Heimlich erster Spatenstich für die Klimaschutzsiedlung? Der Bagger rollt am Pastoratsfeld

dzWohnen in Kamen

Ein erster Bagger auf dem Feld, auf dem die Klimaschutzsiedlung entstehen soll. Aufmerksame Beobachter befürchten, dass die Bauarbeiten vorzeitig gestartet wurden. Darum handelt es sich wirklich.

Kamen

, 22.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Bagger buddelt auf dem Feld neben dem Pastoratsfeld in Methler, dort wo die Klimaschutzsiedlung enstehen soll. Aufmerksame Bürger sind wachsam. Gleich mehrere melden sich in unserer Redaktion und fragen, was ist da los? Ist da schon heimlich der erste Spatenstich für das neue Wohngebeit erfolgt, in dem besondere Umweltschutzauflagen gelten sollen?

Die Pläne für den neuen Bebauungsplan liegen im Rathaus aus

Mitnichten, wie Stadtsprecher Peter Büttner auf Anfrage der Redaktion erläutert. Bekanntlich ist das Verfahren für die Neuaufstellung des Bebauungsplans „36KaMe“ noch nicht abgeschlossen.

Zurzeit ist er in der Phase der sogenannten Öffentlichkeitsbeteiligung. Im Rathaus liegen die Pläne aus, zu denen Bürger Kritik und Anregungen geben können. Und dennoch rollt der Bagger? „Es handelt sich um Sondierungsuntersuchungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe“, erklärt Büttner.

Heimlich erster Spatenstich für die Klimaschutzsiedlung? Der Bagger rollt am Pastoratsfeld

Ein erster Entwurf für die sogenannte Klimaschutzsiedlung in Methler. Auf diesem Plan kann man erkennen, wie sich das Wohngebiet ungefähr zwischen Pastoratsfeld und Dorf Methler einfügen wird.

LWL-Fachleute kommen aus Olpe

Fachleute des Verbandes, kurz LWL, untersuchen dabei den Boden auf wertvolle Überbleibsel aus der Vergangenheit. Das ist nicht auf allen künftigen Baufeldern notwendig. „In diesem Fall auschlaggebend war die Nähe zum Westicker Feld und dem Seseke-Körne-Winkel“, so Büttner. Die LWL-Kräfte aus der Abteilung „Archäologie“, die im sauerländischen Olpe angesiedelt ist, werden von Mitarbeitern eines Tiefbauunternehmens unterstützt. In dem westlichen Stadtteil Kamens sind in der Vergangenheit Münzen und Metallfibeln entdeckt worden. Neben anderlei Schmuck, Bronzegefäßen und Trinkgläsern wurden auch menschliche Schädel und Statuetten der römischen Götter Mars, Jupiter und Minerva bei Ausgrabungen in der germanischen Siedlung gefunden.

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Auf historischen Schätzen soll niemand wohnen

Bebauungsplan Methler

Unterlagen liegen aus

  • Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 36 Ka-Me „Wohnbebauung südlich Dorf Methler“ entwickelt die Stadt ein neues Wohnbaugebiet, das den Kriterien einer sogenannten Klimaschutzsiedlung entspricht.
  • Interessierte können jetzt einen Blick in die Planungsunterlagen werfen: Bis einschließlich 30. November liegen der Bebauungsplanentwurf, seine Begründung sowie weiterführende Planunterlagen beim Fachbereich Planung, Bauen, Umwelt der Stadt Kamen, Rathausplatz 1, vor Zimmer 301 öffentlich zur Einsichtnahme aus.
  • Darüber hinaus ist der Entwurf auch auf den Internetseiten der Stadtplanung unter www.stadtplanung-kamen.de eingestellt.

Auf solchen historischen Schätzen soll niemand wohnen. Falls es Hinweise auf bewahrungswerte Dinge gibt, müssen diese genauso aufwendig gesichert werden, wie das zurzeit auf dem Baufeld der Villa „Möcking“ geschieht. Die geplante Klimaschutzsiedlung wird aus 28 Einzelhäusern, vier Doppelhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern bestehen, die in einer sogenannten Schleifenerschließung auf der drei Hektar großen Fläche in Methler angeordnet werden. Das neue Baugebiet, für das jetzt Planrecht geschaffen wird, schließt eine Lücke südlich des Dorfkerns Methler. Die Grundstücksgrößen in dem geplanten Baugebiet zwischen Germaniastraße und Haferfeld betragen 300 bis 600 Quadratmeter, die Erschließung soll im kommenden Jahr von der Germaniastraße aus erfolgen.

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