Hallenbad Methler soll für Sanierung nicht ausgeblendet werden

dzBäder-Diskussion

Der Schwimmbadbetreiber GSW beziffert den Sanierungsbedarf aller Bäder in Kamen neu, blendet aber das Hallenbad Methler aus, weil es ihm nicht gehört. Das kritisiert die Linke/GAL.

Kamen

, 18.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Je näher die mögliche Entscheidung über den Neubau eines Kombibads rückt, desto drängender werden für die Kritiker die Fragen nach der Alternative. Eine Sanierung des Bestands mindestens mit dem Hallenbad Kamen-Mitte, dem Freibad Kamen-Mitte und der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve wäre die theoretische Option für alle, die dezentrale Schwimmbecken erhalten wollen.

Doch wer sich ein Bild von den Möglichkeiten einer Bestandssanierung machen will, braucht Einblick in den Sanierungsbedarf. Nachdem bereits die Bürgerinitiative zum Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve einen Zugang zum sogenannten Constrata-Gutachten gefordert hatte, in dem der Schwimmbadbetreiber GSW im Jahr 2014 den maroden Zustand der Bäder beschrieb, bekräftigt nun auch Fraktion Die Linke/GAL den Wunsch nach Transparenz. „Es hilft nur eins: Eine größtmögliche Transparenz in der Bäderfrage kann nur durch Veröffentlichung aller Gutachten erreicht werden“, erklärte Fraktionschef Klaus-Dieter Grosch in einer Mitteilung.

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Auf taube Ohren gestoßen

Der Ratspolitiker zeigt sich verwunderte über Äußerungen von GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl gegenüber unserer Zeitung. Baudrexl hatte im Hinblick auf die Forderung der Bürgerinitiative betont, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, dass alle Entscheidungsgrundlagen öffentlich werden, also auch das Constrata-Gutachten, sobald es in aktualisierter Fassung vorliegt. Grosch merkt nun an, dass er schon Ende 2014 eine Veröffentlichung des Gutachtens gefordert – und damit auf taube Ohren gestoßen sei. Zwar seien die errechneten Kosten für eine Sanierung der Kamener und Bergkamener Bäder sowie der Eishalle in Bergkamen genannt worden, das Gutachten mitsamt den Grundlagen zur Ermittlung der Zahlen sei für die Ratsfraktion aber nicht einsehbar gewesen.

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So sehen die Pläne für das Kamener Kombibad aus

Das Architekturbüro Geising & Böker hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für ein ganzjähriges nutzbares "Kombibad" in Kamen vorgelegt.
07.11.2018
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Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Vorgesehener Standort für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen ist das Gelände des heutigen Freibads Kamen.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Technische Daten des Neubaus: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW
Gegenüber einem früheren Grobentwurf des Gutachterbüros GMF ist Grundfläche der aktuellen Planung größer geworden. © Geising & Böker/GSW
Der Vergleich der bisherigen Grobplanung und des jetzt vorgelegten Entwurfs. Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Aktuelle Kostenschätzungen: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW

Der Kamener Stadtrat steht voraussichtlich Anfang 2019 vor der Wahl, ob er sich für den Neubau eines Kombibads für bis zu 23,6 Millionen Euro netto (28,1 Millionen Euro brutto) entscheidet oder für eine Bestandssanierung. Der Investitionsbedarf im Bestand wurde von der Gutachterfirma Constrata vor vier Jahren wie folgt beziffert: 7,217 Millionen Euro netto fürs Hallenbad Kamen, 3,427 Millionen Euro fürs Freibad Kamen, 3,985 Millionen Euro fürs Hallenbad Methler und 2,408 Millionen Euro für die Kleinschwimmhalle Heeren-Werve. Das ergibt zusammen 17,037 Millionen Euro.

Methleraner Lücke

Da die Daten inzwischen veraltet sind, besorgen sich die GSW derzeit bei den Constrata-Prüfern ein Update, wobei das Hallenbad Methler laut GSW-Chef diesmal nicht einbezogen wird, da es nicht den GSW gehört. Die Linke/GAL-Fraktion kritisiert das Auslassen von Methler bei dem Update. Vor vier Jahren sei Methler noch Teil des Gutachtens gewesen – und an der von Baudrexl angeführten Eigentumsfrage habe sich seitdem nichts geändert. „Eine vom Eigentümer beabsichtige Schließung ist reine Spekulation“, behauptet Grosch.

Dezentrale Bäderstruktur

Die Linken bzw. die GALier setzen sich für den Erhalt der dezentralen Kamener Bäderstruktur ein und finden deshalb frische Zahlen für das Hallenbad Methler interessant. Auch Bündnis 90/Die Grünen hat sich kürzlich bereits gegen die Neubaupläne für ein Kombibad ausgesprochen, die aus Sicht von Fraktionschefin Anke Dörlemann ein „finanzpolitisches Harakiri“ sind. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) will Anfang 2019 ein Finanzierungskonzept sowohl für die Neubau- als auch für die Sanierungspläne vorlegen, damit der Stadtrat entscheiden kann.

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