Kellerbrand in Mehrfamilienhaus: Feuerwehr ruft „Massenanfall von Verletzten“ aus (+Video)

dzFeuerwehr Kamen

Durch das Treppenhaus eines achtstöckigen Wohnhauses in Kamen zog am frühen Donnerstagmorgen gefährlicher Rauch. Im Keller brannte es. Die Einsatzkräfte mussten schnell handeln.

von Michael Neumann

Kamen

, 24.10.2019, 06:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hausbewohner entdeckten um kurz nach drei Uhr in der Nacht zu Donnerstag aufgrund der starken Rauchentwicklung im Treppenhaus den Brand im eigenen Kellerbereich. Die Feuerwehr wurde um 3.10 Uhr informiert und stellte beim Eintreffen am Einsatzort fest, dass sich zahlreiche Bewohner im rauchbelasteten Treppenhaus bewegten.

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Brand in Kamener Mehrfamilienhaus

Aufgrund dieser Tatsache riefen die Einsatzkräfte die „MANV-2-Stufe“ (Massenanfall von Verletzten) aus, weshalb zusätzliche Rettungsmittel aus dem Kreis Unna nach Kamen geschickt wurden.

Neben Löschzug I und II aus Kamen, waren noch ungefähr zehn Rettungswagen, vier Notärzte, der Katastrophenschutz sowie mehrere Streifenwagen der Polizei vor Ort.

Kellerbrand in Mehrfamilienhaus: Feuerwehr ruft „Massenanfall von Verletzten“ aus (+Video)

Da sich viele Menschen im verrauchten Treppenhaus bewegten, wurde ein MANV (Massenanfall von Verletzten) II ausgerufen. © Michael Neumann

Unter Atemschutz begab sich die Feuerwehr in den Kellerbereich, um mit den Löscharbeiten des brennenden Sperrmülls zu beginnen. Bei dem Brand gab es eine starke Rauchentwicklung, sodass zahlreiche Lüfter im Keller- und Hausflurbereich zur Entlüftung zum Einsatz kamen.

Von der Feuerwehr wurde das komplette Wohnhaus nach weiteren möglichen Verletzten abgesucht. Vor Ort wurden 16 Personen erstversorgt und am Sammelplatz namentlich registriert, weitere fünf Personen wurden leicht verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Kellerbrand in Mehrfamilienhaus: Feuerwehr ruft „Massenanfall von Verletzten“ aus (+Video)

Zahlreiche Rettungskräfte und -fahrzeuge waren vor Ort anwesend. © Michael Neumann

Brand gelöscht: Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei

Der eigentliche Brand war schnell unter Kontrolle und nach gut 75 Minuten konnte die Anzahl der Rettungskräfte stufenweise herunter gefahren werden.

Das Wohngebiet um die Straßen Karl-Arnold-Straße und Auf dem Spiek ist in der vergangenen Zeit durch diverse vorsätzlichen Brandstiftungen problembelastet, eine erneute Brandstiftung kann daher nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Deshalb hat die noch in der Nacht vor Ort anwesende Kripo mit den Ermittlungen zur Brandursache begonnen.

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Glück im Unglück hatten die vielen Hausbewohner, dass der Brand relativ schnell entdeckt wurde und ihnen somit ein schlimmeres Brandszenario erspart blieb.

Die Polizei bittet die Bevölkerung zur Aufklärung des Brandes um sachdienliche Hinweise unter (02307) 921-3220.

Laut Vera Howanietz, Pressesprecherin der Kreispolizei Unna, habe ein Sachbearbeiter die Örtlichkeiten am Donnerstag untersucht. „Die Ermittlungen laufen in Richtung Brandstiftung“, so Howanietz. Technik gebe es vor Ort nicht, sodass sich ein technischer Defekt ausschließen lässt. Ob der Brand fahrlässig oder vorsätzlich gestiftet wurde, ist noch völlig offen.

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