Haftstrafe nach Randale im Streifenwagen

dzGericht

Als die Polizei einen Ruhestörer mit zur Wache nehmen wollte, wehrte er sich nach Kräften und auf ungewöhnliche Weise. Das führte ihn vor Gericht und kostet ihn nun die Freiheit.

von Jana Peuckert

Kamen

, 18.12.2019, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder hatten Nachbarn in der Nacht auf den 1. Mai wegen Ruhestörung in einem Kamener Wohnhaus die Polizei gerufen. Immer wieder waren die Beamten ausgerückt. Bei einem Einsatz um 7 Uhr war das Maß dann voll, die Polizisten wollten den 41-Jährigen mit zur Wache nehmen.

Und für den Widerständigen hatte das jetzt Folgen vor Gericht, das ihn über ein Jahr ins Gericht schickte. Denn auf der Fahrt zum Polizeirevier leistete er Widerstand – auf durchaus ungewöhnliche Weise.

Der Mann droht, sich zu übergeben

Nachdem er in den Streifenwagen bugsiert worden war, erklärte der alkoholisierte Mann – 1,2 Promille – ihm sei schlecht und er brauche frische Luft. Das geöffnete Fenster nutzte der Bergkamener dazu, seinen gesamten Oberkörper nach draußen zu hängen. Daraufhin ließen die Beamten das Fenster zu. Wenn das so sei, erklärte der 41-Jährige, würde er sich eben in den Schoß des neben ihm sitzenden Beamten übergeben. Kurz darauf steckte er sich den Finger in den Hals und begann zu würgen. Der Polizist reagierte schnell und zog den Finger heraus. Nun drohte der Mann damit, die Beamten anzuspucken, was gefährlich sei, da er HIV positiv sei.

Polizeibeamte belasten den Angeklagten

Als der 41-Jährige merklich Spucke in seinem Mund ansammelte, verpassten ihm die Beamten einen Mundschutz. Im Amtsgericht Kamen sah sich der Mann dafür dem Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ausgesetzt. Der 41-Jährige zog es vor, zu schweigen.

Der Polizist, der im Streifenwagen neben ihm gesessen hatte, konnte sich im Zeugenstand noch genau an die besagte Nacht erinnern. Bei der Ankunft an der Wohnung, hätten er und seine Kollegin bereits im geschlossenen Fahrzeug laute Musik gehört. Und: „Man hat Schreie in der Wohnung gehört.“

Urteil: Ein Jahr und drei Monate Haft

Auf Klopfen und Klingeln habe der Angeklagte nicht reagiert, weshalb letztlich der Schlüsseldienst helfen musste. Im Streifenwagen sei der Mann „verbal sehr aggressiv“ geworden. Auch in der Vergangenheit hatte sich der zwölffach vorbestrafte Mann mit der Polizei angelegt.

In einem Fall musste er sogar aus der Wohnung getragen werden. Zudem war er wegen Missbrauchs von Notrufen verurteilt worden. Entsprechend hoch fiel nun das Urteil aus: ein Jahr und drei Monate Haft.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Gymnasium Kamen
Nach dem plötzlichen Schulleiter-Abschied: So kompensiert das Gymnasium den Wechsel nach Unna
Hellweger Anzeiger Klimaschutz
Ökofilm war überraschend schlecht besucht – dafür kamen die Besucher von weit her.
Hellweger Anzeiger Sinfonische Reihe
Die verschiedenen Formen der Liebe: Philharmonie gelingt überzeugender Jahresauftakt
Hellweger Anzeiger Auf dem Willy-Brandt-Platz
Erster Adventsmarkt „voller Erfolg“: Neuauflage nach Premiere bei der Winterwelt realistisch
Hellweger Anzeiger Mehrfachtäter vor Gericht
Überall lagen Lebensmittel: Einbrecher verwüstet Pizzeria in Kamen
Meistgelesen