Das Mercure Hotel im Kamen Karree wird in der Corona-Krise vorerst geschlossen bleiben. © Stefan Milk
Mercure-Hotel Kamen Unna

Größtes Hotel im Kreis Unna stellt vorerst Betrieb ein

104 Betten, Bar, Restaurant und die Lage direkt an der Kamener Autobahnausfahrt: Dem Mercure-Hotel hilft das in Corona-Zeiten nicht, im Gegenteil. Wirtschaftlich lässt sich nicht arbeiten.

„Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, den Betrieb unseres Hotels vorübergehend zu unterbrechen“, heißt es auf der Homepage des Mercure-Hotels Kamen Unna im Kamen Karree. Hoteldirektor Jörg Belge schreibt aber weiter: „Mein Team und ich freuen uns schon jetzt darauf, Sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.“

Geplante Wiedereröffnung bereits verschoben

Wann dieses „bald“ sein wird, kann Belge derzeit noch nicht konkret sagen. „Ursprünglich wollten wir am 11. Januar wieder öffnen“, erklärt er im Gespräch mit der Redaktion, „denn wir hatten für die Tage danach etliche Buchungen für Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen.“ Doch in der vergangenen Woche habe es eine Absage nach der anderen gegeben. „Die Termine sind auf den April verschoben worden“, erklärt der Hoteldirektor. „Daher werden wir das Hotel auch noch im Januar geschlossen halten.“

Jörg Belge geht vorsichtig optimistisch davon aus, dass man dann im Februar wieder öffnen könne, doch wie sich die Corona-Lage bis dahin tatsächlich entwickeln werde, sei derzeit nicht absehbar. „Die Kanzlerin sagte am Mittwochabend ja auch, dass es vermutlich auch Anfang des Jahres noch einschneidende Schutzmaßnahmen geben werde.“ Festlegen wolle er sich daher nicht auf einen Termin.

Der Lockdown selbst trifft die Hotellerie zwar weniger als Restaurants, die komplett schließen mussten. Aber aus wirtschaftlichen Gründen schließen dennoch auch große Häuser wie das Mercure-Hotel in Kamen. © hafakot – Fotolia (Symbolbild) © hafakot – Fotolia (Symbolbild)

Aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen

Der Grund für die Schließung sind rein wirtschaftliche Überlegungen, denn das Vier-Sterne Hotel ist der größte Beherbergungsbetrieb im Kreis Unna, und verfügt neben 104 „Standard“- und „Privilege“-Zimmern auch über Bar und Restaurant. Letztere sind bereits seit April geschlossen, und werden es auch bleiben, wenn das Hotel eines Tages wieder den Betrieb aufnimmt. „Wenn wir wieder hochfahren, werden wir nur ein Frühstücksbuffet anbieten, wie wir das auch dieses Jahr gemacht haben“, sagt Belge. Denn vom 20. April bis zum 30. Oktober lief der Hotelbetrieb.

Gelebte gute Nachbarschaft mit der Gastronomie ist ein Vorteil

„Da wir etliche Gastronomie- und Lieferbetriebe in der Nachbarschaft haben, ist das aber kein Problem. Schon zuletzt haben sich unsere Gäste von der L’Òsteria Pizza bringen lassen oder gingen zu Connie’s Diner oder den Fastfood-Ketten. Wir haben uns hier gegenseitig befruchtet“, freut sich Belge über die gute Nachbarschaft. Denn auch als eine Reisegruppe in zwei Reisebussen auf dem Weg nach Paris im Hotel einen Zwischenstopp einlegte, konnte sie in der L’Òsteria beköstigt werden. „Wir haben da wirklich gut zusammengearbeitet“, freut sich Belge.

Fixkosten runterfahren

Für einen Beherbergungsbetrieb in der Größe des Mercure-Hotels lohnt sich eine kleine Gästeschar aber nicht. „Wenn wir nur zehn Übernachtungen pro Tag haben, reicht das nicht, um die variablen Kosten zu decken“, erklärt er mit Blick auf Kosten für Strom, Wasser und Heizung. Da sei es sinnvoller, den Betrieb komplett einzustellen und auch die Fixkosten zu decken. „Bis auf mich sind alle Mitarbeiter in Kurzarbeit und auf Null gesetzt“, erklärt Belge. Der technische Leiter mache täglich Kontrollgänge, sonst passiere nichts im Hotel. „Wir haben schon Ende Oktober alles auf Vordermann gebracht. Wenn wir wieder öffnen, müssen wir nur noch einmal durchsaugen und Staub wischen“, sagt Belge.

Arbeitsplätze dank Kurzarbeit gesichert

Sorgen um ihren Arbeitsplatz müssen sich die Mitarbeiter derzeit nicht machen. „Es sind alle in Kurzarbeit, die es ja zum Glück bis Ende des nächsten Jahres gibt. Es gab keine Entlassungen“, betont Belge – und ist frohen Mutes, dass das Haus die Krise übersehen wird. „Wir wachsen mit unseren Aufgaben“, sagt er lachend. „Wir werden in Zukunft noch da sein.“ Denn auch mit Stammkunden geführte Gespräche hätten gezeigt, dass diese nach der Krise wiederkommen werden. „Und es kann ja nur besser werden“, sagt Belge.

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