Heerener Kleinschwimmhalle auf unbestimmte Zeit geschlossen – ist das der Anfang vom Ende?

dzHiobsbotschaft aus Heeren

Die Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve fällt für unabsehbare Zeit aus – und die Betreiber können keinen Wiedereröffnungstermin nennen. Droht dem von Schließung bedrohten Bad das vorzeitige Aus?

Kamen, Heeren-Werve

, 04.11.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Astrid-Lindgren-Schule muss den Schwimmunterricht streichen, mehrere Sportvereine sagen ihre Wassergymnastikkurse ab: Die Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve ist defekt und kann nicht mehr genutzt werden.

Die Stadt Kamen kündigte am Montag eine „längere Schließungszeit“ für das Stadtteilbad an, das durch Bäder-Neubaupläne in Kamen-Mitte sowie wegen eines Sanierungsstaus als existenzbedroht gilt. Ein „genauer Termin“ zur Wiedereröffnung sei aufgrund der „festgestellten technischen Probleme und den daraus resultierenden Reparaturen“ noch nicht zu nennen.

Hubboden der Kleinschwimmhalle steht schief

Was die Stadt mit den technischen Problemen meint, präzisiert der Badbetreiber GSW. „Wir haben einen defekten Hubboden“, sagte Timm Jonas, Sprecher der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen am Montag. Das Schwimmbad sei im Rahmen der jährlichen Revision in den Herbstferien überprüft worden. „Dabei war eine Schiefstellung des Hubbodens zu erkennen. Deswegen stehen erhebliche Reparaturarbeiten an, und wir können nicht sagen, wie lange das dauert.“ Zu beziffern ist der Aufwand auch noch nicht.

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In den feuchten Katakomben der Kleinschwimmhalle Heeren

Damit man sich vor Ort ein Bild von der Lage der Kleinschwimmhalle Heeren machen kann, laden die GSW zur Badbesichtigung ein. Die Mängel werden besonders deutlich, als es in den Keller geht.
07.03.2019
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Sanieren oder der Neubau eines Kombibades in Kamen-Mitte? Die Tage für die Kleinschwimmhalle Heeren könnten gezählt sein. Bei einer Besichtigung zeigt Architektin Daniela Kersting die Mängel, die sie bereits in einem ausführlichen Gutachten zusammengefasst.© Stefan Milk
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Im Keller werden die manche Mängel besonders deutlich. Manche Wände sind vollkommen nass. An anderen Wänden sind Ausblühungen zu erkennen.© Stefan Milk
An der Besichtigung am Donnerstag nahmen Bäderleiter Marcus Müller (v.l.), GSW-Chef Jochen Baudrexl, Bürgermeisterin Elke Kappen sowie die Derzernenten Ingelore Peppmeier und Dr. Uwe Liedtke teil. Architektin Daniela Kersting führte die Delegation auch die Kleinschwimmhalle Heeren.© Stefan Milk
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Diese Stehleiter soll angeblich immer noch in der Kleinschwimmhalle zum Einsatz kommen. Das bestreitet jedoch Burkhard Allebrodt von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Bades.© Stefan Milk
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Vier Treppen führen zum Eingangsbereich hoch. Wer beispielsweise mit einem Rollator unterwegs ist, wird seine Mühe haben, die Tür zu erreichen.© Stefan Milk

Drohen in Heeren-Werve jetzt Wochen oder sogar Monate ohne Kleinschwimmhalle? Oder könnte der Schaden sogar das vorzeitige Aus für das sanierungsbedürftige Stadtteilbad bedeuten – ein Worst-case-Szenario, dass GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl kürzlich in der laufenden Diskussion um die Zukunft der Kamener Bäder angesprochen hatte. In einem Interview hatte er bekräftigt, dass der Betrieb in allen sanierungsbedürftigen Bädern so lange aufrecht erhalten bleibt, wie es geht. „Wir wünschen uns, dass wir nicht aus einem Kollateralschaden heraus eines der Bäder vom Netz nehmen müssen.“

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Die Kerze für die Kleinschwimmhalle

Baudrexl wollte auch die sprichwörtliche „Kerze“ für das Heerener Bad anzünden, damit es trotz eines bereits früher gutachterlich ermittelten Sanierungsaufwands von mindestens 3,9 Millionen Euro weiter hält. „Ich vermag nicht zu sagen, ob seine Gebete nicht erhört wurden oder ob er nicht genug gebetet hat“, sagte GSW-Sprecher Jonas angesichts der neuen Hiobsbotschaft aus Heeren. Von einem vorzeitigen Aus für die Kleinschwimmhalle sei nach aktuellem Stand nicht auszugehen. „Wir wollen das auf jeden Fall reparieren. Viele Gruppe sind auf die Halle angewiesen“, sagte Jonas.

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Information über Schaden blieb tagelang liegen

Der Schaden am Hubboden wurde laut GSW in den Herbstferien festgestellt. Trotz der möglicherweise politischen Tragweite der Schließung ließen GSW und Stadt mindestens eine Woche bis zur Information der Öffentlichkeit verstreichen. Lediglich die betroffenen Vereine und Hallennutzer wurden vorab über die Schließung informiert.

Die Stadt Kamen ließ eine schriftliche Presseanfrage zur Kleinschwimmhalle bis Montagabend unbeantwortet.

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