die darin besteht, die Königin zu befruchten, erfüllt.

Honigproduktion an der Zeche: Heinrich Behrens befüllt erste Gläser mit süßem „Monopolgold“

Der Honig, den die auf dem Zechengelände Monopol entsteht, heißt „Monopolgold“ und wird für 6,50 bei besonderen Anlässen angeboten. © Stefan Milk

Die Kinder lernen, wie sich Biene Maja von richtigen Bienen unterscheidet, wie Königinnen und normale Arbeitsbienen aussehen und mithilfe einer blauen Folie und einem kleinen Kaleidoskop auch, wie Bienen die Welt wahrnehmen. Ein Biene kann keine roten Farben sehen und ihre Augen bestehen aus 100 kleineren Augen, erklärt Behrens und erntet Staunen. Auch als die Kinder eine Drohne in die Hand nehmen dürfen, sind die Viertklässler in Aufruhr. Eine Biene einfach auf der Hand herumkrabbeln lassen – das macht man nicht alle Tage. Dass die Kinder auf eine so lebendige Weise etwas über Bienen lernen, freut auch Lehrerin Brigitte Langner, die das Thema Bienen demnächst in ihrer Klasse durchnehmen wird. Naturschutz sei schon in der ersten Klasse Thema in Grundschulen. Welche Tiere die Lehrer behandeln, könnten sie selbst aussuchen, doch das Thema Bienen biete sich derzeit an. „Das Thema Bienen ist schließlich in aller Munde.“

Honigproduktion an der Zeche: Heinrich Behrens befüllt erste Gläser mit süßem „Monopolgold“

Honig in der Mache: Der Imker Heinrich Behrens produziert das „Monopolgold“. © Stefan Milk

Heinrich Behrens: „Wenn ein Kind gestochen wird, dann ist es vorbei“

Behrens erklärt, dass Drohnen nicht stechen können, Arbeiterbienen aber schon. Deshalb sei Vorsicht geboten. „Wenn ein Kind gestochen wird, dann ist es vorbei“, weiß der pensionierte Lehrer. Er hat an seiner ehemaligen Schule in Lünen eine Schulimkerei betrieben und lässt sich auch am Lehrbienenstand der Ökologiestation in Bergkamen über die Schulter schauen. Wenn ein Kind gestochen wird, bekommen es alle mit der Angst zu tun. An den Bienenstöcken auf dem Monopol-Gelände sei aber niemand in Gefahr. Die Bienen hätten kein Interesse daran, jemanden zu stechen – problematisch könne es nur dann werden, wenn sich ein Tierchen in den Haaren verfängt und das Kind dann darauf fasst. Das ist den Kindern der Friedrich-Ebert-Schule nicht passiert. Stattdessen krabbelten die Drohnen über ihre Hände. Behrens greift sich indes furchtlos Drohnen – und auch Bienen. „Ich wurde schon so oft gestochen. Das tut nicht mehr weh“, schmunzelt er.

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Honigproduktion an der Zeche: Heinrich Behrens befüllt erste Gläser mit süßem „Monopolgold“

Während eine Gruppe zum Lehrbienenstand geht, besucht die andere Hälfte der Klasse den Maschinenraum der stillgelegten Zeche. © Stefan Milk


Erlös des Monopolgold-Honigs kommt dem Förderverein Monopol 2000 zugute

Ein Glas „Monopolgold“ kostet 6,50 Euro. 3 Euro verwendet Imker Heinrich Behrens für die Ernährung der Bienen, die sich im Winter nicht von Honig, sondern Zuckerwasser ernähren, und Gesundheitsbehandlungen. Regelmäßig müssten etwa Maßnahmen gegen die Varroamilbe ergriffen werden. 50 Cent sind Pfand und die restlichen 3 Euro kommen dem Verein „Monopol 2000“ zugute. Der hat schon mehrere Ideen, wie sie das Zechengelände aufwerten können. Während die Mitglieder noch auf das Ergebnis des eingereichten Förderantrags über rund vier Millionen Euro warten – mit dem der Förderturm und das Maschinenhaus saniert werden sollen – passiert auf dem Außengelände schon allerhand. Neben Veranstaltungen wie dem Seilfahrt-Musikfestival oder dem Tag des offenen Denkmals, die der Verein organisiert, gibt es Infotafeln und bald vielleicht auch ein großes Insektenhotel. Auch eine Obstwiese sei anfangs geplant gewesen. Die könne wegen des belasteten Bodens aber nicht angelegt werden, erklärt Behrens. Der Lehrbienenstand, den es seit dem vergangenen Jahr gibt, ergänzt das pädagogische Angebot, das der Verein auf die Beine gestellt hat. Regelmäßig führen die Mitglieder Schüler durch die alten Industrieanlagen der Steinkohleförderung.

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