Grüner Strom ist nicht exotisch: Das Rathaus in Kamen produziert jetzt selbst

dzGSW Energiedach

Die Stadt Kamen will Vorbild sein und produziert künftig eigenen Strom. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch dem Geldbeutel. Nachmachen kann das jeder.

Kamen

, 28.08.2020, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Zeiten, in denen sich einzelne Exoten mit dem Thema beschäftigt haben, sind vorbei“, sagt die Kamener Bürgermeisterin Elke Kappen. Grüner Strom, CO2 einsparen – das sind Themen, die alle etwas angehen. Sowohl Privatpersonen, als auch die Wirtschaft.

Einen einfachen Weg, grünen Strom zu erzeugen, bieten die Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen mit ihrem Energiedach-Programm. Vor allem sind es Privathaushalte, die die Solaranlagen für ihre Dächer pachten und den größten Teil des Stromes selbst nutzen. Das spart Stromkosten und man leistet einen ökologischen Beitrag zur eigenen Energieversorgung, so der kommunale Energieversorger.

Das Rathaus Kamen produziert bald seinen eigenen Strom

Dass aber nicht nur Privathaushalte von diesem Pachtprogramm profitieren können, zeigt jetzt die Stadt Kamen. Das Rathaus bekommt ein Energiedach und wird künftig eigenen Strom produzieren – und somit eine Vorbildfunktion einnehmen, wie Kappen sagt.

Aufgebracht wird die Photovoltaik-Anlage auf einer Fläche von etwa 240 Quadratmetern auf dem Dach der Stadthalle – insgesamt sind 144 Solarmodule geplant, die im Jahr 40.000 kWh erzeugen – das entspricht laut GSW etwa zehn Prozent des Strombedarfs im Rathaus.

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Laut Jochen Baudrexl, Geschäftsführer der GSW, zeigt dieses Vorhaben, wie flexibel das Programm ist und dass nicht nur einfache Hausdächer zum Energiedach werden können. Mittlerweile betreiben die GSW 61 dieser Anlagen im Verbreitungsgebiet und darüber hinaus.

GSW zahlen die Solaranlage, der Kunde zahlt die Pacht

Das Prinzip ist schnell erklärt: Die GSW übernehmen die Anschaffungskosten, nehmen die Anlage in Betrieb und kümmern sich auch um die Wartung. Die Kunden zahlen dafür eine Pacht, profitieren aber freilich von dem produzierten Strom. Der nicht genutzte Strom wird in das Netz eingespeist.

Das Programm bei den GSW gibt es jetzt seit 2016 und die Energiedächer werden nach und nach mehr. Mit der Stadt Kamen ist es nun ein Dach mehr. Die Anlage wird in diesen Tagen installiert.

Die Verwaltung geht damit voran und hofft, noch mehr Kamener mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit. Wie Kappen schon sagte: Das Thema ist längst nicht mehr exotisch. Jeder kann etwas tun. Das Energiedach ist ein Beispiel von vielen.

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