Hellmig-Krankenhaus: Patienten sagen OP-Termine ab

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Über 100 Corona-Patienten werden kreisweit in Krankenhäusern behandelt, das Krankenhaus in Werne verschiebt alle planbaren Operationen. Wir haben nach der Situation im Hellmig-Krankenhaus gefragt.

Kamen

, 18.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober ging es im Verbund des Klinikums Westfalen Schlag auf Schlag. Die Aufnahmekapazitäten für Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, wurden deutlich erweitert. Neben dem Schwerpunktkrankenhaus in Dortmund-Brackel gingen binnen weniger Tage auch die Klinik am Park in Brambauer und das Hellmig-Krankenhaus in Kamen mit Covid-Stationen „ans Netz“.

Jetzt komme es darauf an, dass öffentliche Appelle und getroffene Maßnahmen einen Fallzahlanstieg in den folgenden Tagen und Wochen verhindern und optimaler Weise die Fallzahlen wieder sinken lassen, teilt Klinikum-Sprecher Klaus-Peter Wolter auf Anfrage mit.

Zehn Betten für Covid-Patienten und Verdachtsfälle

Im Hellmig-Krankenhaus gebe es auf einer separaten Station eine Betreuungsmöglichkeit mit derzeit bis zu zehn Betten für positiv getestete Covid-Patienten und Verdachtsfälle. Aktuell werden dort acht Patienten behandelt, keiner von ihnen intensivmedizinisch.

Die Lage scheint stabil und unter Kontrolle, von einer Überlastung wie andernorts ist in Kamen nicht die Rede. Gleichwohl spricht auch Wolter davon, dass die Betreuung von Covid-Patienten „besondere Anforderungen an unsere Mitarbeiter“ stelle. Die Tätigkeit unter Vollschutz bedeute körperliche Herausforderungen. Die Patienten müssten zudem gut überwacht werden, da kurzfristig Zustandsverschlechterungen möglich seien. Die Arbeit sei „auch und gerade in diesem Bereich“ anstrengend und besonders verantwortungsvoll.

Operationen müssen nicht verschoben werden, aber Patienten sagen ab

Dass nicht zwingend nötige Operationen verschoben werden müssen, wie es am Mittwoch das Christophorus-Krankenhaus in Werne mitteilte, ist in Kamen aber nicht der Fall. In Werne hatte sich Krankenhaus-Personal im privaten Umfeld mit dem Coronavirus infiziert; mehrere Mitarbeiter mussten sich in Quarantäne begeben.

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Aber: „Wir registrieren, dass Patienten von sich aus schon einmal Termine absagen oder verschieben“, so Wolter. In den meisten Fällen dürfte die Sorge dahinter stecken, sich im Krankenhaus mit Corona zu infizieren.

Der Klinikum-Sprecher appelliert jedoch: „Wir empfehlen, diagnostische und therapeutische Maßnahmen nicht ohne Abstimmung mit einem betreuenden Arzt auszusetzen. Angesichts der hohen Sicherheitsstandards in unseren Krankenhäusern raten wir dringend davon ab, aus Sorge vor Corona andere Gesundheitsrisiken einzugehen.“

Hoffen auf finanzielle Absicherung durch die Politik

Doch das ganze Thema hat auch eine finanzielle Dimension. Finden Operationen nicht statt, hat das Krankenhaus Erlösausfälle. Zudem bedeute das Vorhalten von speziellen Kapazitäten für Corona-Patienten „natürlich wirtschaftlichen Aufwand“, wie Klaus-Peter Wolter erklärt.

Mit Blick auf die anhaltende Sondersituation der Pandemie für die Krankenhäuser begrüße das Klinikum daher die Ankündigungen der Politik, hierzu auch wirtschaftliche Absicherungen etablieren zu wollen, so Wolter.

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