Zu viel Vertrauen unter alten Bekannten macht 46-Jährigen unwissentlich zum Handy-Hehler

dzGerichtsverhandlung

Vertrauen, das ein 46-Jähriger in einen alten Bekannten setzte, endete für ihn mit reichlich Ärger. Er musste sich wegen Hehlerei vor dem Amtsgericht Unna verantworten.

von Sylvia Mönnig

Kamen, Bönen

, 19.03.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nachdem der 46-jährige Mann aus Bönen Handys weiterverkaufte, die ein Bekannter aus Kamen zuvor gestohlen und ihm dann überlassen hatte, musste er sich nun wegen des Verdachts der Hehlerei vor Gericht verantworten und beteuerte seine Unwissenheit.

Sechs Fälle von Diebstahl

In sechs Fällen erwarb der Bönener im Herbst 2018 in Kamen neue iPhones von dem alten Bekannten und veräußerte sie gegen Aufpreis an einen An- und Verkäufer in Münster. Als ans Licht kam, dass besagter Bekannter die Smartphones im Lager eines Paketdienstes geklaut hatte, geriet der 46-Jährige in Verdacht, bewusst Geschäfte mit Diebesgut gemacht zu haben.

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Vor Gericht erklärte der Angeklagte nun, den wahren Ursprung der Geräte ganz gewiss nicht gekannt zu haben. Er habe dem Kamener geglaubt, als dieser ihm versichert habe, dass er die Handys selbst erworben habe. Und als er sie dann weiterverkauft habe, habe er das doch sogar unter Vorlage seines Ausweises getan. „Da müsste ich ja blind und taub sein, so etwas zu machen. Dass das wieder auf mich zurückkommt, das weiß ich.“ Zumal der Gewinn, den er gemacht habe, nicht besonders groß gewesen sei – maximal 100 Euro pro Gerät.“

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Handydieb entlastet seinen Bekannten

Der Kamener Lieferant, selbst mittlerweile wegen der Diebstähle zu einem Jahr Haft auf Bewährung sowie 100 Sozialstunden verurteilt, bestätigte die Einlassung des Angeklagten. Dem habe er damals erzählt, dass er die Handys selbst gekauft habe. „Ich gehe davon aus, dass er davon ausgegangen ist, dass die Geräte sauber sind“, betonte der 38-jährige Kamener. Unter den Umständen konnte das Gericht letztlich nicht feststellen, dass der Angeklagte tatsächlich wusste, dass die Handys gestohlen waren. Für ihn endete das Verfahren mit einem Freispruch.

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