Beim Hausbau von Lea Engel geht längst nicht alles glatt. © privat
Hausbau und Familie, Teil 4

Hausbau-Kolumne einer jungen Familie: Der schwarze Klinker muss wieder runter

In ihrer Kolumne berichtet Lea Engel launig, wie es beim Hausbau einer jungen Familie zugeht. Im vierten Teil geht es um die Folgen eines Wochenendurlaubs und die falschen Klinker.

Nachdem wir die letzten Monate eigentlich nichts anderes als die Baustelle, unsere zu kleine Wohnung oder unsere Kinder gesehen hatten, haben wir uns dazu entschieden während des Baus wegzufahren. Wir besuchten Ende Juli meine Familie an der Ostsee. Tapetenwechsel klingt in diesem Zusammenhang etwas makaber, aber wir mussten halt mal was anderes sehen. Vielleicht hätten wir dafür nicht ganz so weit weg fahren sollen, denn während wir also in Travemünde am Strand spazieren gingen, kam unser Klinker tatsächlich an.

Wenn man mal wegfährt, kommt alles überpünktlich an

Und es ist ja klar – man wartete monatelang auf Baugenehmigung, Rückmeldung von sämtlichen Handwerkern oder auf Lieferungen jeglicher Art.

Aber wenn wir mal ein verlängertes Wochenende wegfahren wollen, dann kommt natürlich einmal etwas überprünktlich an. Wie soll es anders sein.

Die Nachricht an sich war ja erst mal sehr erfreulich und wir haben uns gedacht: „Ach super, dann sind ja tatsächlich schon ein paar Steine an der Fassade, wenn wir nach Hause kommen“.

Tobi und ich haben uns für eine Teil-Klinkerung entschieden. Ok, ich hab das entschieden. Aber Tobi mag es auch. Sagt er zumindest.

Das bedeutet, die untere Hälfte wird geklinkert, die obere verputzt. Und deshalb hatten wir uns – jaaa, hatte ich mir – einen dunklen Klinker ausgesucht. Anthrazit sollte es werden. Unser Wunschklinker ist allerdings nicht lieferbar gewesen aufgrund von Corona (die gängige Ausrede) und so mussten wir relativ schnell und blind einen anderen aussuchen.

Voller Vorfreude kamen wir aus dem Kurzurlaub wieder und stellten mit Erschrecken fest, dass es der falsche Klinker ist. Er war viel dunkler und zu eintönig im Vergleich zu den den Referenzbildern. Und natürlich waren schon sechs Reihen fertig geklinkert. Klar, Handwerker sind ja immer schnell und zuverlässig wenn man es braucht…

Somit war der Urlaub umsonst, denn all die Entspannung war vergessen. Ich fand die Steine schrecklich. Viel zu dunkel; sie waren schwarz.

Für mich brach eine Welt zusammen, weil ich wusste, ich würde den Rest meines Lebens auf diese schwarzen Wände gucken. Ich sagte zu Tobi, dass der wieder runter muss. Also nicht Tobi, sondern der Klinker. Einig waren wir uns da nicht wirklich, gewonnen hab trotzdem ich. Wir haben unseren Gutachter eingeschaltet und dieser hat bestätigt, dass der gelieferte Klinker nicht dem bestellten entspricht.

Neuer Klinker, neues Glück. Danach ging es dann aber wirklich wieder bergauf. Bzw. hoch hinaus! Wir feierten unser Richtfest und waren so stolz unserer Familie und unseren Freunden das Haus zu zeigen. Ein verrücktes Gefühl – vor kurzem war da nur ein Bagger und ganz viel Erde und nun standen wir in unserem Haus. Mit Dach und sogar dem richtigen Klinker.

Über die Autorin: Lea Engel (29) hat gemeinsam mit ihrem Partner Tobias Leidecker ein Haus in Kamen gebaut. In ihrer Kolumne berichtet Engel alle zwei Wochen, wie sie den Hausbau erlebt hat und was für Hürden die junge Familie nehmen musste.

Lea Engel ist auch in den Sozialen Medien aktiv, zu finden ist sie bei Instagram und TikTok unter „leeaengel“. Mit ihrem Partner produziert sie außerdem den Erziehungs-Podcast „Erziehung und Sieziehung“. Jeden Freitag erscheint eine neue Folge bei Spotify und iTunes.

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