Handyvertrag abgeschlossen – und keiner will es gewesen sein

dz36-Jähriger angeklagt

Ein 36-Jähriger soll online einen Vertrag über ein Smartphone abgeschlossen haben – doch das bestreitet er vor Gericht. Als der Verdacht auf einen Bekannten fällt, versucht der Richter, den Nebel zu lichten.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 06.11.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 1 min

Über den Namen eines Bekannten sollte ein Kamener einen Mobilfunk-Vertrag abgeschlossen und das dazugehörige Handy kassiert haben. Ein Vorwurf, den der 36-Jährige nun vor Gericht vehement bestritt – und das letztlich mit Erfolg.

Im September vergangenen Jahres wurde der Vertrag online abgeschlossen. 999 Euro sollten fließen. Als vermeintlicher Kunde war der Bekannte des Kameners benannt. Die Lieferung des Handys erfolgte allerdings an den 36-Jährigen in Kamen. Als kein Cent bezahlt wurde, fiel der Verdacht letztlich auf ihn.

Nun befasste sich das Amtsgericht mit dem Fall. Doch er beteuerte, dass der Bekannte den Deal gemacht und ihm das Smartphone für 475 Euro verkauft habe. Und das habe der Andere getan, um wieder flüssig zu werden, da er von einer Bank kein Geld erhalten habe. Leider habe er nichts Schriftliches, weil er ihm vertraut habe.

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Bekannter schildert alles anders

Der, ein 25-Jähriger aus Dortmund, schilderte das Ganze gänzlich anders. Er habe mitnichten den Vertrag abgeschlossen und wisse auch nicht, wie er zustande gekommen sei. Bei der angegeben Kontoverbindung handelte es sich nicht um seine und die Mailadresse stamme auch nicht von ihm. Er habe kein Geld von dem Kamener erhalten. Jedoch habe er dem vor einiger Zeit seinen Ausweis überlassen – in der Hoffnung auf einen Job. Und: Er habe immer wieder Rechnungen mit abweichender Lieferanschrift und keine Ware erhalten.

Der Richter brachte es auf den Punkt: „Es ist sicher, dass ein Vertrag online abgeschlossen wurde, aber wie und von wem bleibt im Nebel.“ Folge: Der Kamener wurde vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen.

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