Südkamener retten 100-Kilo-Stein vor Abrissbaggern – er soll ins Neubaugebiet integriert werden

dzWohnen in Südkamen

Vom Hof Schulze-Bergcamen in Südkamen ist nicht mehr viel übrig, der Abriss läuft. Doch ein bedeutsamer Stein wurde vor den Baggern gerettet. Dieser Stein soll eines Tages an den Ort zurückkehren.

Südkamen

, 21.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Gerd Ehresmann, Heimatpfleger in Südkamen, den 100 Kilo schweren Stein in seinem Kofferraum hatte, wusste er zunächst nicht weiter, wie Peter Resler, ebenfalls Ortsheimatpfleger in dem Stadtteil, berichtet. Denn alleine konnte Ehresmann den Koloss, den ihm Bauarbeiter in sein Auto gelegt hatten, dort nicht so einfach wieder herausbekommen.

Bei dem grauen Stein, handelt es sich um den Giebelstein des Hofes Schulze-Bergcamen, von dem mittlerweile nicht mehr viel übrig ist. Dort reißt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna (WFG) bekanntlich die ganze Hofanlage ab, damit auf dem Grundstück neue Wohnungen gebaut werden können.

Ortsheimatpfleger fährt mit 100-Kilo-Stein im Kofferraum herum

Auch der Stein, auf dem steht, dass Heinrich Mork den Hof 1848 erbaut und Hermann Wibbeling ihn im Jahr 1931 umgebaut hat, wäre wahrscheinlich den Abrissbaggern zum Opfer gefallen, wenn die Heimatfreunde in Südkamen nicht rechtzeitig darum gebeten hätten, ihn behalten zu dürfen.

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Und so bekamen sie vor den Abrissarbeiten Bescheid, dass der Stein abgeholt werden könne. Ehresmann erklärte sich bereit, ihn abzuholen. Doch wie sollte es dann weitergehen? Weil sich nicht direkt ein starker Helfer gefunden habe, sei Ehresmann ein paar Tage mit dem schweren Stein durch die Gegend gefahren, bis Ortsvorsteher Jürgen Senne ihm schließlich geholfen habe, den Stein in einer Garage der ehemaligen Polizeikaserne einzulagern, berichtet Resler.

Auf dem Stein ist zu lesen, dass Heinrich Mork den Hof 1848 erbaut hat und Hermann Wibbeling ihn im Jahr 1931 umbaute. Jetzt ist allerdings nicht mehr viel von ihm übrig. Der Hof Schulze-Bergcamen wird abgerissen.

Auf dem Stein ist zu lesen, dass Heinrich Mork den Hof 1848 erbaut hat und Hermann Wibbeling ihn im Jahr 1931 umbaute. Jetzt ist allerdings nicht mehr viel von ihm übrig. Der Hof Schulze-Bergcamen wird abgerissen. © privat

Ortsheimatpfleger haben einen Plan für den alten Giebelstein

Ein großer Aufwand, der sich hoffentlich für die Heimatfreunde gelohnt hat, denn noch steht nicht fest, dass er an die Stelle kommt, die sie für ihn vorgesehen haben. Und zwar zurück auf das Grundstück des alten Hofes. „Wir wollen dem künftigen Bauherren ans Herz legen, den Stein auf dem Gelände unterzubringen“, so Resler. Er soll als Marke immer daran erinnern, was dort vorher einmal war.

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Da der Bauherr zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht feststeht – die WFG macht das Gelände nur marktreif und verkauft es dann weiter an einen Investor – ist noch nicht klar, dass der Plan der Heimatfreunde auch tatsächlich aufgehen wird. Aber immerhin haben sie den Stein schon einmal vor den Baggern gesichert – und haben dazu eine amüsante Geschichte zu erzählen.

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