Heikler Kanalbau an Kirche: Mini-Tunnelbohrmaschine schafft die ersten Meter

dzBaudenkmal darf nicht wackeln

Kanalbauer sind in heikler Mission an der Margaretenkirche unterwegs. Eine Mini-Tunnelbohrmaschine frisst sich unweit der Fundamente des Baudenkmals durchs Erdreich. Die ersten Meter sind geschafft.

Kamen

, 15.09.2019, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Margaretenkirche in Methler soll dabei nicht wanken: In der Nähe des Baudenkmals werden seit voriger Woche Kanalrohre unterirdisch im Boden verpresst. „Die ersten Meter sind geschafft“, sagte Bernd-Josef Neuhaus vom Stadtentwässerungsbetrieb Kamen. Angewendet wird ein Verfahren, bei dem Experten ein Risiko für das Gotteshaus ausschließen.

Drei Gruben und eine Tunnelbohrmaschine

Rund anderthalb Jahre herrschte Baustopp an der Margaretenkirche, bis die Bauarbeiten im Juni zunächst mit der Wiederherstellung des östlichen Kirchparkplatzes begannen. Dort waren die Kanalrohre schon verlegt gewesen. Zur Fortsetzung der Kanalbauarbeiten haben die Bauarbeiter in den vergangenen Wochen tiefe Gruben angelegt. Aus der einen Grube werden die Kanalrohre horizontal in Richtung der zweiten Grube vorgepresst. Für eine weitere Strecke wird eine dritte Grube benötigt. Die eingesetzte Mini-Tunnelbohrmaschine soll keine schädlichen Erdbewegungen verursachen.

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Das spätromanisches Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert ruht anders als moderne Gebäude auf einem Ringfundament aus Steinen, was die Kanalbau-Mission heikel macht. Direkt neben dem alten Gemäuer soll ein maroder Kanal ersetzt werden, was den Kanalbauern mehr Kopfzerbrechen bereitete als anfangs gedacht. Die Stadt Kamen stoppte die Bauarbeiten bereits im Sommer 2017 wegen Zweifeln am zunächst gewählten Bauverfahren. Während die Fachleute nach einer alternativen Lösung suchten, verzögerte sich die Wiederaufnahme des Kanalbaus.

Heikler Kanalbau an Kirche: Mini-Tunnelbohrmaschine schafft die ersten Meter

Die Kanalrohre werden im sogenannten „Microtunneling“-Verfahren vorgepresst. Hier ein Blick in die Grube mit dem Startpunkt. © Stefan Milk

Lasergesteuert durch das Erdreich

Experten prüften und rechneten, bis Dr. Uwe Liedtke von der Stadt Kamen im Herbst 2018 eine Alternative verkünden konnte: den unterirdischen Kanalbau per „Microtunneling“ ab April 2019. Nachdem die Monate April und Mai ohne Bautätigkeit verstrichen waren, wurde die Baustelle im Juni eingerichtet.

Der Kanal, der erneuert wird, verläuft auf einer Länge von rund 190 Metern auf der Nord- und Westseite der Margaretenkirche. In der Draufsicht reichen die Kanalrohre bis auf ungefähr vier Meter an das Baudenkmal heran. Es handelt sich um das letzte fehlende Teilstück einer Baulänge von 380 Metern zwischen Gantenbach und Otto-Prein-Straße. Die Bauarbeiten begannen bereits 2016 und wurden auf 1,3 Millionen Euro beziffert.

Während die Baufirma Steinbrecher den Auftrag für Erdarbeiten und die Oberflächen-Wiederherstellung ausführt, kümmert sich die Baufirma Jordan um das „Microtunneling“. Die Bohrmaschine wird lasergesteuert in den Boden gedrückt, wobei die Vortriebsrohre den Bohrkopf weiterschieben.

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