Radiosender wie WDR 2 sind analog über verschiedene UKW-Frequenzen (im Bild eine NRW-Karte) zu empfangen, die regional unterschiedliche Programme übermitteln können. Digital wird bei den Glasfaser-Kunden von Helinet allerdings das Signal von WDR 2 Rheinland eingespeist. © Marcel Drawe
Glasfaser-Anschluss

Helinet-Kunden hören nur lokale Radio-Nachrichten aus dem Rheinland

Schnelles Internet per Glasfaser ist eine feine Sache, doch der Radio-Empfang ist für Helinet-Kunden nicht frei von Tücken. Obwohl die Empfangsstation in Hamm steht, läuft Radio aus dem Rheinland.

Ingeborg Brandt aus Kamen ist Kundin bei Helinet. In einer Mail an unsere Redaktion macht sie auf ein Problem aufmerksam. In der Warn-App „Nina“ las sie in Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen, dass die Meldungen der lokalen Radiosender beachtet werden sollten. Deshalb wollte sie gerne die Lokalnachrichten von WDR 2 hören. Doch statt aus dem Studio Dortmund bekommt sie nur die Nachrichten aus Köln zu hören.

Brandt schreibt als Erklärung dazu: „Helinet hat im letzten Sommer die analogen Sender im Kabel abgeschaltet und sendet nur digital.“ Dagegen sei auch nichts einzuwenden. Aber bei den Radiosendern könne der für die Region wichtige Sender von WDR 2 Dortmund nicht eingespeist werden. Es werde nur der Bereich Rheinland gesendet. Radio wie auch Fernsehen empfängt Ingeborg Brandt über einen Glasfaser-Anschluss von Helinet.

Transponder 93 übermittelt das Programm aus Köln

Helinet bestätigt das Phänomen auf Nachfrage unserer Redaktion und erklärt es wie folgt: „Das Problem ist bekannt. Wir übermitteln nicht mehr das UKW-Signal, sondern über unsere Station in Hamm das Satelliten-Signal von Astra, genauer gesagt dem Transponder 93“, so Sprecher Martin Köster.

Und eben jener Transponder 93 empfange und übermittle leider nur WDR 2 aus Köln, und nicht aus Dortmund – auch wenn dies aufgrund der Entfernung zu beiden Städten widersprüchlich erscheinen mag.

Helinet arbeitet an einer Lösung

Glücklich sei man damit nicht bei Helinet, räumt Köster ein, und beteuert, dass man bereits seit einiger Zeit an einer technischen Lösung arbeite. „Wir wollen natürlich über die Glasfaseranschlüsse in der Region auch die regionalen Angebote einspeisen, dazu gehören auch lokale Radios wie die Lippewelle Hamm und Antenne Unna“, so der Sprecher.

Eine Lösung scheine aber nicht ganz einfach zu sein, deshalb wolle er den Kunden diesbezüglich keine Versprechungen machen.

Ingeborg Brandt und anderen Glasfaser-Kunden bleibt damit vorerst nur, den Empfangsweg zu wechseln, wenn sie Lokalnachrichten vom WDR-Radio hören will. Über ein separates Empfangsgerät oder über Smartphone und Tablet. Denn jeder Sender streamt sein Programm längst auch über seine Webseite oder via App.

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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