Ein Wirtschaftsweg in Methler, den Radfahrer und Fußgänger gerne nutzen, war lange eine holprige Piste. Baumwurzeln hoben den Weg an. Nun saniert die Stadt den Weg – und zwar baumschonend.

Methler

, 28.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der einen Seite ein idyllisches Haferfeld, auf dem das sandfarbene Getreide im Wind mitschwingt, auf der anderen Seite eine Pferdekoppel, vom Weg nur durch einen einfachen Holzzaun getrennt. Der Wirtschaftsweg, der in Methler die Hilsingstraße mit der Straße „Im Haferfeld“ verbindet, ist zu dieser Jahreszeit malerisch. Wer jedoch nicht gut zu Fuß ist, einen Kinderwagen oder einen Rollator vor sich herschiebt, war lange Zeit genervt, denn die Wurzeln der großen Bäume die den Weg säumen, hoben den Asphalt an.

Der angehobene Asphalt ist mittlerweile Geschichte, das hat der aufmerksame Methleraner sicherlich schon mitbekommen. Denn die Stadt hat Querschnitte in die Fahrbahn gebracht und dort einen wassergebundenen, schottergleichen Untergrund gelegt. „Die Stolperkanten sind jetzt weg“, erklärt der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke. Ihm ist aber gleichwohl bewusst, dass der Zustand noch immer alles andere als optimal ist.

Stadt Kamen will viele Radwege sanieren – nach und nach

Doch das könnte sich noch dieses Jahr ändern. Wie Liedtke und der Fahrradbeauftrage der Stadt, Matthias Breuer, im Gespräch mit der Redaktion erklärten, befindet sich die Stadt bezüglich möglicher Förderungen für den Radwegeausbau in engem Austausch mit dem Land. Sie hat einige Fahrradwege im Blick und auch schon eine Prioritätenliste erstellt.

Der Wirtschaftsweg scheint zunächst unscheinbar, doch wer darauf geht, dem offenbaren sich schöne Ausblicke auf ein Getreidefeld.

Der Wirtschaftsweg scheint zunächst unscheinbar, doch wer darauf geht, dem offenbaren sich schöne Ausblicke auf ein Getreidefeld. © Claudia Pott

Doch nicht jeder Radweg kann auf die Schnelle saniert oder erneuert werden. Es gibt etwa Wege, die verbreitert werden sollen, wofür dann möglicherweise Flächen gekauft werden müssen. Außerdem brauchen Wege, die viele Zufahrten haben, mehr Planungsvorlauf.

Als die Stadt jedoch erfahren hat, dass noch in diesem Jahr Fördergelder fließen könnten, hat sie sich Routen ausgeguckt, die schnell und unkompliziert nachgebessert werden können. So wie unter anderem jener Wirtschaftsweg – der offiziell übrigens gar nicht als Wirtschaftsweg ausgewiesen ist. Nur deshalb ist es auch möglich, für ihn im Rahmen des Förderprogramms für Fuß- und Radwege Geld zu beantragen, erklärt Liedtke.

Hochbau: Eine Maßnahme, die die Bäume schützen soll

Obwohl die Sanierung unkompliziert vonstatten gehen soll, wird es doch keine klassische Maßnahme sein, wie Liedtke erklärt. Eigentlich würde der Weg mit einem Tiefbau erneuert werden – die alte Schicht würde dabei komplett abgetragen und eine neue aufgebracht werden.

„Dabei könnten aber die Bäume beschädigt werden. Das Risiko möchten wir nicht eingehen“, sagt Liedtke. Es wäre zu schade, wenn die Baumwurzeln durch die Maßnahme Schäden erlitten. Die Bäume seien alt und gesund, die Baumreihe „wunderschön“.

Deshalb soll die alte Schicht bestehen bleiben und darauf eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden. Das habe auch den Vorteil, dass die Baumwurzeln die dicke Schicht nicht mehr anheben können, so Liedtke. Selbsterklärend ist, dass eine solche Maßnahme mit weniger Arbeitsaufwand verbunden und auch kostengünstiger ist.

Die Straße wird am Ende lediglich etwas höher sein – so wie zum Beispiel auch unter der Hochstraße direkt am Rathaus, wo Schatten spendende Platanen wachsen, die im Sommer dem ein oder anderen Verwaltungsmitarbeiter den Einsatz eines Rollos erspart.

Auch dort habe es einen Hochbau gegeben, erinnert sich Breuer. Und auch nach vielen Jahren drückt sich der Asphalt an dieser Stelle nicht nach oben – während die Bäume offensichtlich bei bester Gesundheit sind.

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